Ob man vor dem Sterben fliehen möge

SARS - Gottesdienst

Gottesdienst in der Praise-Lutheran-Church in Mongkok während der SARS-Epidemie im Frühjahr 2003

Als damals im Frühjahr 2003 in Hongkong die SARS-Epidemie eine Millionenstadt in den Ausnahmezustand versetzt hat, ist mir eine Schrift Martin Luthers besonders nahegekommen – „Ob man vor dem Sterben fliehen möge“ von 1527. In ihr erörtert Luther aus Anlass einer Pestepidemie in Wittenberg die Frage, ob man als Christ beziehungsweise Pfarrer eine von der Pest bedrohten Stadt verlasse dürfe. In der Auseinandersetzung mit dem vermeintlichen Übeltäter, dem Teufel, findet Luther die stärksten Worte des Glaubens:

Hat Christus sein Blut für mich vergossen und sich um meinetwillen in den Tod gegeben, warum sollte ich mich nicht auch um seinetwillen in eine kleine Gefahr begeben und eine ohnmächtige Pest nicht anzusehen wagen? Kannst du schrecken, so kann mein Christus stärken; kannst du töten, so kann Christus Leben geben; hast du Gift im Maul, Christus hat noch viel mehr Arznei. Sollte mein lieber Christus mit seinem Gebot, mit seiner Wohltat und allem Trost nicht mehr in meinem Geist gelten als du leidiger Teufel mit deinem falschen Schrecken in meinem schwachen Fleisch? Das wolle Gott nimmermehr! Hebe dich, Teufel, hinter mich. Hier ist Christus, und ich bin sein Diener in diesem Werke; der sollʼs walten! Amen.

Der vollständige Text findet sich hier: Luther – Ob man vor dem Sterben fliehen möge.

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