Warum beten?

Wilhelm_von_Lowenstern_Martin_Luther im Gebet für Melanchthon

Luther im Gebet für Melanchthon (Lithografie Wilhelm von Löwenstern, 1827)

Eine ernsthafte Ermahnung und zugleich wunderbare Einladung zum Gebet findet sich in Martin Luthers Erklärung des Vaterunsers aus seinem Großen Katechismus:

„Wenn aber ein Gebet recht sein soll, so muss es damit ernst sein, daß man seine Not fühlt, und [zwar] eine solche Not, die uns drückt und zum Rufen und Schreien treibt. So geht dann das Gebet von selbst so, wie es gehen soll, so dass man keine Belehrung darüber braucht, wie man sich darauf vorbereiten und [daraus] Andacht schöpfen soll. Die Not aber, die uns selbst wie auch jedermann gegenüber angelegen sein lassen soll, wirst du reichlich genug im Vaterunser finden; deshalb soll es auch dazu dienen, dass man sich ihrer daraus erinnere, sie betrachte und zu Herzen nehme, damit wir nicht lässig werden im Beten. Denn wir haben alle genug an dem, was uns mangelt: der Fehler liegt aber daran, dass wir’s nicht fühlen und sehen. Deshalb will Gott auch haben, dass du diese [deine] Not und Anliegen klagst und vorbringst, nicht als ob er es nicht wüsste, sondern damit du dein Herz entzündest, desto stärker und mehr zu begehren, und den Mantel nur weit ausbreitest und auftust, um viel zu empfangen.“

Zitiert nach: Lutherisches Kirchenamt (Hrsg.), Unser Glaube. Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 31991, Nr. 763, Seite 702.

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