Archiv für April 2010

Abschwörungen des Johannes Evangelista Goßner

29. April 2010

Gegen Johannes Evangelista Goßner wurde 1802,  als er Domkaplan in Augsburg war, ein Untersuchungsverfahren wegen seiner Lehre von der Rechtfertigung eingeleitet. Er wanderte für einige Wochen in die Priester-Strafanstalt zu Göggingen und musste folgenden Sätzen abschwören: Abschwörungen des Johannes Evangelista Goßner.

Über Fenebergs “Aftermysticismus”

29. April 2010

Im 19. Jahrhundert wurde Feneberg und die Allgäuer Erweckungsbewegung von weniger wohlgesonnenen Theologen eines “Aftermysticismus” bezichtigt. Hier das Urteil Valentin Thalhofers (1825-1891), der im Übrigen aus Unterroth bei Illertissen stammt:

In naher Beziehung zu Boos und in inniger Freundschaft (auch Blutsverwandtschaft) mit ihm stand, wie bereits erwähnt ist, Feneberg Joh. Michael, geb. zu Oberdorf den 9. Februar 1751, zugleich mit Sailer Jesuiten-Noviz in Landsberg, nachmals einige Zeit Gymnasialprofessor in Regensburg, von 1778 — 85 Frühmesser in Oberdorf, dann — auf Sailers Verwenden — Gymnasialprofesser in Dillingen bis zum Jahre 1793, in welchem er die Pfarrei Seeg im Allgäu erhielt; — im Jahre 1805 wurde er Pfarrer in Vöhringen bei Ulm, wo er den 12. Oktober 1812 starb. Bekanntlich war Feneberg ein inniger Freund Sailers, der seine Biographie geschrieben hat; ich verdenke es dem liebenden Freunde nicht, wenn er den ihm so theuern Dahingeschiedenen im besten Lichte darstellte, Manchem, was objektiv tadelnswerth war, eine bessere Seite abzugewinnen suchte; indeß bin ich überzeugt, daß gleichwohl auf jeden Unparteiischen die in Rede stehende Biographie den Eindruck machen wird, daß auch Feneberg Aftermystiker war. Gewiß nicht ohne gewichtige Gründe ließ ihm der milde Fürstbischof Clemens Wenzeslaus seine Papiere wegnehmen und ihn [69] sammt seinen beiden Kaplänen Bayer und Siller in curia episcopali 10 aftermystische Sätze abschwören (am 11. Septbr. 1797), nachdem sie zuvor pro salutari poenitentia achttägige geistliche Uebungen gemacht hatten. Sie waren alle drei durch Boos erweckt worden, und hatten seine Grundsätze zu den ihrigen gemacht. Noch in der letzten Zeit seines Lebens ist Feneberg fast schwärmerisch für Boos eingenommen, wie man aus dem Brief ersehen mag, den er am 13, Sept. 1811 an Boos schrieb, zu einer Zeit, wo dieser in Linz bereits wieder in Untersuchung war und sein Unwesen so arg trieb als früherhin im Kemptischen. „Ich wünsche Dir, so schreibt er, von ganzem Herzen Glück, daß Er Dich abermals gewürdiget hat, um Seinetwillen Schmach zu leiden!“… „Mir ist Alles, was vorgegangen, neuer, ganz offenbarer Beweis, daß der Herr mit Dir ist, und Dich unfehlbar gewiß zum Werkzeug in seiner Sache gebraucht, wir mögen’s Christus in uns und für uns nennen, oder wie es sonst auch noch in den heiligen Schriften heißt und heißen mag“ „Hier (in Vöhringen) denkt gar Niemand mehr an mich, und ich predige und lehre Alles, wie vorher, nur mit dem Unterschied, daß es keine sichtbare Wirkung macht, ohne Zweifel aus meiner Schuld, sonst müßte es nothwendig die nämlichen Folgen haben. … Es ist mir oft schwer und bang, daß so gar nirgends ein Zeichen erscheint, und hierorts um meines Glaubens willen, der doch mit dem Deinen — ausgenommen, daß Du mehr Licht und Erfahrung hast — der nämliche ist, überall Alles ruhig bleibt.“ (Boos Leben S. 239ff.)

