DITIB und Moscheen in Deutschland

Ist es akzeptabel, dass Moscheen in Deutschland über die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB)“ eng mit dem türkischen Religionsministerium verbunden sind? Selbstverständlich, denn schließlich gewährleistet gerade diese Verbindung ein Islamverständnis, das sich mit der türkischen Variante des Laizismus arrangiert hat. Somit kann in diesen Moscheen keine wahhabitische Lehre wie in Saudi-Arabien zum Zuge kommen.

Und grundsätzlich gesagt schließt das Recht auf Religionsfreiheit auch das Recht ein, sich in religiösen Dingen an Organisationen oder Einrichtungen zu binden, die nicht im eigenen Land lokalisiert sind. Wer die Verbindung von DITIB zum türkischen Religionsministerium beanstandet, könnte mit dem gleichen Grund die Verbindung der römisch-katholischen Diözesen zum Vatikan und insbesondere zum Papst monieren. Das haben schon einmal Protestanten Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland getan, als sie katholischen Mitbürgern mit ihrer Pflicht zum Glaubensgehorsam gegenüber dem obersten Lehramt der Kirche mangelnde Loyalität gegenüber dem eigenen Staat vorwarfen.

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Eine Antwort to “DITIB und Moscheen in Deutschland”

  1. Ron Kubsch Says:

    Lieber Dr. Teuffel,

    woher stammt ihre Gewissheit in dieser Frage? Zahlreiche Islamexperten bewerten die DITIB anders (Tibi, Spuler-Stegemann). Sogar DIE ZEIT schrieb 1998:

    „Aber als unterwandert gilt selbst DITIB, der Dachverband, den die türkische Religionsbehörde kontrolliert. Früher standen Predigten und Unterricht in den DITIB-Moscheen ausnahmslos für einen unpolitischen Koran. Heute haben dort `viele Gefolgsleute Erbakans sowie Anhänger islamischer Ordensgemeinschaften Unterschlupf gefunden sagt die Turkologin Petra Kappert von der Universität Hamburg“.

    Quelle: http://www.zeit.de/1998/31/199831.islam-unterricht.xml

    Oder:

    „DITIB ist den politischen Schwankungen und Bewegungen der türkischen Politik ausgesetzt und kann immer nur so laizistisch sein, wie die türkische Regierung es zulässt. Hinzu kommt eine seit Jahren fortschreitende Unterwanderung durch islamistische und radikal nationalistische Organisationen und Parteien. Es bestehen auch personelle Querverbindungen zu islamistischen Organisationen wie die IGMG.“ (Canan Atilgan: türkische politische Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland. Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2002)

    Liebe Grüße, Ron

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