Protestantische Selbstsäkularisierung

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Im Hinblick auf den anstehenden Reformationstag habe ich in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Christ in der Gegenwart (aus dem Herder-Verlag) unter dem Titel „Protestantische Selbstsäkularisierung“ erläutert, warum der verfasste Protestantismus auf Dauer keine Zukunft als Kirche hat:

„Je allgemeinverständlicher die ‚Kommunikation des Evangeliums‘ zu sein hat, umso weniger vermag sie Menschen für das Passah-Mysterium Jesu Christi einzunehmen. Und je weniger man als Christ kirchlich beansprucht wird, umso bedeutungsloser erscheint einem die christliche Botschaft. Der kleinste gemeinsame Nenner des allgemein zumutbar Bedeutsamen ist auf Dauer nichtssagend. Der gegenwärtige bürgerliche Protestantismus steht für eine religiöse Weltanschauung, die ihre Wurzel nicht im Evangelium Jesu Christi, sondern im Neuplatonismus hat. Ahnherr ist nicht etwa Martin Luther, sondern der Florentiner Renaissancephilosoph Marsilio Ficino (1433-1499) mit seinen Schriften „Theologia Platonica“ („Platonische Theologie“) beziehungsweise „De Christiana religione“ („Über die christliche Religion“). Das Heil wird in der Erkenntnis einer abstrakten Gottesidee als der letztgültigen Einheit hinter aller Wirklichkeit gesucht. […] Der Protestantismus betreibt religiöse ‚Empfängnisverhütung‘. Er geht fehl in der Annahme, man könne die christliche Botschaft ins Unverbindliche übersetzen, so dass es weder der Hingabe des Gottessohnes am Kreuz noch der eigenen Hingabe im Glauben bedarf. Die Folge ist eine kirchliche Selbstsäkularisierung.“

Hier mein Aufsatz „Protestantische Selbstsäkularisierung„. Ausführlicheres im meinem Blog-Beitrag „Protestantismus als bürgerliche Ideologie„. Außerdem noch der Verweis auf meinen Artikel „So hat es Luther nicht gemeint„, der im Dezember 2010 in Sachen Reformationsjubiläum in der F.A.Z. erschienen ist.

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