Ethnische Geiselhaft. Wie soll sich Israel definieren?

hier ein interessanter Beitrag von Tony Judt über die israelisch-jüdische Identitätsfrage aus der Süddeutschen.


Ethnische Geiselhaft. Wie soll sich Israel definieren?

Von Tony Judt

Für uns Juden lautet die alles entschei­dende Frage: Wer sind „wir“? Hier in New York haben die meisten Juden, die sich mit der Geschichte des Judentums auseinandersetzen, eine streng rassenbe­zogene und ethno-deterministische Auf­fassung. Sie glauben nicht, dass „wir“ nur eine selbstdefinierte und herbeigedichtete Gemeinschaft unter vielen sind, geschweige denn, dass sich unsere Selbstdefinitionen in Reaktion auf unsere Ver­folger entwickelt haben könnten. Juden, so wurde ihnen beigebracht, sind einma­lig. In meinen Augen ist das ein selbstge­fälliges Überlegenheitsdenken und ich halte es für angebracht, diese ethnische Unterscheidung in Frage zu stellen.

Die Grundvoraussetzung des Zionis­mus war, dass die Juden ein homogenes und einzigartiges Volk bilden; dass we­der ihre Ausbreitung in der Welt noch ih­re Leiden über Jahrtausende hinweg ihre charakteristischen, kollektiven Eigen­schaften verwässern konnten; und dass sie als freie Juden nur in einem jüdischen Land leben konnten. In einer Zeit, als die ethno-nationalistischen Bewegungen in Zentral- und Osteuropa anfingen Wur­zeln zu schlagen, ließ sich diese Prämisse umso leichter akzeptieren, als die Juden den rumänischen oder lettischen Natio­nalismen einfach ihre eigene, ethnisch de­finierte Exklusivität entgegen setzten.

In den Augen der Zionisten war also die jüdische Religion nicht mehr die ele­mentare Maßgabe für eine jüdische Iden­tität. Im späten 19. Jahrhundert emanzi­pierten sich die Juden rechtlich und kul­turell. Der Zionismus erschien vielen als einzige Alternative zu Verfolgung, Assi­milation und kultureller Entfremdung. So begünstigte paradoxerweise der Rück­zug des religiösen Separatismus die Ent­wicklung einer säkularen Version eben ­dieses Separatismus.

Ich habe in den sechziger Jahren die antireligiöse Stimmung vieler linker Israe­lis miterlebt und als sehr unbehaglich empfunden. Religion, so wurde mir gesagt, sei was für die „Verrückten“ von Jerusalem. „Wir“, so meine zionistischen Lehrer, seien modern, rational und west­lich. Was sie mir nicht erzählten: Ihr Isra­el, dem ich beitreten sollte, gründete auf einer radikal ethnischen Definition des Judentums.

Doch es ging viel weiter als das. Die meisten der Gründungsväter Israels wa­ren Mitglieder in einem Kibbuz. Auch der Kibbuz war ein demonstrativer Aus­druck ihrer ethnisch-ideologischen Vor­stellungen. Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels hatten sich die Juden als Bauern auf dem Gebiet des heutigen Israels und Palästinas angesiedelt. Dann wur­den sie von den Römern ins Exil gezwungen. Es war das zweite Mal, dass die Juden heimatlos in der Welt umherziehen mussten (das erste Mal wurden sie von den Babyloniern vertrieben). Nun aber würden „sie“ endlich „heimkehren“ und das Land ihrer Vorfahren bestellen. Was für eine haarsträubende Vorstellung: Stellen Sie sich vor, eine Gruppe Tiroler Ärzte und Rechtsanwälte würde mit dem Schiff nach Südengland übersetzen und verkünden, dass sie gekommen seien, um das Land ihrer sächsischen Vorfahren zu bestellen. In Israel hat niemand diese Vorstellung je in Frage gestellt.

Dafür gibt es Gründe: Wenn wir uns da­mals gefragt hätten, ob die Juden aus dem heutigen Israel direkte Nachfahren der biblischen Hebräer seien und erfah­ren hätten, dass die Antwort wohl „nein“ heißen müsste – da es unendlich viele Mischehen, Bekehrungen, Assimilationen gegeben hat, wäre es genauso schwer, eine solche Verbindung nachzu­weisen wie Sarkozy mit Vercingetorix in Verbindung zu bringen – es hätte uns ver­wirrt. Doch wieso war dann die Rede von einem jüdischen Land? Warum unbe­dingt an einem so streitsüchtigen Ort sein wie Kanaan? Wieso nicht Kanada?

Der Ethno-Mythos einer direkten jüdi­schen Abstammungslinie war für die Le­gitimität des jüdischen Staates und somit für die institutionalisierte Vorzugsbehandlung der Juden gegenüber den Nicht-Juden essentiell. Natürlich gibt es

Ägypten existiert nicht aufgrund einer Theorie von „Ägyptischheit“

auch andere Rechtfertigungsversuche. Die jüdische Leidens- und Opferge­schichte wurde seit dem Eichmann-Pro­zess ganz zentral, wenn es darum ging, Is­rael gegen seine Kritiker zu verteidigen.

Das richtige Argument, dass ein jüdi­scher Staat die beste Hoffnung für die Überlebenden des Holocaust sei, verkam allmählich zu einem Vorwand für Israel, im Namen des jüdischen Fortbestands tun und lassen zu können, was es wollte. Seit einiger Zeit können wir die tragi­sche Umkehrung dieser argumentativen Verkürzung miterleben: Der iranische Präsident Ahmadinedschad macht sich einen Spaß daraus, den Holocaust zu leugnen und stellt so die israelische Propaganda auf den Kopf. Wenn Israels bes­te Verteidigung Auschwitz ist, dann braucht man nur noch zu sagen, es habe den Holocaust nie gegeben. Weltweit zei­gen sich die Juden natürlich entsetzt, doch aus einer israelischen Perspektive wirkt es geradezu bestätigend und ist da­her vielleicht nicht ganz unwillkommen.

Wenn wir uns darauf einigen können, dass es das „Jüdische“ nicht gibt, stellt sich die Frage: Wie sollen wir den israelischen Staat betrachten? Ganz einfach: Entweder ein Staat existiert oder er exis­tiert nicht. Ägypten oder Guatemala exis­tieren nicht aufgrund einer Theorie von „Ägyptischheit“ oder „Guatemalismus“. Diese Länder werden international aner­kannt, weil es dort ein Rechtssystem gibt und weil sie in der Lage sind, sich selbst zu versorgen und sich zu verteidigen.

Israels Fortbestand hängt also nicht von der Glaubwürdigkeit der Geschichte ab, die es selber über seinen ethnischen Ursprung erzählt. Das Insistieren auf Ex­klusivität schadet dem Land. Erstens macht es aus allen Nicht-Juden, die in Is­rael leben, Menschen zweiter Klasse. Doch es gibt noch einen weiteren, hohen Preis zu zahlen: Israel behauptet heute aggressiver denn je, nicht nur für einen jüdischen Staat zu sprechen und zu han­deln, sondern für alle Juden. Das macht die Juden weltweit zu unfreiwilligen Komplizen der israelischen Politik. Kein Wunder, dass der Antisemitismus wieder wächst. Wobei er sich gewandelt hat: Konventionelle Neo-Faschisten wie Jean-Marie Le Pen schätzen Israel mitt­lerweile, schließlich hat man einen gemeinsamen Feind.

Die neuen Antisemiten sind in der Re­gel junge Männer, die in europäischen Vororten leben und nordafrikanischer, nahöstlicher oder südasiatischer Herkunft sind. Sie sehen im Fernsehen, wie Israelis im Gazastreifen die Palästinen­ser bombardieren. Ohnmächtig und wü­tend identifizieren sie sich mit den Län­dern oder dem Glauben ihrer Eltern. Am folgenden Tag greifen sie eine Synagoge oder ein jüdisches Schulkind an. Juden in Frankreich oder Holland haben allen Grund, sich vor solch einem Zorn zu fürchten, doch sie haben ihn nicht provoziert. Solch eine Wut kann nicht in Paris oder Amsterdam gezähmt werden.

Juden in Europa und in den USA sollten sich von Israel distanzieren

Darauf zu beharren, „das Judentum“ mit einem kleinen geographischen Terri­torium in eins zu setzen, ist pervers und schadet sowohl Israel als auch den Ju­den. Es ist der Hauptgrund dafür, dass das Problem zwischen Israel und Palästi­na nicht gelöst werden kann.

Der Grund dafür, dass das „Jüdisch-sein“ Israels auf lange Sicht dem Wohler­gehen Israels schadet, liegt in den USA. Dort hat jener Geist eine mächtige und re­aktionäre ,,Israel-Lobby“ geschaffen, die enorme Geldsummen eintreibt um Kongressabgeordnete dazu zu bewegen, angeblich „im Interesse Israels“ zu stim­men. Diese Lobby zensiert und diskredi­tiert jegliche noch so milde Kritik an Isra­el. Das Geld wird beschafft, indem be­tont wird, wie wichtig die amerikani­schen Juden für den Erhalt des jüdischen Staates seien, der, wie ihnen erklärt wird, ihnen Hoffnung und Zuflucht ge­währt im Falle eines neuen „extremistischen Antisemitismus“. Ich habe viele Juden getroffen, die zwar noch nie in Isra­el waren, mir aber erklärten, dass sie die Israel-Lobby unterstützen, weil sie das gespendete Geld als eine Art Versiche­rungspolice gegen „die Rückkehr Hit­lers“ ansehen.

Was also tun? Eins ist klar: wenn sich nicht bald etwas ändert, wird Israel auf­hören eine Demokratie zu sein, oder es hört auf ein jüdischer Staat zu sein: Nicht-Juden werden schon bald in den Gebieten, die von Israel kontrolliert wer­den, die Mehrheit stellen. Diese tragische Aussicht könnte nur durch ethnische Säuberung verhindert werden in einer Größenordnung, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen haben.

