Memorandum zur Diskussion über Kirchensteuer und Pfarrbesoldung unter Pfarrerinnen und Pfarrern

Bevor das Interview „Paulus war Freiberufler“, das Wolfgang Thielmann mit mir für die heutige Ausgabe „Christ und Welt“ geführt hatte, veröffentlicht war, kam schon ein Mail von einem Pfarrerskollegen. Er hatte sich dabei auf die gestrige epd-Pressemeldung bezogen. Der Schlussabsatz des Mails lautet wie folgt: „Fazit: Es gibt Interviews, die helfen, das Evangelium weiter zu verbreiten und Kirche zu erneuern und zu bewahren. Und es gibt Statements, die das nicht leisten. Ein solches haben Sie hier gegeben. Ich wäre lieber nicht Ihr Kollege.“ Da lasst uns noch einmal alle kollegiale Gemeinsamkeit unter uns Pfarrerinnen und Pfarrer in der Bibel neu entdecken:

Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir uns nicht des Evangeliums schämen; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass Jesus Christus unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass Christus lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und die Schlüssel des Todes und der Hölle hat. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir ihm nachzufolgen haben und unser eigenes Kreuz auf uns zu nehmen haben. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir unser eigenes Leben nicht um unser selbst willen erhalten sollen und können, sondern es im Verlieren um Christi und des Evangeliums willen neu erhalten. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir weder uns selbst leben noch uns selbst sterben, sondern im Leben und Sterben unserem Herrn Jesus Christus zugehörig sind. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wer unter uns groß sein will, unser aller Diener sei; und wer unter uns der Erste sein will, unser aller Knecht zu sein hat. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir im Apostel Paulus ein Vorbild für unserem Dienst des Evangeliums finden, der von sich selbst gesagt hat: „Gott hat uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt, wie zum Tode Verurteilte. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet.“ Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir uns nicht um unser Leben sorgen sollen, was wir essen und trinken werden; auch nicht um unseren Leib, was wir anziehen werden, sondern zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit trachten sollen, damit uns das Lebensnotwendige aus der Hand unseres himmlischen Vaters zufallen wird. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir uns nicht von der Sorge der Welt gefangen nehmen lassen sollen, da diese das Evangelium in unserem eigenen Herzen nicht zur Geltung kommen lässt. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir aus der Barmherzigkeit Gottes heraus unsere Leiber hinzugeben haben als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir uns nicht ins Schema dieser Welt einfügen sollen, sondern uns durch durch die Erneuerung unserer Sinnes verwandeln sollen, auf dass wir zu prüfen vermögen, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass Fragen einer zukünftigen Kirchenfinanzierung und eines eigenen zukünftigen Auskommens nicht unseren Auftrag als Diener des Evangeliums oder unser Wohlergehen als Kinder Gottes in Jesus Christus gefährden. Ich weiß mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen darin einig, dass wir unter dem Zuspruch des Evangeliums die Zukunft der Kirchensteuer und der Pfarrbesoldung in aller Offenheit und Öffentlichkeit diskutieren werden.

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