Wenn Feneberg seine Sache mit der des Boos so ganz identifizirt, so hatte er hierin sicherlich nicht recht; Feneberg hatte ungleich mehr kirchlichen Sinn, ungleich mehr Achtung vor der Hierarchie als Boos; man lese, wie Feneberg (Sailers Werke 39. Thl. S. 113 ff.) über seine Richter urtheilt, und vergleiche damit die bittern Urtheile eines Boos und anderer Aftermystiker jener Zeit. Feneberg war jedenfalls einer der edelsten Aftermystiker.

Quelle: Valentin Thalhofer, Beiträge zur Geschichte des Aftermysticismus und insbesondere des Irvingianismus im Bisthum Augsburg. Zugleich eine Antwort an Herrn J. E Georg Lutz, Pfarrer in Oberroth, Verlag von Georg Joseph Manz, Regensburg 1857, Seiten 68-69.

New Schaff-Herzog: Johann Michael Feneberg

29. April 2010

Nicht nur die katholische Seite weiß Johann Michael Feneberg zu würdigen. Auch in der englischsprachigen New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, der protestantischen Enzyklopädie im Angloamerikanischen Raum, findet sich zu Feneberg folgender Eintrag.

Feneberg, Michael Nathanael

By A. Hauck

Roman Catholic; b. of peasant parents at Oberdorf (37 m. n.w. of Würzburg), Bavaria, Feb. 9, 1751; d. at Vöhringen (40 m. s.w. of Stuttgart), Württemberg, Oct. 12, 1812. He was educated by the Jesuits at Augsburg, and joined the order on the advice of his friend the famous Johann Michael Sailer (q.v.). After completing his studies at Ingolstadt and Regensburg, he became teacher at the Regensburg Gymnasium in 1775, then engaged in practical church work in his native village. In 1785 he was appointed professor of rhetoric and poetry in the Augsburg diocesan gymnasium at Dillingen. Being on intimate terms with Sailer, Weber, and Zimmer, who taught at the University of Dillingen, he labored in Sailer’s spirit, aiming mainly at true and sincere piety without empha­sizing any confessional tendency. Sailer’s views awakened the hostility of the Jesuits and their friends, and in 1793 a trial implicating the most prominent teachers of the University was held, at which Feneberg bravely defended his friends. Although the teachers were not condemned, Feneberg left Dillingen and took charge of the parish of Seeg. He held convictions regarding justifica­tion which approached rather closely to Evangelical teachings. The tendency of his view shows itself most prominently in the fact that he laid stress on personal communion with God, and especially with Jesus Christ as personal redeemer, with entire elimination of the Church. Feneberg, however, was so little conscious of his opposition to the dogma of the Roman Church that he honestly believed he possessed the old Catholic faith. In 1797 he was subjected to a trial, but was allowed to go back to his old parish. In 1805 he removed to Vöhringen. There he completed a translation of the New Testament (ed. and published by M. Wittmann, afterward bishop of Regensburg, Nuremberg, 1808), which for a long time was much used by German Roman Catholics.

BIBLIOGRAPHY: J. M. Sailer, Aus Fenebergs Leben in Sämmtliche Werke, vol. xxxix., Sulzbach, 1841; C. von Schmid, Erinnerungen aus meinem Leben, 4 vols., Augsburg 1853-57; V. Thalhofer, Beiträge zur Geschichte des Aftermysticismus im Bisthum Augsburg, pp. 68-69, Regensburg, 1857; KL, iv. 1324-27.

Source: The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, Vol. 4 (1914), page 296.

