Macht hoch die Tür – warum das Evangelium keinen Prunk verträgt

Barasoain Kirche in Malolos, Philippinen

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit“. Mit diesen Worten stimmen wir uns gottesdienstlich in den Advent ein. Unsere Türen und Tore scheinen nicht groß genug zu sein, um die göttliche Herrlichkeit einzulassen. Warum sollte es nicht in den Kirchen mit Glanz und Gloria, Pomp und Prunk zugehen dürfen? Das Beste vom Besten, das Feinste vom Feinsten, das Teuerste vom Teuersten – scheinbar alles Gott zu Liebe. Für ihn sollte uns doch nichts zu schade sein.

Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen,  zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ Mit diesen prophetischen Worten stellt sich Jesus in seiner galiläischen Heimatgemeinde in Nazareth vor (Lukas 4,16-21). Das Evangelium ist eine Botschaft für Arme, die kein kirchlicher Prunk verträgt: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,45) Wo es prunkvoll und pompös zugeht, stellt sich die Versuchung von selbst: Wer will sich nicht vor anderen in der Pracht der Macht sonnen? Man sucht (und zeigt) in der Kirche einen persönlichen Status, der einen über andere erhebt und diese die eigene Willkür spüren lässt.

Ja, in unseren Kirchen ist mitunter zu viel Geld, Besitz und persönliche Macht im Spiel. Sie vertragen sich nicht mit dem Evangelium Jesu Christi, wollen die göttliche Frohbotschaft gegenüber anderen unter Verschluss halten. Daher der Besinnungsruf zum Advent: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“ Die Tore und Türen, die sich für uns Christen weiten müssen, sind nicht aus Edelholz oder Edelmetall. Sie führen nicht in prächtig-pompöse Gemächer, sondern öffnen das Innerste unseres eigenen Lebens. So heißt es ja in der fünften Strophe des Adventsliedes:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

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