Ich würde mir ja einen einheitlichen Staat wünschen. Doch sowohl Israelis als auch Palästinenser werden dagegen kämpfen. Die Zwei-Staaten-Lösung wä­re vielleicht noch immer der beste Kom­promiss, aber es fällt schwer, daran zu glauben, wenn man sich die Geschehnisse der letzten beiden Jahre ansieht.

Ich neige daher dazu, den Fokus auf einen ganz anderen Aspekt zu richten. Wenn die Juden in Europa und in den USA sich von Israel distanzieren würden (viele tun das schon), dann würde die Behauptung, Israel sei „ihr Staat“, irgend­wann so absurd klingen, als würde die französische Regierung behaupten, die Nachkommen der französischen Siedler in Mississippi Valley zu repräsentieren.

Vielleicht wird irgendwann sogar Wa­shington erkennen, wie sinnlos es ist, die amerikanische Außenpolitik und das eigene internationale Prestige an den Wahn eines kleinen nahöstlichen Ethno-Staats zu binden. Das wäre das Beste, was Israel geschehen könnte. Israel wäre gezwungen, seine Grenzen und seine Be­grenztheit zu erkennen. Es müsste neue Freundschaften schließen, möglichst mit seinen Nachbarländern. Ohne seine blau­äugigen Verteidiger aus der Diaspora müsste Israel klügere politische Entschei­dungen treffen anstatt seine Freunde moralisch unter Druck zu setzen.

Man könnte dann eine natürliche Unterscheidung treffen zwischen Menschen die „zufällig“ jüdisch, aber Staatsbürger anderer Länder sind, und Menschen, die in Israel leben und „zufäl­lig“ jüdisch sind. Die griechische, armeni­sche und irische Diaspora haben auf sehr ungute Art im Land ihrer jeweiligen Vorfahren nationalistische und ethni­sche Vorurteile bestärkt und perpetuiert. Doch der Bürgerkrieg in Nord-Irland wurde zum Teil beendet, weil ein ameri­kanischer Präsident seine eigene irisch-stämmige Gemeinschaft in den USA dazu aufforderte, die Aufwendung von Geld und Waffen an die IRA zu unter­lassen. Wenn amerikanische Juden da­mit aufhören würden, ihr Schicksal (und vielleicht ihr Schuldgefühl) mit Israel in Verbindung zu setzen und ihre Spenden für bessere Zwecke verwenden würden, dann könnte etwas Ähnliches im Nahen Osten passieren.

Der Autor ist Historiker und leitet das Remarque-Institut der New York Uni­versity.

Deutsch von Thomas Schoos

Süddeutsche Zeitung, Nr. 287, Samstag/Sonntag, 12./13. Dezember 2009, Seite 15.

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13 Antworten to “Ethnische Geiselhaft. Wie soll sich Israel definieren?”

  1. Die Süddeutsche geht einen Schritt weiter « Nach der Wahrheit graben Says:

    […] am 18. Dezember 2009 von Markus Eine große deutsche Zeitung (SZ) druckt unkommentiert einen Artikel ab, der von sich klar antisemitisch positioniert, Israel das Existenzrecht abspricht und […]

  2. Markus Says:

    Diesen antisemitischen Artikel, der Israel einseitig das Existenzrecht abspricht und sich eindeutig antisemitisch positioniert, stellen Sie hier als „interessant“ dar? Unkommentiert? Ist das Zustimmung?
    Da hätte ich von Ihnen mehr erwartet.

    Wie man diesen Artikel kommentieren kann, finden Sie hier.

  3. Martina Lauer Says:

    Es ist endlich an der Zeit, die Ideologie des Zionismus zu hinterfragen. Der Alleinanspruch auf das Heilige Land schafft Unrecht und Konflikt. Die Besetzung palestinensischen Landes verletzt internationales Recht und kann weder mit der Vergangenheit noch mit zionistischer Propaganda gerechtfertigt werden.

  4. A.Bundy Says:

    @ Martina Lauer
    Es gibt kein „palestinensische“ Land. sondern allenfalls „palästinisches“.
    Den Unterschied zwischen beiden Begriffen und welcher von beiden reine Propaganda ist, können sie hier nachlesen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Palästina_(Region)

  5. Markus Says:

    Die Ideologie des Zionismus?
    Besetzung palästinensichen Landes?

    Gute Frau, sie haben nur Schlagworte parat. Die Ideologie des Zionismus ist, dass die Juden nach Jahrhunderten der Heimatlosigkeit und Unterdrückung ein eigenes Stück Land als Heimat bekommen und einen eigenen Staat darauf haben. Dagegen haben Araber jahrzehntelang mit Krieg und Terror gekämpft.

    Es gibt kein palästinensisches Land, da es nie einen pal. Staat gab. Daher hat Israel auch nie Land besetzt, weil es nie einem Staat gehörte. Erst regierten die Türken, dann die Briten , dann die Jordanier bzw. Ägypter-

    Schauen Sie sich die Geschichte an, dann werden Sie sehen, dass es nicht Israel ist, dessen Ideologie hinterfragt werden sollte.

  6. Martina Lauer Says:

    Kolumbus nannte die Urbevölkerung Nordamerikas “Indianer”, Zionisten erklären, dass Palästinenser keine eigene Identität haben und deshalb als „Araber“ in eines der arabischen Länder abwandern sollen. Der Westen hat eine lange Tradition, den Rest der Welt als Eigentum anzusehen. Amerikaner finden ihr Ől unter arabischen Land, extreme Zionisten glauben, dass Fremde auf ihrem Grund und Boden leben und deshalb entfernt werden műssen. ( Liebermann war Mitglied in Rabbi Kahane’s Schaaspartei, die sich fűr eine zweite ethnische Säuberung Palästinas einsetzte.)
    Die ethnische Geislehaft besteht darin, dass Zionisten das Judentum in säkularer Form vereinnahmen, die Bibel wird zum Grundbuch . Zugehöhrigkeit zu einer Religion wird zur automatischen Mitgliedschaft einer Nation (und ethnischen Gruppe) umgeműnzt. Deshalb haben Juden auf der ganzen Welt das Recht auf Rűckkehr, auch wenn sie noch nie in Israel waren. Während Menschen, die seit Generationen in Palästina lebten, die Orte, von denen sie vertrieben wurden, nicht einmal besuchen dűrfen. ( Eine Mehrheit der űber 500 gesäuberten Dörfer wurden dem Boden gleich gemacht und teilweise in Erholungsparks umgewandelt.)
    Wenn Israel daran festhält, dass es ein demokratischer Staat nur fűr den jűdischen Teil der Bevölkerung ist, was soll mit den Palästinensern geschehen? Ein Leben in einem Apartheidregime? Nie endende militärische Besatzung und brutale Blockade fűr Palästinenser ausserhalb Israel’s?
    Wie lange akzeptiert Europa, dass Israel als regionale Supermacht (mit nuklearem Waffenarsenal) mit Hilfe der USA internationales Recht , UN Resolutionen und den Goldstone-Bericht ignoriert?
    Haben wir Deutsche von unserer Vergangenheit gelernt, dass universale Grundrechte nur fűr bestimmte etnische Gruppen gelten?
    PS Kritik an Israel ist nicht automatisch antisemitisch. Aber vieleicht halten Sie es mit Abba Ebban, der erklärte, dass Nichtjuden, die Israel kritisieren, Antisemiten sind und Juden, die Israel kritisieren, sebsthassende Juden sind. Damit hat man 100% der Kritik an Israel erfolgreich abgeblockt!
    PPS Illan Pappe, Die ethnische Säuberung Palästinas
    http://www.thedailynuisance

  7. Markus Says:

    Interessant, dass Sie sich gleich so eine Mühe machen, einen von mir nie ausgesprochenen und auch nicht heimlich erhobenen Antisemitismus-Vorwurf abzuwehren. Das läßt tief blicken.

    Wenn Sie Israel kritisieren, ist das sicherlich nicht antisemitisch. Wenn diese Kritik allerdings Fakten verdreht und bewusst Lügen verbreitet, ist das etwas anderes.

    Aber kommen wir zu Ihren Angaben:

    Zionisten erklären, dass Palästinenser keine eigene Identität haben und deshalb als „Araber“ in eines der arabischen Länder abwandern sollen.

    Wussten Sie, dass 20% der isr. Bevölkerung aus Arabern besteht? Und diese auch in der Knesset sitzen? Und die lt. Umfragen auch lieber in Israel leben als anderswo?
    Das passt nicht so ganz zu ihrer Aussage. Vielleicht gibt es paar Durchgeknallte – wie es sie leider überall gibt -, die so etwas behaupten, aber Konsens in der isr. Gesellschaft und Politik ist das sicherlich nicht.

    die Bibel wird zum Grundbuch

    Nun, auch da gibt es sicherlich welche, die das denken und sich wünschen. Aber auch hier gilt: Dies ist nicht der Konsens. Sie können nicht von einer Minderheit auf die Mehrheit und erst recht nicht auf die Politik schließen.

    Zugehöhrigkeit zu einer Religion wird zur automatischen Mitgliedschaft einer Nation (und ethnischen Gruppe) umgeműnzt. Deshalb haben Juden auf der ganzen Welt das Recht auf Rűckkehr, auch wenn sie noch nie in Israel waren.

    Die Juden waren bis 70 n.Chr. eine Nation, die in dem Land Israel gelebt hat, bevor sie sich größtenteils in alle Lande verstreut hat, da sie vertrieben wurden. Und über all die Jahrhunderte haben auch Juden in diesem Land gelebt. Sie sind also nicht nur eine Religion, sondern auch eine sehr alte Nation.
    Waren Russlanddeutsche vor ihrer Rückkehr jemals in Deutschland? Und trotzdem gab es Anfang der 90er eine beispiellose Einreisewelle dieser Nachkommen deutscher Aussiedler.

    Während Menschen, die seit Generationen in Palästina lebten, die Orte, von denen sie vertrieben wurden, nicht einmal besuchen dűrfen.

    Die „Vertreibung“ war nicht eine reine, sondern ein Mischmasch. Teilweise wurden sie – nicht nur von den Juden, sondern auch von den eigenen Leuten – vertrieben, teilweise sind sie alleine geflohen, weil die arabischen Staaten tönten, sie würden Israel vernichten und hinterher könnten sie alle zurückkommen. Vorher, ab den 20ern, gab es diverse Kämpfe und Scharmützel, in denen die arabische Bevölkerung Juden überfiel und tötete – z.B. in Hebron. Und das waren nicht Einwanderer, sondern Juden, die dort schon in xter Generation wohnten. Was sagt Ihnen das?
    Wussten Sie, das zwischen 1948 und 1960 ca. 900.000 Juden aus arabischen Ländern vertrieben wurden, die alle in die isr. Gesellschaft integriert wurden? Sollen die auch alle ein Rückkehrrecht bekommen?

    Und warum dürfen Palästinenser sich nicht so frei in Israel bewegen wie andere – von den arabischen Israelis mal abgesehen? Weil diese ihre Freiheiten missbrauchten, um grausame Terroranschläge auszuüben.

    Wenn Israel daran festhält, dass es ein demokratischer Staat nur fűr den jűdischen Teil der Bevölkerung ist

    Das ist Käse, s.o.
    Und damit greift ebenfalls der Vorwurf der Apartheid ins Leere.

    Wenn sie sich die Geschichte der Friedensverhandlungen anschauen, 1993, 2000, 2007), dann wüssten Sie, dass Israel jedesmal weitgehende Angebote gemacht hat. Die politische Führung der Palästinenser hat nicht nur alle Vorschläge abgelehnt, sondern auch keinen einzigen Gegenvorschlag gebracht.

    Was ist mit der Charta der Hamas, der Hisbollah und der Fatah? Kennen Sie die? Wissen Sie, was dort steht? Für die Palästinenser ist nicht nur Judäa und Samarien besetztes Land, sondern ganz Israel.

    Vielleicht sollten Sie erst einmal mit der Ideologie der Hamas und Konsorten beschäftigen, bevor Sie weiter auf Israel einhacken (Wobei Sie das dürfen, aber faktenresistent sollten Sie dabei nicht sein). Die Ideologie, Ziele und Vorgehensweisen dieser Leute lassen sich damit erklären, dass ihnen irgendwie Unrecht geschehen ist. Dann wäre die Welt nämlich voll mit Leuten dieses Schlages.

  8. Martina Lauer Says:

    Der Artikel “Ethnische Geiselhaft” wurde von Ihnen als antisemitisch bezeichnet. Warum?
    Nation und Nationalstaat sind Konzepte des 19. Jahrhunderts, von einer jűdischen Nation zur Zeit der Bibel zu sprechen ist historisch nicht gerechtfertigt. Fűr Zionisten aber wichtig, weil man so seinen Anspruch auf das Land rechtfertigt.
    Palästinenser, Muslims und Christen, haben jahrhundertelang mit Juden in Frieden gelebt. Progrome und der Holocaust sind Teil der deutschen und europäischen Geschichte. Nicht der arabischen. Israelische Geschichtsbűcher beschreiben die schrecklichen Ereignisse in Hebron, erwähnen aber nicht, dass viele Palästinenser jűdische Nachbarn in ihren Häusern aufgenommen und so vielen das Leben gerettet haben. (Wieviele Deutsche können das von sich sagen?)
    Hebron ist ein Beispiel, wie zionistischen und palästinensische Interpretationen des Konfliktes divergieren, weil man sich nicht auf eine gemeinsame Geschichte einigen kann. 1948 ist fűr Palästinenser die „nakba“, der Verlust der Heimat, fűr Israel bedeutet 1948 Unabhängigkeit, Sicherheit und Rűckkehr ins Eigentum, was ethnische Säuberung als Mittel rechtfertigte. Beide sehen sich als Opfer der Gewalt. Wie kann eine Lösung des Konfliktes gefunden werden, wenn man sich nicht auf ein Minimum an geschichtlichen Fakten einigen kann?
    Palästinenser in Israel erleben Diskriminierung in vielen Bereichen. Ein Beispiel: Palästinenser aus Israel, die eine/n Palästinenser/in aus Jordanien oder der West Bank heiraten, können den Partner/die Partnerin nicht nach Israel bringen.
    Israel’s Apartheidregime ist in der West Bank noch deutlicher : Strassen fűr den ausschliesslichen Gebrauch jűdischer Siedler, unterschiedliche Sicherheitsausweise fűr beide Gruppen, die PA, die unter isrealischer Oberhoheit nur fűr Palästinenser zuständig ist.(In Sűdafrika nannte man das „homeland rule“).
    Die Rűckkehr von Deutschen aus der ehemaligen SU bedeutetet nicht die Vertreibung der Einheimischen!
    Zwei grossartige Lösungen fűr den Konflikt: Jimmy Carter, Palästina. Frieden oder Apartheid, spricht von einer Zweistaatenlösung. Ali Abunimah, One Country, setzt sich wie viele Exilpalästinenser fűr einen Einheitsstaat ein, ein Israel fűr alle. (Siehe auch seine website)

  9. Markus Says:

    Ich nenne den Artikel deshalb antisemitisch, weil er klassische Ressentiments bedient:
    „Erstens macht es aus allen Nicht-Juden, die in Is­rael leben, Menschen zweiter Klasse. Doch es gibt noch einen weiteren, hohen Preis zu zahlen: Israel behauptet heute aggressiver denn je, nicht nur für einen jüdischen Staat zu sprechen und zu han­deln, sondern für alle Juden. Das macht die Juden weltweit zu unfreiwilligen Komplizen der israelischen Politik. Kein Wunder, dass der Antisemitismus wieder wächst.“

    1. Juden sind bessere Menschen und machen andere zu Bürgern 2. Klasse.
    2. Israel spricht für alle Juden.
    3. Die Juden sind am Antisemitismus selber Schuld.

    Und er spricht Israel das Existenzrecht ab. Die UNO, die Briten und viele andere haben den Juden das Land Israel völkerrechtlich zugestanden. Wieso kommt also jemand auf die Idee, Israel habe kein Existenzrecht?

    Ihr eigener Nationalstaatsbegriff ist recht seltsam. Es ist doch völlig egal, ob Nationalsstaaten im 19. Jahrh. entstanden sind oder nicht. Die Juden wollten nach all den Jahrhunderten der Verfolgung einen eigenen Staat, weil das 1947/48 nun mal die Form war, in der sich Menschen als Gesellschaft mit eigenen Gesetzen organisiert haben. Und es wurde ihnen zugestanden. Und wieso sollte es historisch nicht gerechtfertigt sein, von Israel zur biblischen Zeit als einer jüdischen Nation zu sprechen? Was ist das für ein Unsinn? Gab es demnach die Römer auch nicht? Oder die Griechen?

    Ihre Beispiele, dass isr. Araber Diskriminierung erleben, kann ich nicht widerlegen. Diese Diskriminierung ist für mich ein trauriger Nebeneffekt des Konfliktes. Trotzdem bleiben 2 Sachen ein Fakt: Erstens wohnen die Araber zu einem großen Teil lieber in Israel als anderswo (warum?) und zweitens drehen sie doch einmal die Sache um: Ein Jude wohnt im Gazastreifen. Was würde der wohl erleben? Und wie lange?
    Da behandeln die Israelis die Araber wohl etwas besser.

    Mit „Homeland rule“ hat das nichts zu tun. Die Israelis wären die Kontrolle über diese Landesteile sicherlich gerne los, wenn sie sicher sein könnten, dass sie dann Ruhe, Frieden und Sicherheit hätten. Aber was passiert, wenn sie die Kontrolle aufgeben, sieht man ja im Gazastreifen. Der Osloprozess sah eine schrittweise Übergabe der Kontrolle von den Israelis an die Palästinenser vor. Jeder weitere Schritt war an Bedingungen geknüpft, die von der PA nicht erfüllt wurden. Wenn die Palästinenser wollten, hätten sie schon längst ihren eigenen Staat.

    Haben sie sich mal überlegt, wieviel Geld seit 2005 in den Gazastreifen und ins Westjordanland geflossen sind? Das sind mind. zich Milliarden. Wo ist das Geld geblieben? Haben es Hamas oder Fatah geschafft, damit ein Staatswesen aufzubauen? Wollten sie das überhaupt? Nein, denn der Großteil ist in Waffenbeschaffung geflossen oder in die Taschen einzelner gegangen.

    Die Rűckkehr von Deutschen aus der ehemaligen SU bedeutetet nicht die Vertreibung der Einheimischen!

    Richtig. Aber es wurde ihnen das Recht zugestanden, in das Land ihrer Vorfahren zurückzukehren, obwohl sie noch nie da waren.
    Und wie gesagt: Die Vertreibung der Palästinenser – die Nakba – ist ein Narrativ der Palästinenser. Wer es einfach so übernimmt, begeht einen historischen Fehler. Der Konflikt begann in den 20er Jahren, erreichte dann Ende der 30er und 40er Jahre einen Höhepunkt. Der Mufti von Jerusalem war ein Nazi und hatten engen Kontakt zu Hitler und Göring. Er wünschte sich die Vernichtung der Juden und hoffte auf die Hilfe der Deutschen.

    Die „Vertreibung“ darauf zu verkürzen, dass die Juden die Palästinenser rausgeschmissen haben – also eine Art ethnischer Säuberung – zeugt von großer historischer Unkenntnis oder dem bewußten Verfälschen bzw. der falschen Deutung historischer Fakten. Das was 1948 geschah, war das Ergebnis eines langes Konfliktes mit viel Leid. Auslöser für die Flucht war der Angriff der 5 arabischen Nachbarstaaten.

  10. Freiheit Says:

    armer irrer

  11. Martina Lauer Says:

    Die Diskriminierung von Palästinensern ist kein “tragischer Nebeneffekt”, sondern gezielte Politik. Moshe Dayan beschrieb das 1967:“Wir haben Euch (den Palästinensern) nichts anzubieten.Ihr werdet wie die Hunde leben. Wir werden sehen, wohin uns das bringt.“ Das Massaker in Gaza 2008/2009 war ein Beispiel. Ein Leben als Menschen zweiter Klasse ist für Palästinenser Realität (kein Vorurteil).
    Israel’s Existenzrecht ist durch Versprechen der britischen Kolonialmacht, UN Resolutionen und Garantieen der USA anerkannt. Das gleiche gilt fűr einen Staat der Palästinenser. Wenn aber Netanyahu’s Likud davon spricht, dass“ jűdische Gemeinschaften in Judäa, Samaria (und Gaza, vor 2005) die Verwirklickung von zionistischen Werten“ sind , „Ausdruck des nicht-anfechtbaren Rechtes des jűdischen Volkes auf das Land Israel“(www.knesset.gov.il/elections/knesset`5/elikud_m.htm.), dann kann es keinen unabhängigen palästinensischen Staat im Westjordanland geben.
    Oslo hat die israelische Politik der Fragmentierung der West Bank zementiert. Die Aufteilung der West Bank in Zonen A(Palästinensische Autorität), B(Pal/Isr.) und C(Israelische Kontrolle) hat die Mobilität von Menschen und Waren weiter reduziert und damit zu Verarmung und Arbeitslosigkeit beigetragen. Die Wasserversorgung ist ein weiteres Problem, weil Israel unter den Verträgen von Oslo und seit dem Bau der Annektierungsmauer die wichtigsten Wasserquellen der West Bank kontrolliert. Palästinenser in der West Bank können ca.70l pro Tag komsumieren, israelische Siedler bis zu 350l. Wassermangel in den palästinensischen Dörfern fűhrt zu Gesundheitsproblemen, bei Kindern oft zu vorzeitigem Nierenversagen, und erschwert den landwirtshaftlichen Anbau. http://www.thenation.com/doc/20060626/taamallah
    Die Gelder der EU fliessen nicht nur in die Taschen korrupter Parteifunktionäre, sondern subventionieren auch die israelische Wirtschaft, weil Palästinenser keinen freien Zugang zu den Märkten von Jordanien oder Ägypten haben. Wirtschaftswunder werden unter diesen Bedingungen nicht geschaffen.
    Die Lage der Palästinenser hat sich seit dem letzten Jahrhundert kaum verändert. Die Vertreibung der einheimischen Bevőlkerung in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, von Benny Morris bis Ilan Pappe wissenschaftlich dokumentiert, wird heute wieder diskutiert als „Transfer“ der verbleibenden Palästinenser in den einzigen palästinensischen Staat, der vom Netanyahu/Lieberman Kamp anerkannt wird, Jordanien. Wir haben anscheinend immer noch nicht gelernt, dass Menschenrechte und Vőlkerrecht der Masstab unserer Politik sein müssen. Wenn wir wirklich Frieden wollen. Und Lektionen von unserer Geschichte ernst nehmen.

  12. Markus Says:

    Ein Leben als Menschen zweiter Klasse ist für Palästinenser Realität (kein Vorurteil)

    Das stimmt. Aber die die Diskriminierung ist eine wesentliche größere seitens der Palästinenser untereinander (Männer — Frauen, Hamas — Fatah, Pro-Israel — Gegen-Israel, sunnitisch — shiitisch) als Israel gegen die Palästinenser.
    Sie nehmen das (wahrscheinlich aus dem Zusammenhang gerissene) Zitat eines einzelnen Mannes und das muss für eine ganze Staatsdoktrin herhalten? Und der Rest, was die Israelis den Palästinensern an Friedensangeboten gemacht haben, fällt für Sie einfach unter den Tisch? Die Angebote von Olmert, Barak und Netanjahu? Die immer wieder erklärte Ansicht zum Frieden? Ich bastele mir meine eigene Weltsicht: In die kommt nur hinein, was mir passt. Fakten stören da nur. Oder was?

    Und wenn die Israelis über ein Recht sprechen, dann bedeutet das doch nicht automatisch, dass sie dieses Recht mit aller Gewalt verteidigen! Es geht erst einmal um die Anerkennung des Rechts und dann kann man darüber sprechen, wie man sich einigt. Man kann auch – und das haben die Israelis immer Gegensatz zu den pol. Führer der Palästinenser immer wieder bewiesen – dazu bereit sein, auf gewisse Rechte zu verzichten, wenn man dafür einen Kompromiss erzielen kann – siehe Abzug aus dem Gazastreifen.
    Die Palästinenser aber erkennen Israel ja systematisch alle Rechte auf jegliches Land ab – das ist der springende Punkt! Vielleicht sollten Sie sich nicht nur mit Israels Verhalten, sondern auch mit dem der Palästinenser beschäftigen. Dann erkennen Sie vielleicht, wer die Ursache für was ist.

    Und die letzten 3 Absätze Ihrer Ausführungen sind gespickt mit falschen Annahmen bzw. falschen Schuldzuweisungen. Kommen bei Ihnen die Palästinenser nur als hilflose Opfer vor? Haben die alles richtig gemacht?

    Annektierungsmauer? Absolut lächerlich!! Die Mauer bzw. der Zaun wurde nach der 2. Inifada gebaut, weil Palästinenser irrsinnige Terroranschläge in Israel verübt haben. Nach dem Bau ging die Anzahl der Anschläge um über 90% zurück. Können Sie sich jetzt vorstellen, warum diese Mauer gebaut wurde?

    Wasserprobleme? Ja. Siehe hier

    Sie gehen von einer bestimmten Voraussetzung aus: Israel hat immer und sowieso Schuld, die Palästinenser sind nur Opfer.
    Sie sollten diese Voraussetzung einmal in Frage stellen, dann bekommen Sie auch andere Ergebnisse.

  13. Martina Lauer Says:

    Gaza, das Westjordanland und Ostjerusalem wurden im Krieg 1967 erobert. Es ist eine absolute Grundlage internationalen Rechtes, dass Land nicht durch Krieg gewonnen werden kann. 2004 stellte der Internationale Gerichtshof deshalb klar, in seinem Urteil zum rechtlichen Status der Mauer, dass diese drei Territorien besetztes palästinensisches Gebiet sind.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden u.a. in der Vierten Genfer Konvention Regeln für das Verhalten von Besetzern festgelegt. Ein Land, das ein Gebiet besetzt, kann die eigene Bevőlkerung nicht in dieses Gebiet umsiedeln. Kann die Wirtschaft des besetzten Gebietes nicht strangulieren. Kann keine Ressourcen stehlen. Hat eine Fürsorgepflicht für die Menschen in diesem besetzten Gebiet etc.
    Israels Siedlungspolitik ist illegal, die Siedlungen sind illegal, die Blockade Gazas ist illegal, Bombardierungen, aussergerichtliche Tőtungen sind illegal. Checkpoints und Schliessungen sind illegal.
    Israelische Truppen haben den Gazastreifen verlassen, umzingeln aber das Gebiet und kontrollieren die Grenzen zu Land, Wasser und den Luftraum. Israel hat die verantwortung fűr das Wohlergehen der Menschen in Gaza.
    Will man wissen, was die israelische Regierug mit Palästinensern plant, sieht man sich die Realität des Lebens für Palästinenser an. Nicht was Politiker versprechen.
    Die Apartheidbarriere in Israel/Westbank wurde vom IGG für illegal erklärt, weil sie nicht auf der Grünen Linie verläuft. Wenn fertiggestellt, wird die Mauer zu über 80% im Westjordanland verlaufen. Sie ist doppelt so lange wie die Grüne Linie. Sie wird dann die wichtigsten, illegalen israelischen Siedlungen umschliessen und die Mobilität von ca. 500 000 Palästinensern einschränken. Im Zuge des Mauerbaus wurden 3271 Häuser demoliert und tausende von Olivenbäumen zerstőrt. Das Land zwischen der Mauer und der Grünen Linie wird zur Zeit in Abschnitten zur militärischen Zone erklärt, Bauern brauchen dann ein Besuchervisum, um ihre Felder in diesen Abschnitten zu bearbeiten. Falls sie ein Visum erhalten. Das Land wird schrittweise annektiert.
    .Ein kleines Dorf in der Westbank, Bilin, hat diese Woche erfahren, dass der Verlauf der Mauer bei Bilin geändert wird. Nach einem Gerichtsbeschluss des israelischen Obersten Gerichtes vor zweieinhalb Jahren wurde die Route der Mauer nicht aus Sicherheitsgrűnden geplant, sondern um zukűnftige Siedlerwohnungen zu umschliessen. Also Annexion von Land fűr eine Kolonisierung durch Israel. Siehe Jerusalem Post
    Kritk an Israel ist nicht unbedingt pro-palästinensisch. Wenn man davon űberzeugt ist, dass internationales Recht und Menschenrechte der Masstab fűr Aktionen eines demokratischen Staates sein műssen, dann muss man das auch von Israel einfordern.

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