Jürgen Roloff über kanonische Exegese

02_roloff

Wohl eine der letzten Veröffentlichungen von Jürgen Roloff (1930-2004) dürfte dessen Beitrag „Der biblische Kanon als Orientierungsgröße neutestamentlicher Theologie“ sein, der im Oktober 2003 in der Festschrift für Otto Merk erschienen ist. In Sachen kanonische Geltung des Alten Testaments schreibt Roloff:

„Biblische Exegese hat es mit einem aus Altem und Neuem Testament bestehenden Doppelkanon zu tun, dessen beide Teile jeweils als in sich abgeschlossen zu gelten haben. Die biblischen Schriften sind darum nicht als Hervorbringungen eines in der Geschichte linear fortschreitenden und sich immer weiter entfaltenden Traditionsprozesses zu verstehen, der in den neutestamentlichen Schriften sein Ziel und seine Erfüllung fände. Auszugehen ist vielmehr von der wesentlichen Abgeschlossenheit des alttestamentlichen Kanons zur Entstehungszeit des Neuen Testaments. Dieser Kanon hat einen ‚doppelten Ausgang‘ (K. Koch) – einerseits in die jüdische Traditionsliteratur von Mischna und Talmud, andererseits in das Neue Testament. Das Neue Testament setzt in allen seinen Schriften die Existenz eines jüdischen AT-Kanons voraus. Es versteht sich selbst als dessen Weiterführung, Kommentierung und Ergänzung im Licht des von der christlichen Gemeinde als definitiver Abschluß des geschichtlichen Heilshandelns Gottes gedeuteten Christusgeschehens.“

Der vollständige Text findet sich hier: Der biblische Kanon als Orientierungsgröße neutestamentlicher Theologie.

Advertisements

Schlagwörter: ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: