Wie begegnen wir Nichtchristen?

Im jüngsten ideaSpektrum Nr. 40/2012 ist ein lesenswerter Gastkommentar von Johannes Just, dem neuen Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, erschienen:

Wir reden über ihn. Wir suchen ihn. Und wir wünschen uns ihn – den Frieden. Aktuell werden folgende Fragen laut: „Kann es Frieden geben in einer Welt mit Muslimen? Kann man friedlich mit ihnen auskommen?“ Ja, das kann man. Ich habe es erlebt. Ich bin im Vielvölkerstaat der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen, nämlich in Kasachstan, und lebte dort Tür an Tür mit Deutschen, Russen, Türken, Kurden, Usbeken, Kasachen und Iranern. Wir unterstützten uns in alltäglichen Dingen. Meine Familie und ich waren in türkischen Häusern willkommen. Unsere Kinder spielten miteinander. In dieser multikulturellen Zusammensetzung lebten und erlebten wir trotz des Kommunismus ein friedliches Miteinander.

Gehöre ich etwa zur Mafia?

Ich könnte auch ein Lied von Diskriminierung singen. Wenn Menschen meinen Akzent hören, löst es aufgrund ihrer Erfahrungen die merkwürdigsten Reaktionen aus. Manche fragen, ob ich irgendwie der russischen Mafia angehöre. Und schon wird sie zugeschlagen, die Schublade. Wenn sich ein Mensch erst einmal darin befindet, wird er so schnell nicht wieder herausgelassen. Doch wie kann man solch trügerische Erfahrungen loswerden? Nun, indem man die Bereitschaft mitbringt, das Schubladendenken zu verlassen. Paulus schreibt im 2. Korintherbrief 6,12: „Eng ist nicht der Raum, den ihr in uns habt; eng aber ist’s in euren Herzen.“ Das ist auch für mich eine Herausforderung.

Auf theologische Debatten verzichten

Ich sage nicht, dass man alles gutheißen muss. Aber ich weiß, dass Liebe über Hass regiert. Wir sollten Muslime und Menschen anderer Religionen nicht durch theologische Debatten überzeugen, vielmehr sollten wir sie durch Liebe gewinnen und unseren Glauben praktisch und kühn vorleben. In einer Welt des Wandels hilft es mir, auf die konstanten Werte der Bibel zu achten. Der höchste ethische Wert darin heißt Nächstenliebe. Daraus leite ich mein Motto ab: „Menschen ins Reich Gottes hineinlieben!“ Es war die Liebe, die auch unseren Gott motivierte (Johannes 3,16): „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Wenn Muslime sagen: Sollte Jesus wirklich leben?

Ein Mensch ist es wert, als Gewinn oder Schatz betrachtet zu werden. Mit dieser Haltung begegne ich den Muslimen, die sich in ihrer Not an mich wenden. Ich erzähle ihnen, dass ich zu Jesus bete und von ihm alle Hilfe erwarte. Darauf sagen sie meist: „Wenn Jesus wirklich lebt, wird er auch handeln. Ich möchte ausprobieren, was Du sagst.“ Schon oft habe ich dann sehen dürfen, dass Jesus tatsächlich handelte und sich ihnen offenbarte. Wir dürfen uns nicht wundern, dass Menschen auf die Verunglimpfung ihres Glaubens mit Protest reagieren. Vielmehr sollten wir Christen lernen, unseren Glauben ebenso ernstzunehmen und ihn in Liebe, Mut und Echtheit vorzuleben.

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