Max Josef Metzger

Metzger

Wer im bayerischen Schwaben nach glaubwürdigen Zeugen für das Evangelium sucht, wird in Meitingen fündig. Der katholische Priester Max Josef Metzger, der unter der nationalsozialistischen Herrschaft den Märtyrertod starb, hat kurz vor seiner Hinrichtung die folgenden Worte ausgesprochen: „Ich habe mein Leben Gott angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche.“

Max Josef Metzger

Von Gerhard Voss

Metzger, Max Josef, geboren am 3.2.1887 in Schopfheim (Baden), gestorben am 17.4.1944 (Hinrichtung im Zuchthaus Brandenburg). Er war Wegbereiter der Una-Sancta-Bewegung, Dr. theol. (1910), katholischer Priester (1911, Freiburg). Metzger mühte sich zunächst um eine Verlebendigung des Christentums sowohl durch missionarischen Einsatz für die sittliche Bekehrung des einzelnen als auch durch eine auf eine evangeliumsgemäße Erneuerung von Kirche und Welt zielende Friedensarbeit. 1915 wurde er in Graz Generalsekretär beim „Kreuzbündnis — Verband absti­nenter Katholiken“. 1917 gründete Metzger (gemeinsam mit W. Impekoven) das „Weltfriedenswerk vom Weißen Kreuz“ (seit 1920: „Weißes Kreuz, Katholische Innere Mission“). Daraus erwuchs als geistliche Gemeinschaft (Säkular-Institut) die „Societas Christi Regis“ (Christkönigs-Institut), seit 1928 in Meitingen bei Augsburg.

Seit 1923 betrachtete Metzger mehr und mehr ökumenische Arbeit als vorrangige Aufgabe wirksamer christlicher Friedensarbeit. 1927 nahm er als Beobachter an der 1. Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung in Lausanne teil. 1938/39 gründete er die Bruderschaft Una Sancta. Dabei verstand er „Bruderschaft“ nicht als Organisation, sondern mit Berufung auf Mt 23,8 als eine Gegebenheit aller Christen in den getrennte Konfessionen und Kirchen (Metzger gebrauchte den Plural!) aufgrund der einen Taufe, die es durch Gebet und ökumenische Begegnungen zu verlebendigen gilt. Seine rege Tätigkeit in Vorträgen, Kleinschriften, Rundbriefen und Tagungen (1939/40 Meitinger Ökumenische Gespräche) machte ihn zum Bindeglied der an vielen Orten entstandenen Una-Sancta-Kreise katholischer und evangelischer Christen.

Todesurteil Metzger

Todesurteil Max Josef Metzger durch Freislers „Volksgerichtshof“

Aufgrund seiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen für die Zeit nach dem Krieg, dargelegt in einem vertraulichen Memorandum, das den Nationalsozialisten in die Hände fiel, wurde Metzger am 17.4.1944 durch Enthauptung hingerichtet.

Literatur: F. Siegmund-Schultze, Max Josef Metzger, in: G. Gloede (Hrsg.), Ökumenische Profile 1, 1961, 354-70; M. Möhring, Täter des Wort, 1966; P. Engelhardt, Max Josef Metzger, Freiburg (Schweiz), 1980.

Quelle: Ökumene-Lexikon, 2. A., Sp. 811f.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: