Alexander Deeg – „Wir können nicht Christen sein, ohne auf das Judentum bezogen zu bleiben“

Im Streit um die Kanonizität des Alten Testaments hat Alexander Deeg in der aktuellen Ausgabe der zeitzeichen mit seinem Beitrag „Die zwei-eine Bibel“ das Wort ergriffen – beste Erlanger Schule:

Christenmenschen leben als die, die sie sind, in einer bleibenden Spannung: Sie sind nicht Israel und erfahren sich durch das Christusereignis doch als Adressaten von Israels Verheißung und Hoffnung. Das christlich-fromme Selbstbewusstsein hat gleichsam immer (und nur eschatologisch heilbar) einen Riss. Sobald wir als Christenmenschen unsere Geschichte mit Gott erzählen, sind wir darauf angewiesen, uns in die Geschichte Israels hinein zu erzählen und zu wissen: Das ist auch unsere Geschichte – und bleibt zugleich eine fremde Geschichte und ein Gegenüber.

Das heißt aber: Wir können nicht Christen sein, ohne auf das Judentum bezogen zu bleiben. Und daraus folgt, so schwierig und theologisch mühsam das auch sein mag: Auch das jüdische „Nein“ zu Jesus als dem Christus ist ein beständiger Teil christlicher Identität, der mit dem christlichen „Ja“ in Spannung steht. Dietrich Bonhoeffer hatte schon Recht, als er in seiner Ethik schrieb: „Der Jude hält die Christusfrage offen.“ Das ist anstrengend – und zugleich verheißungsvoll, weil wir damit auch mit der Frage, wer Christus ist und was er bedeutet, nie zu Ende kommen, sondern immer genötigt sind, neu zu suchen und zu fragen. Christliche Identität bleibt vor jedem Imperialismus des Habens bewahrt und gerade so auf das lebendige Judentum bezogen, das weit mehr als nur „religionsgeschichtliche Voraussetzung“ ist.

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