Warum das „Handbuch der evangelischen Ethik“ nicht ohne weiteres evangelisch ist

Handbuch Evangelische Ethik

Dass das neue Handbuch der Evangelischen Ethik vielleicht doch nicht so viel mit evangelischer Ethik zu tun hat, darauf verweist Arno Widmann in seiner Perlentaucher-Kolumne „Vom Nachttisch geräumt“. Er kommt zu diesem Urteilsschluss durch die Lektüre des Registers. Er wird wohl Recht haben. Laut Namensregister ist als Gewährsmann Immanuel Kant mit 34 Erwähnungen vor Wolfgang Huber mit 30 Erwähnungen führend. Jesus von Nazareth schafft es hingegen nur auf 21 namentliche Erwähnungen. Ja, die Bergpredigt mit den Worten Jesu Christi lässt sich nicht in einem hochreflexiven Theoriesyndrom lahmlegen. Aber genau damit bringt sich dieses Buch und deren Autoren um den Anspruch des Evangeliums.

Evangelische Ethik kann nur als kirchliche Ethik gelten, also als Ethik der gottesdienstlich gefassten Gemeinschaft der Gläubigen, die auf das Pascha-Mysterium Jesu Christi ausgerichtet ist. Für die gegenwärtige akademische Theologie in Deutschland ist solch eine Perspektiv eine intellektuelle Zumutung, der man sich in der Reflexivität des eigenen Denkens zu entziehen weiß. Ganz anders hingegen im angloamerikanischen Kontext, wo eine systematische Darstellung evangelischer Ethik in liturgischen Vollzügen entfaltet werden kann, so Stanley Hauerwas/Samuel Wells (Hg.), The Blackwell Companion to Christian Ethics, 2. Auflage 2011, Wiley-Blackwell.

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