Johann Michael (von) Sailer

29. April 2010

Wer sich mit der Allgäuer Erweckungsbewegung befasst, kommt um den Namen Johann Michael Sailer nicht herum. Auch wenn dieser nicht im Allgäu pastoral gewirkt hat, sind maßgebliche Impulse aus seiner Vorlesungstätigkeit in Dillingen (1784-1794) ausgegangen. Er war mit Johann Michael Feneberg eng befreundet. Georg Schwaiger hat ein lesenswertes Portrait des Theologen Sailer verfasst: Schwaiger – Johann Michael Sailer. Siehe außerdem die Kurzbiographie von Gisbert Kranz: Kranz – Johann Michael Sailer.

In Neue Deutsche Biographie findet sich von Hubert Wolf folgende biographische Skizze:

Johann Michael von Sailer (bayerischer Personaladel 1825)

katholischer Theologe, Bischof von Regensburg, * 17.11.1751 Aresing bei Schrobenhausen, † 20.5.1832 Regensburg, ⚰ Regensburg, Dom.

Nach dem Abitur am Münchener Jesuitengymnasium studierte S. seit 1770 Theologie in Ingolstadt – bis zur Aufhebung der Gesellschaft 1773 als Jesuitennovize. 1775 zum Priester geweiht, schlug er in Ingolstadt die akademische Laufbahn ein (Repetitor 1777), wurde 1780 zweiter Professor der Dogmatik neben seinem Lehrer Benedikt Stattler (1728–97), aber bereits 1781 mit anderen Exjesuiten als „Obskurant“ entlassen. 1783 übersiedelte S. nach Augsburg und veröffentlichte sein „Vollständiges Lese- und Betbuch zum Gebrauche der Katholiken“, das ihm u. a. 1784 eine Professur für Moral- und Pastoraltheologie in Dillingen einbrachte. Diese verlor er 1794, weil er nun als „Illuminat“ verdächtigt wurde. Nachdem S. fünf Jahre in Ebersberg verbracht hatte, wo er u. a. Thomas von Kempens „De imitatione Christi“ (1796) ins Deutsche übersetzte, brachte ihm der Ruf eines „Aufklärers“ 1799 eine Professur an der Univ. Ingolstadt ein, die 1800 an die neue bayer. Landesuniv. Landshut verlegt wurde. Hier verfaßte S. seine Hauptwerke: Die pädagogische Schrift „Ueber die Erziehung für Erzieher“ (1807, Neudr. 1909) läßt Einflüsse Pestalozzis erkennen; das „Handbuch der christlichen Moral“ (3 Bde., 1817) lehnte die jesuitische Kasuistik und den Probabilismus ab und entwickelte eine theol. Ethik von einer modernen Gewissenslehre her. Auch Kronprinz Ludwig (1786–1868), der spätere König, gehörte zu S.s Schülerkreis und war von seiner charismatischen Persönlichkeit fasziniert. So konnte der „bayer. Kirchenvater“ (G. Schwaiger) zur „Seele der Restauration“ (H. Schiel) werden. Nachdem die Nomination zum Bischof von Augsburg 1819 am Widerstand der röm. Kurie gescheitert war, berief der bayer. Kg. Max I. Joseph S. auf Drängen Kronprinz Ludwigs 1821 in das Domkapitel von Regensburg, wo er 1822 zum Weihbischof und Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge erhoben und 1829 als Bischof inthronisiert wurde. Im Übergang „von der Aufklärung zur Romantik“ (Ph. Funk) moderne philosophische Strömungen (Kant) kritisch aufnehmend, entwickelte S., auf festem kirchlichen Boden stehend, eine pastoral orientierte Theologie, die sich durch konfessionelle Irenik, biblisch-patristische Fundierung und ihre Christozentrik auszeichnete, die die übernatürlich-mystische Seite der „Kirche der wahren Christen“ betonte und die Moraltheologie als Tugendlehre wieder von der Glaubenslehre her entwickelte. Seine Vorlesungen zogen Hörer aus allen Fakultäten an; sie waren von S.s „Begeisterung“ und der „Wärme des Tones“ (Ch. v. Schmid) fasziniert. Durch einen großen Schüler- und Freundeskreis (u. a. Ignaz Heinrich Frhr. v. Wessenberg, 1774–1860; Kard. Melchior v. Diepenbrock, 1798–1853) prägte S. eine ganze Klerusgeneration. Seine theol. Ansätze fielen später der ultramontanen Wende, u. a. der Repristinierung der scholastisch-kasuistischen Moraltheologie, zum Opfer. Im Kontext der Seligsprechung Clemens Maria Hofbauers (1751–1820), der S. wegen seiner Kontakte zur Allgäuer Erweckungsbewegung kritisiert hatte, kam es 1873 zu einem (ergebnislosen) postumen röm. Inquisitionsverfahren, das von den bayer. Redemptoristen und S.s bischöflichem Nachfolger Ignatius v. Senestréy (1818–1906) betrieben wurde. In der Anklageschrift Constantin Frhr. v. Schäzlers (1827–80) wurde S. zum Alt-Katholiken avant la lettre und Urvater aller Ketzereien stilisiert. Das kluge Votum des Konsultors Johann B. Franzelin SJ (1816–86), der die Intrige hinter der Anklage erkannte, und das kirchenpolitische Geschick des Assessors des Hl. Offiziums, Lorenzo Nina (1812–85), verhinderten die von Pius IX. gewünschte Indizierung. Unter dem theol. Deckmantel erkannten sie zu Recht einen Ordenskonflikt zwischen Jesuiten und Redemptoristen. Die Wiederentdeckung S.s im 20. Jh. stand zunächst im Zeichen des dt. Reformkatholizismus und der Rehabilitierung der kath. Aufklärung. Im Kontext des II. Vatikanums belebte sich die Erforschung und Rezeption S.s, den Papst Johannes Paul II. 1982 u. a. als „Vorbote[n] der neueren ökumenischen Bewegung“ und scharfsinnigen Verfechter der rechten Lehre würdigte.

