„Wir sind mutlos und tatenlos zurückgewichen, als die Glieder des Volkes Israel unter uns entehrt, beraubt, gepeinigt und getötet worden sind“ – Das Schuldbekenntnis der Kirchlich-theologischen Sozietät in Württemberg vom 9. April 1946 und die Streitschrift „Der Weg der Kirche“ (Mai 1945) aus der Feder von Paul Schempp

Paul Schempp 1952 komp

„Wir sind mutlos und tatenlos zurückgewichen, als die Glieder des Volkes Israel unter uns entehrt, beraubt, gepeinigt und getötet worden sind. Wir ließen den Ausschluss der Mitchristen, die nach dem Fleisch aus Israel stammten, von den Ämtern der Kirche, ja sogar die kirchliche Verweigerung der Taufe von Juden geschehen.“ Diese Worte aus der Erklärung der Kirchlich-theologischen Sozietät in Württemberg vom 9. April 1946 stammen wohl aus der Feder von Paul Schempp (1900-1959), einem württembergischen Pfarrer, der 1939 vom Oberkirchenrat in einem Disziplinarverfahren amtsenthoben wurde und dennoch auf Wunsch seiner Kirchengemeinde Iptingen sein Pfarramt weiterführen konnte, bis er Ende 1943 resigniert aus der Landeskirche austrat. Drei Wochen nach Kriegsende schloss Schempp sein Manuskript „Der Weg der Kirche“ ab. Es ist die radikalste Kritik am kirchlichen Versagen im Nationalsozialismus. Richard Gölz (1887-1975) bereitete diesen Text für eine Drucklegung bei H. Laupp in Tübingen vor, was jedoch die württembergische Kirchenleitung seinerzeit zu verhindern wusste. Der Text der Streitschrift findet sich hier als pdf: Schempp – Der Weg der Kirche.

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Eine Antwort to “„Wir sind mutlos und tatenlos zurückgewichen, als die Glieder des Volkes Israel unter uns entehrt, beraubt, gepeinigt und getötet worden sind“ – Das Schuldbekenntnis der Kirchlich-theologischen Sozietät in Württemberg vom 9. April 1946 und die Streitschrift „Der Weg der Kirche“ (Mai 1945) aus der Feder von Paul Schempp”

  1. Fenster auf – es zieht! | Gerlinde Feine Says:

    […] In Bebenhausen wagte Richard Gölz zusammen mit einigen Frauen das Experiment eines klösterlichen Lebens in Gebet und Gemeinschaft. Sein Weggefährte aus der Sozietät, der Iptinger Pfarrer Paul Schempp, entwarf ein kirchenpolitisiches Programm für den „Weg der Kirche“. […]

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