Feneberg (Föneberg, Fenneberg, Veneberg), Johann Michael (Nathanael, der Alte)

Hier der Artikel von Hildebrand Dussler über Feneberg:

Feneberg (Föneberg, Fenneberg, Veneberg), Johann Michael (Nathanael, der Alte)

katholischer Theologe, * 9.2.1751 Marktoberdorf (Bayerisch Schwaben), † 12.10.1812 Vöhringen/Iller.

Genealogie

V Matthäus (1703–64), Wirt u. Bauer, Bauern-S; M Maria Anna (1726–85), T d. Bräuwirts Karl Nieberle in Denklingen; 21 Geschw., u. a. Halb-B Jos. Aloys v. Frölich (1766–1841), Dr. med., württ. Hofrat, Leibmedikus u. Medizinalrat, Naturforscher; Vt Martin Boos († 1825), kath. Theol. (s. NDB II); Groß-N Franz Ehrle († 1934), Philosophiehistoriker u. Bibliothekar, Kardinal (s. NDB IV).

Leben

Nach den niederen Studien bei den Jesuiten in Kaufbeuren und Augsburg trat Feneberg am 13.9.1769 ins Jesuitennoviziat zu Landsberg/Lech ein. Hier knüpfte er im 2. Noviziatsjahr eine Lebensfreundschaft mit J. M. Sailer. Während der philosophischen Studien zu Ingolstadt traf ihn 1773 die Aufhebung seines Ordens. Von Haus aus mittellos, mußte er eine Magisterstelle am ehemaligen Jesuitengymnasium Regensburg annehmen und privatim Theologie studieren, um 1775 die Priesterweihe empfangen zu können. Als Frühmeßbenefiziat seiner Heimat (1779–93) folgte er 1785 einem Ruf in den Lehrkörper des Dillinger Gymnasiums, wo er der fortschrittlichen Partei Sailers zugetan war. Der von ihm dort verfaßte neue Gymnasiallehrplan betonte die Muttersprache und die Realien, verfeindete ihn aber deshalb mit den reaktionären Lehrkräften. Als Pfarrer von Seeg/Allgäu (1793–1805) verlor er durch Sturz mit dem Pferd ein Bein. Unter Einfluß seines Vetters Martin Boos schloß er sich der Allgäuer Erweckungsbewegung (sogenannte Aftermystik) an, deren „Zentrum“ sein Pfarrhof wurde. Das Augsburger Ordinariat maßregelte ihn deshalb über Gebühr, ohne ihn innerlich umzustimmen. Ständig verschuldet, wechselte Feneberg 1805 auf die einträglichere Pfarrei Vöhringen/Iller. Mystische und schriftbezogene Innigkeit machen ihn zu einer lebendig religiösen, unantastbar lauteren und zur sympathischsten Gestalt der bayerischen Erweckungsbewegung. Durch seine überzeugende Glaubenswärme und seinen heiligmäßigen Wandel wirkte er auf die Menschen seiner Umgebung im kleinen Kreis wie Sailer durch sein Schrifttum im großen.

Werke

Fragen f. Kinder a. d. ev. Gesch. z. Weckung d. Nachdenkens üb. dieselben, 3 Hh., Öttingen 1788-92; Übers. d. NT, hrsg. v. M. Wittmann, 1808.

Literatur

ADB VI; J. M. Sailer, Aus F.s Leben, 1814 (mit F.s Schulplan, P: Stich v. A. Schön n. Gem. v. C. Huber); V. Thalhofer, Btrr. zu e. Gesch. d. Aftermysticismus, 1857, S. 68 ff.; H. Schiel, Joh. Mich. Sailer, Briefe, 1952, S. 623 f.; ders., in: Zs. f. bayer. KG 26, 1957, S. 163; H. G. Dussler, J. M. F., und die Allgäuer Erweckungsbewegung, = Einzelarbb. aus d. KG Bayerns 33, 1959; LThK; PRE. – Zu Halb-B J. A. v. Frölich: K. O. Müller, in: Schwäb. Lb. I, 1940, S. 202-07 (W, L). H. G. Dussler, in: Lb. a. d. Bayer. Schwaben VII, 1959, S. 351-68 (W, L, P).

Quelle: Hildebrand Gg. Dussler OSB, „Feneberg (Föneberg, Fenneberg, Veneberg), Johann Michael (Nathanael, der Alte)“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 77

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