Hubert Wolf, „Sailer, Johann Michael von (bayerischer Personaladel 1825)“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 356-357 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/artikelNDB_pnd118604872.html

Christoph von Schmid, ein Lebensbild

28. April 2010

Ihr Kinderlein kommet” ist einer der Weihnachtsliedklassiker, die auch ins Englische übersetzt worden ist. Der Autor ist Christoph (von) Schmid, der bei Johann Michael Feneberg in Seeg/Allgäu Kaplan gewesen ist, bevor er dann 1796 eine Stelle als Kaplan und Schuldirektor in Thannhausen westlich von Augsburg angenommen hat. Dort hat er 1798 das oben genannte Lied komponiert. Ein lesenswertes Lebensbild von Schmid hat Joseph Bernhart verfasst: Bernhart – Christoph von Schmid. Ein Lebensbild.

Gossner Evangelical Lutheran Church in Chotanagpur and Assam

26. April 2010

Die Gossner Evangelical Lutheran Church in Chotanagpur and Assam zählt über 400000 Mitglieder in Nordostindien, vorwiegend kastenlose Adivasi. Diese Kirche geht auf das Werk der Missionare Emil Satz, August Brandt, Friedrich Basch and Theodore Yankey zurück, die 1845 von Johannes Michael Goßner (1773-1858), dem damaligen Pfarrer der böhmisch-lutherischen Bethlehemsgemeinde in Berlin, ausgesandt worden sind. Goßner stammt aus Hausen/Waldstetten bei Ichenhausen westlich von Augsburg und war ursprünglich katholischer Priester, unter anderem von 1798 bis 1801 Kaplan bei Johann Michael Feneberg in Seeg im Allgäu.

Über die Geschichte der Gossner Evangelical Lutheran Church in Chotanagpur and Assam schreibt Peter Vethanayagamony, Associate Professor an der Lutheran School of Theology in Chicago Folgendes:

Gossner Evangelical Lutheran Church (GELC)

The GELC is one of the largest and most widespread Lutheran churches in India. Its origins can be traced back to 1845 when the Johannes Gossner Evangelical Missionary Society in Germany sent four missionaries, Emil Satz, August Brandt, Fredrick Basch, and Theodore Yankey. These four missionaries, who were chiefly farmers and artisans rather than theologians, arrrived in Calcutta. In Calcutta they came into contact with some street laborers of aboriginal origin, known as “Kols.” They had resolved to follow them to their native habitat in Chota Nagpur. Arriving in Ranchi in 1845 they established a base there and supported themselves by farming. After much initial frustration a few converts were made in 1850. Missionary work was begun among Kols people who migrated to the province of Assam. Work was carried on among ten language groups. By 1984 the church had 336,524 baptized members.

After a period of very slow growth, Lutheranism thrived among the Orans and Mundas tribes due to a large-scale conversion to Lutheranism. Particularly after the Sepoy Mutiny (1857), the people began to embrace Christianity in increasing numbers, so that by 1900 a community of 100,000 had arisen. Christianity brought a “sense of liberation from many factors operative in those days, including the exploitation and oppression they endured under the landlords and kings.” The fast growth did not happen without difficulties. A conflict that broke out among the missionaries in the 1869 divided the mission in two. Some of them joined the Anglican Church, thus interrupting the work. Further disturbance to the work came when the Belgian Roman Catholic Mission came to Ranchi. A number of Lutheran adivasi (aboriginal) converts embraced Roman Catholicism because of the extensive material benefits extended to them. Despite the losses to Lutheranism, the Gossner church thrived.

During the crisis created by World War I, when all German missionaries were deported and no other Lutheran missions came forward to take their place, the church was restructured and given to local people, leading to the birth of first fully self-governing and property-owning church on July 10, 1919, the Gossner Evangelical Church. A central committee was set up to administer its affairs. Pastors and other workers carried on in spite of financial privation. Despite Anglican offers to assume financial responsibility, Indian Gossner leaders expressed their staunch desire to remain confessionally Lutheran Christians learned to give what was available to them—rice. In many Christian homes, a handful of rice is set aside each time a meal is cooked. The rice collected during the week is brought to the altar. This sacrificial giving sustained the church during those crucial years. German missionaries were able to return in 1925, but their service is to an autonomous church. In 1928 the church framed its constitution and Rev. Hanukk Datto Lakra became its first president.

The composition of different tribal and language people groups has caused strife and tension since 1935. At times the church was pushed almost to the point of division, especially in the 1950s. These tensions and conflict, fortunately, affected mostly only the top-level leadership and a few congregations. Life in most of the parishes went on quietly. This is both the strength and weakness of the GELC.

The GELC has five dioceses headed by a bishop. Ranchi, Jharkand (formerly Bihar) is the headquarters and a dean heads its congregation. The main concentration of this church is Chotanagpur, Assam, the area surrounding Ranchi. At present it has around 500,000 congregational members spread over 1687 pastorates in the states of Jharkhand, Bihar, Madhya Pradesh, Chattisgarh, Orissa, Assam, and Haryana, and the major cities like Delhi, Kolkata, etc. It has a presence in the northeastern states as well. The women and youth in the church play a vital role in conducting relief and awareness programs, especially during the Bhopal gas tragedy and the cyclone in Orissa. The GELC continues to be a lay-driven church. Most of the parish work and evangelism is carried out by catechists and women workers.

Namenspatrone spielen eine Rolle. Folgerichtig wurde zum 150. Todesjahr von Goßner von 3. bis 4. März 2008 von der Gossner Evangelical Lutheran Church in Ranchi ein Gossner Jubilee Seminar organisiert, wo Goßners Lebensweg vorgestellt worden ist.

Konfessionswechsel?

