Wider eine Basarethik. Warum es keine christlichen Werte gibt

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Wer von christlichen Werten spricht, ist sich in der Regel nicht bewusst, dass sich die Rede von gesellschaftlichen bzw. sittlichen Werten einer Wertephilosophie aus dem 19. Jahrhundert verdankt. Weder in der Bibel noch bei den Kirchenvätern oder Reformatoren ist von irgendwelchen ethischen Werte die Rede, mit gutem Grund. Der Wertbegriff hat seinen Ursprung in der Ökonomie und steht letztlich für eine Basarethik: Da sich die Dinge unterschiedlich bewerten lassen, kann man um gesellschaftliche Werte feilschen.

Was für Christen gilt, sind weder subjektive noch kollektive Wertschätzungen, sondern göttliche Gebote. Mit dem Propheten Micha gesprochen: „Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert: Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen.“ (Micha 6,8) Christen brauchen sich auf keine Wertediskussionen einlassen. Da man für abstrakte Werte nicht persönlich einstehen kann, ist die Rede von christlichen Werten letztendlich unverantwortlich. Anders verhält es sich hingegen mit Tugenden, die personengebunden sind.

Vgl. dazu Robert Spaemanns Artikel „Vorsicht: Wertegemeinschaft“.

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Eine Antwort to “Wider eine Basarethik. Warum es keine christlichen Werte gibt”

  1. Daniel Says:

    …und überdies gibt es für die so genannten „christlichen Werte“ auch keinen christlichen Alleinvertretungsanspruch…

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