Evangelium Jesu Christi als Skandalgeschichte des Kreuzes

Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp zeigt sich empört: „Es ist für mich ein Skandal, wenn Kabarettisten die zentrale Glaubensgestalt der Christen in sinnfreien Klamauk einbeziehen.“ Auf der alternativen Kölner „Stunksitzung“ zeigt ein Sketch über die menschliche Mobilitätsentwicklung Jesus, der grinsend auf einem Elektroroller zu seiner Kreuzigung fährt. Dazu läuft das Lied „Always look on the bright side of life“.

Anstößig in der Tat. Dabei verkennt jedoch der Generalvikar den wirklichen Skandal. In seinem ersten Brief an die Korinther bringt ihn der Apostel Paulus zur Sprache: „Denn da die Welt, umgeben von Gottes Weisheit, auf dem Weg der Weisheit Gott nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung jene zu retten, die glauben. Während die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit suchen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten – für die Juden ein Ärgernis (skandalon), für die Heiden eine Torheit (moria), für die aber, die berufen sind, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.“ (1Kor 1,22-25)

Der Gottessohn am Kreuz nackt und bloß, gestorben für die Sünde der Welt – das ist der eigentliche Skandal. Wenn Linksnarren sich über den Kreuzgang Jesu lustig machen, ist das ein „weltliches“ Echo auf diesen Skandal. Durch (un-)sinnige Blasphemie werden Christen schmerzlich daran erinnert, dass die Botschaft vom Kreuz in der Welt tatsächlich als ärgerniserregende Torheit zu gelten hat. Wer in der Blasphemie selbst den Skandal sieht, scheint den Glauben an das Evangelium Jesu Christi als Skandalgeschichte des Kreuzes verloren zu haben.

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