26. April 2010

Von Martin Bloos (1762-1825), dem katholischen Priester aus dem Allgäu, der um des Evangeliums willen von seiner eigenen Kirchenleitung hart angegangen wurde (bis hin zur Haft im Priestergefängnis in Göggingen), stammt folgendes Wort, mit dem er sich einem Konfessionswechsel versagt hatte:

“Wahr ist’s, es ärgert mich vieles an meiner Mutter, aber an anderen Müttern ärgert mich auch vieles. Wo sollen wir hin, um kein Unkraut unter dem Weizen zu finden? Bloß um der zeitlichen Ruhe wegen, die ich noch ein oder zwei Jahre zu genießen hätte, möchte ich nicht gern  einen Schritt tun, der so viele ärgerte und beunruhigte, nachdem ich mehr der Unruhe und der Arbeit als der Ruhe gewöhnt bin. – Jätet mich unsere Mutter wirklich als Unkraut aus vor der Ernte, so bleibt freilich keine andere Wahl übrig; wir müssen froh sein, wenn eine andere mitleidige und barmherzige Mutter uns als arme und hinausgeworfene Waisen an- und aufnimmt. Aber selbst zu gehen, sollten wir uns fürchten.”

Zitiert nach Wilhelm Jörn. Ein Evangelist im Priesterkleid. Bilder aus dem Leben und Wirken des katholischen Priesters Martin Boos nach eigenen und Johannes Goßners Aufzeichnungen, Stuttgart 1957, Seite 8.

Martin Boos’ Grundsätze

23. April 2010

In der Zeitschrift “Der Menschenfreund” wurde 1827 nach Boos’ Tode neben einer Osterpredigt auch eine Thesenreihe von Boos abgedruckt, die seine eigenen Glaubensüberzeugungen wiedergeben. Diese “Grundsätze” finden sich hier: Boos – Grundsätze

Abschwörungen des Martin Boos (September 1797)

23. April 2010

Im Februar 1797 erscheint im Seeger Pfarrhaus eine bischöfliche Spezialkommission unter Führung des Geistlichen Rates Joseph Ludwig Rößle. Dieser bischöfliche Kommissär entleert in Abwesenheit Fenebergs und seiner Kapläne die Büchergestelle und bricht mit Gewalt die Schreibpulte auf. Das beschlagnahmte Material wird im Ordinariat zu Augsburg gesichtet. Martin Boos, Feneberg, dessen Kapläne Xaver Bayr und Andreas Siller zitiert man im August 1797 nach Augsburg zur Inquisition. Martin Boos muss 15 deutsche und 14 lateinische Sätze abgeschwören und wird zu einer einjährigen Haft im Priesterkorretionshaus zu Göggingen bei Augsburg zwecks Repetition der Theologie verurteilt. Die deutschen und lateinischen Sätze, denen Boos abschwören musste, finden sich hier: Abschwörungen des Martin Boos.

Fenebergs Goldkörner

23. April 2010

Johann Michael Feneberg war von 1805 bis zu seinem Tod 1812 katholischer Pfarrer in Vöhringen/Iller. Zwischen 1801 und 1811 hat er in 30 Oktavbändchen jeweils 100 eigene oder exzerpierte Gedanken handschriftlich festgehalten, mit dem Vorsatz, sie von Zeit zu Zeit immer wieder neu zu lesen.[1] In der Regel sind die Bändchen jeweils einem seiner Freunde gewidmet. Die Widmung des ersten Bändchens gilt jedoch Gott:

„D i r seyen diese wenigen Blätter und die Worte gewidmet, der Du Deine Freude hast, mit den Menschenkindern zu seyn. Ich glaube, dass Dein Geist darinn offenbar verspürlich ist. — Laß den Glauben an Dich, das Zutrauen zu Dir, die Vereinigung mit Dir Zuwachs gewinnen, bey allen, die diese Worte lesen. Laß sie allen Geist und Leben werden und zur Schale, woraus sie das Wasser von der Quelle, die in das ewige Leben springt, trinken mögen  Dos moi touto hydōr [Gib mir dieses Wasser – Johannes 4,15]! S … g Horn. An meinem 50. Geburtstag 1801. Jesu! In Hoffnung Dein Erlöster M. F.“

Eine Auswahl aus Fenebergs selbst verfassten “Goldkörnern” findet sich hier: Feneberg – Goldkörner


[1] Von den 30 sind nur 14 Bändchen erhalten, dies sich im Sailer-Nachlass im Ordinariatsarchiv in Regensburg befinden.


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