Ist das Ende der Landeskirchen vorprogrammiert?

Infografik: Kirchenmitglieder in Deutschland

In der heutigen Ausgabe von idea spektrum findet sich eine Pro- & Kontra-Seite zur Frage: „Ist das Ende der Landeskirchen vorprogrammiert„, auf der ich in einen freundlichen Disput mit Andreas Dreyer, Vorsitzender des Pfarrvereins der hannoverschen Landeskirche trete.  Anlass dazu war mein Beitrag „Protestantische Selbstsäkularisierung“ in „Christ in der Gegenwart“. Hier mein pro-Beitrag:

Der liberale Protestantismus setzt auf religiöse Unverbindlichkeit und führt zur passiven Mitgliedschaft in den Landeskirchen. Als ließe sich die christliche Botschaft ins Unverbindliche übersetzen, so dass es weder der Hingabe des Gottessohnes am Kreuz noch der eigenen Hingabe im Glauben bedarf. Wo man sich vorwiegend auf Amtshandlungen an einzelnen Kirchenmitgliedern ausrichtet, kann Kirchenzugehörigkeit nicht dauerhaft gehalten werden. Da religiöse „Sinngüter“ woanders billiger und gefälliger zu haben sind, ist es eine Frage der Zeit, wann der steuersparende Kirchenaustritt vollzogen wird. Kirche ist Versammlung der Gläubigen, „bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden“. So heißt es in Artikel 7 des Augsburger Bekenntnisses. Christsein lässt sich nur in der Gemeinschaft der Gläubigen einüben und leben.

Schließlich ist der christliche Glaube keine Weltanschauung, sondern Beziehungsgeschehen. Kirche gleicht einem regelrechten Spiel, das Menschen als Mitspielende in die Gemeinschaft mit Jesus Christus hineinnimmt. Für Christen ist das „heilige Spiel“ eine sie übertreffende Wirklichkeit, die das eigene Leben verändert.

Die verfassten Landeskirchen sind Relikte eines Obrigkeitsstaates, denen eine demokratische Legitimation fehlt. Wo kirchenleitendes Handeln immer weniger durch Gottes Wort autorisiert ist, wird Amtskirche zum „Fremdkörper“ im Reich Gottes. Die Zukunft gehört den örtlichen Gemeinden und Gemeinschaften, die sich selbst unter dem Anspruch des Evangeliums organisieren lassen. In ihnen wird der Zuspruch Jesu Christi wahr: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).

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