Wie man eine deutsche Barockkirche in einen Heidentempel umwandeln kann

Zwischen einem chinesischen Tempel und einer christliche Kirche gibt es einen klaren Unterschied. Der Tempel ist keine Versammlungshalle und hat demzufolge kein Gestühl für die Besucher. Das braucht man auch gar nicht, ist doch die Verweildauer auf ein kurzes Gebet, eine Opferabgabe bzw. die Vornahme eines Losorakels beschränkt. Nur dort wo buddhistische Mönche im Tempel die klassischen Sutras kultisch rezitieren, findet sich so etwas wie ein Chorgestühl. Dennoch gibt es gewisse Ähnlichkeiten zu einem besonderen Kirchentypus, die barocke Wallfahrtskirche, bild- und statuenüberladen. Um eine solche Kirche in einen Tempel umzuwandeln, müssten nur wenige Veränderungen vorgenommen werden, dürfen doch die Reliquien und Altäre bleiben. In Sachen Bilder können sich nicht nur all die Heiligen weiterhin sehen lassen, selbst die Madonna kann problemlos als Kuan-yin reüssieren, ein feminisierter Bodhisattva, der die grenzenlose Barmherzigkeit des Amitabah Buddha manifestiert. Dennoch gibt es auch in einer katholischen Wallfahrtskirche einen ganz zentralen Gegenstand, der in einem Heidentempel einfach keinen Platz finden kann: Es ist das Kreuz bzw. das Kruzifix, das – wie einst der Apostel Paulus festgestellt hat – den Heiden eine Torheit ist (1 Korinther 1,23).

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