Einen Gott, den man sich denken kann, …

Selbstgespräch

In einem Artikel in der WELT vom 19. April 2012 wird der Frage nachgegangen, warum so wenige Ostdeutsche an einen Gott glauben. Der Studie Beliefs about God across Time and Countries von Tom W. Smith (NORC/University of Chicago) zufolge gilt Ostdeutschland als die Region mit der höchsten Atheismusdichte. In einen WELT-Interview macht Martin Mosebach hierfür nicht nur das Erbe der DDR, sondern auch Preußen und schließlich die Reformation mit dafür verantwortlich.

Was in der Tat mit von Bedeutung ist, ist der Verlust der liturgischen Praxis im Protestantismus. Der theologische Liberalismus mit seinem neuplatonischen Gottdenken propagiert ein aszetikfreies, aliturgisches und damit auch asoziales Christentum. Was selbst gedacht werden kann, muss eben nicht gemeinschaftlich ge­hört oder getan werden (siehe dazu auch meinen FAZ-Artikel „So hat es Luther nicht gemeint„. Jeder liberaltheologische Versuch, das Christentum in der Gesellschaft „hermeneutisch“ zu plausiblisieren, arbeitet einer liturgischen Erneuerung der Kirche entgegen.

Was der zunehmende Atheismus in Deutschland überzeugend demonstriert, ist die allgemeine Bedeutungs- und Hoffnungslosigkeit einer liberalprotestantischen Gottesideologie: Einen Gott, den man sich denken kann, kann man sich schenken.

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Eine Antwort to “Einen Gott, den man sich denken kann, …”

  1. Wilfried Büchse Says:

    Gemeint ist vermutlich:
    Einen Gott, den man sich denken kann, kann man sich schenken.

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