Luther und die Eucharistie

Lucas Cranach d. J. - Luther beim Abendmahl

Im Zweifelsfall den Altmeister lesen, der ab und an doch noch zu überraschen weiß. In seiner Vermahnung zum Sakrament des Leibes und Blutes unsers Herrn von 1530 finden sich Worte von ihm über die Wichtigkeit des Lobopfers bzw. des eucharistischen Gebets verbunden mit einer schroffen Ablehnung des Messopfergedankens:

„Willst du nun ein »Gottmacher« werden, so komm her, höre zu, er will dich die Kunst lehren, daß du es nicht verfehlest und einen Götzen, sondern den rechten Gott zum rechten Gott machest: nicht, daß du seine göttliche Natur machen sollst, denn die ist und bleibt ewiglich ungemacht, sondern du kannst ihn dir zum Gott machen, daß er dir, dir, dir auch ein rechter Gott werde, wie er vor sich selbst ein rechter Gott ist. Das ist aber die Kunst, kurz und sicher dargelegt: »Das tut zu meinem Gedächtnis«. Lerne sein gedenken, das ist, wie gesagt: predigen, preisen, loben, zuhören und danken für die in Christus erzeigte Gnade. Tust du das, siehe, so bekennst du mit Herz und Mund, mit Ohren und Augen, mit Leib und Seele, daß du Gott nichts gegeben habest noch geben könntest, sondern daß du alles und alles von ihm habest und nehmest, besonders das ewige Leben und die unendliche Gerechtigkeit in Christus. Wo aber das geschieht, da hast du ihn dir zum rechten Gott gemacht und mit solchem Bekenntnis seine göttliche Ehre erhalten. Denn das heißt ein rechter Gott, der da gibt und nicht nimmt; der da hilft und nicht helfen läßt; der da lehrt und regiert und sich nicht lehren noch regieren läßt. In Summa: der alles tut und gibt, und der niemandes bedarf, und solches alles umsonst aus lauter Gnade tut, ohne Verdienst, den Unwürdigen und Unverdienten, ja den Verdammten und Verlornen. Solches Gedächtnis, Bekenntnis und solche Ehre will er haben.“

Hier der vollständige Text: Luther – Ermahnung zum Sakrament des Leibes und des Blutes unseres Herrn

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