Kirchensteuer ersetzen

Hier noch einmal eine Kurzfassung des Artikels von Pfarrer Hans Löhr in Sachen Kirchensteuer:

Kirchensteuer ersetzen
2010 brechen die Kirchensteuereinnahmen in Bayern um 20 Prozent oder ein Fünftel ein. In den Folgejahren hält der Trend voraussichtlich an. Die Austrittszahlen steigen 2009 auf über 20.000. Die evang. Kirche steckt seit Jahren in einer negativen Spirale nach unten. Alle Versuche, ihn zu stoppen oder gar umzukehren sind fehlgeschlagen. Ausbildungsstätten (Evang. Fakultäten und kirchl. Hochschule, Evang. Akademien, Gemeindeakademie, Amt für Gemeindedienst), Kirchenleitung, Programme, Aktionen, Beauftragte sind in dieser Hinsicht nicht erfolgreich gewesen.

Pfarrer Hans Löhr spricht sich deshalb für eine grundsätzliche Neuorientierung aus. Seines Erachtens ist der wirksamste Hebel zur positiven Veränderung, dass die Kirchensteuer durch Mitgliedsbeiträge und Spenden in den Kirchengemeinden erstezt wird. Seit ihren Anfängen kommen christliche Gemeinden weltweit ohne Kirchensteuer zurecht und finanzieren so ihre Gemindeaktivitäten, ihre diakonischen Aufgaben, ihre Infrastruktur und ihr Personal. Lediglich in Skandinavien und der Schweiz gibt es ein der deutschen Kirchensteuer vergleichbares Finanzierungssystem.

Die Gemeindeglieder sind aber auch in unserem Land mündig genug, um selbst entscheiden zu können, was sie finanziell unterstützen und mittragen möchten. Dadurch wächst auch wieder das Interesse an den Angeboten, die von ihnen direkt finanziert werden. Nach Erfahrungen in der Pfarrei Sommersdorf-Thann wird für Aktivitäten, die einsichtig und erfolgreich sind, wie die Arbeit mit Kindern, ein neu konzipierter Gottesdienst für die mittlere und jüngere Generation oder das gemeindeeigene AIDS-Waisenprojekt in Tansania gern und großzügig gespendet.

Die Kirchensteuer aber lähmt Initiative und Erneuerung. Sie hat alle Nachteile einer Finanzierung durch Subventionierung. Sie bewirkt, dass die Kirchengemeinden durch Kirchenleitung und Hauptamtliche finanziell bevormundet werden und verhindert, dass sich die Kirche im ganzen der Realität stellt und die ökonomischen Unsicherheiten ihrer Mitglieder teilt. In einer Kirche ohne Steuern, die auf mehr Partizipation ihrer Mitglieder setzt, wächst die Chance, dass auch wieder mehr Menschen für den Glauben gewonnen werden können. Das ist ihr Auftrag von Anfang an.

Hans Löhr, Dezember 2009

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Eine Antwort to “Kirchensteuer ersetzen”

  1. Daniel Says:

    Na – hoffen wir, dass jetzt etwas Bewegung in die Sache kommt…!

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