Aus Protest: Keine Spenden für Diakonisches Werk

Der Streit um die Diakoniesammlung in Sommersdorf und Thann (Siehe Diakonie auf Abwegen) geht weiter. Hier der neueste idea-Bericht:

idea, 06. Februar 2010

Zwei mittelfränkische Gemeinden trotzen der bayerischen Kirchenleitung.

Sommersdorf/Thann (idea) – Aus Protest gegen das frühere Geschäftsgebaren der Rummelsberger Anstalten wollen zwei mittelfränkische Kirchengemeinden in diesem Jahr keine Sammlungen und Kollekten für das Diakonische Werk Bayern durchführen. Aus den Erträgen werden auch große Einrichtungen wie die Rummelsberger Anstalten bezuschusst.

Nach Ansicht der Kirchenvorstände der beiden Gemeinden in Sommersdorf und Thann wurde die Glaubwürdigkeit der Diakonie dadurch schwer beschädigt, dass sich die Rummelsberger Geschäftsleitung in den vergangenen Jahren wie ein finanzieller „Selbstbedienungsladen“ verhalten habe. Die Gremien kritisieren insbesondere, dass der Hauptgeschäftsführer Christian Tölken bei seinem Ausscheiden 2006 450.000 Euro Abfindung kassiert und der damalige Rektor Karl Heinz Bierlein monatlich 2.000 Euro zusätzlich zu seinem Gehalt bekommen habe, während gleichzeitig Mitarbeiter mit Zeitarbeitsverträgen am unteren Ende der Lohnskala für weniger Geld länger arbeiten mussten. Angesichts solcher Missstände wollten es die Kirchenvorstände den Gemeindemitgliedern nicht zumuten, für die Landes-Diakonie zu spenden, teilte Pfarrer Hans Löhr mit. Opfer und Kollekten gingen künftig direkt an die örtliche Diakoniestation.

Kritik von der Kirchenleitung

Die Kirchenleitung kritisierte den Beschluss. Landesbischof Johannes Friedrich (München) nannte ihn „völlig falsch“, und Regionalbischof Christian Schmidt (Ansbach) verlangt eine Rücknahme. Die Kirchenvorstände blieben jedoch bei ihrem Beschluss, so Löhr. Nach Angaben des Gemeindepfarrers werden nur zehn Prozent der Diakonie-Ausgaben durch Kirchensteuern, Spenden und Eigenmittel der Einrichtungen gedeckt. Der große Rest komme von den Sozialleistungsträgern oder seien öffentliche Zuschüsse. Das lege die Vermutung nahe, „dass die Kirche nur noch ein Feigenblatt ist für Sozialkonzerne, die sich längst verselbstständigt haben und nach eigenen Gesetzen ihren Betrieb organisieren“.

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