So steht geschrieben im Lukasevangelium

Jetzt ist man so weit, dass exegetische Schriftbezeichnungen in die offizielle Kirchenliturgie Einzug halten. So heißt es in der Neufassung der Agende „Berufung, Einführung, Verabschiedung“ (UEK/VELKD) auf Seite 94 „So steht geschrieben im Lukasevangelium im 24. Kapitel“, als handle das Evangelium von einer Person namens Lukas oder aber enthalte Worte, die von einer Person namens Lukas autorisiert worden sind. Die liturgisch richtige Einführung der Worte Jesu müsste immer noch lauten: „So steht geschrieben im Evangelium nach Lukas (Evangelium secundum Lucam) im 24. Kapitel.“

Bei der Einführung der Kirchenvorstände (Seite 235f) wird dann ganz salopp formuliert: „Im 12. Kapitel des Römerbriefes heißt es“. Die klassische Formulieren „im Brief des Apostels Paulus an die Römer“ entfällt also. In der gesamten Agende wechseln sich liturgische und exegetische Einleitungsformeln munter ab, wohl ein Zeichen dafür, dass biblische Schriften nicht länger als Heilige Schrift gelesen, sondern einfach nur als zitationspassende Texte angeführt werden.

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Eine Antwort to “So steht geschrieben im Lukasevangelium”

  1. Wilfried Büchse Says:

    Darin sehe ich kein Problem. Der Begriff „Lukasevangelium“ oder „Lukas-Evangelium“ ist mindestens schon so lange gebräuchlich wie ich denken kann, das sind 60 Jahre, vermutlich noch viel länger. Das ist eine verkürzte Ausdrucksweise, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich, dass Lukas es lediglich aufgeschrieben hat, sogar unbeschadet der Möglichkeit einer Verbalinspiration.

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