Hans Joachim Iwand – Hiobs Klage

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Im Juni und Juli 1944 predigte Hans Joachim Iwand in den Wochenschlussgottesdiensten in der St.-Marien-Kirche in Dortmund über Hiob. Nach Hiobs Leiden (Hiob 1,1-2,10) folgte am 10. Juni die zweite Predigt über Hiobs Klage (Hiob 2,11-3,26):

Hiob soll seinen Schmerz nicht allein tragen, Freunde machen sich auf, ihn zu besuchen in seiner Trübsal. Sie kennen ihn nicht mehr wieder, seine Gestalt ist verfallen, der Glanz von seinem Angesicht gewichen. Denn das Unglück verändert die Menschen auch äußerlich. Schweigend lassen sich die Freunde bei ihm nieder und sprechen kein Wort. Es gibt ein Unglück, welches so groß ist, daß es den Menschen verstummen macht. Wir merken erst in solcher Stunde, wie schwer es ist zu trösten. Wo ist die Freundschaft geblieben, jenes gute freundschaftliche Verstehen aus den Zeiten des Ge­lingens und des Glückes. Auch die Freund­schaft wird in solchen Lebens­lagen als etwas Unzulängliches bewiesen. Sie reicht nicht aus. Sie kann die Einsamkeit nicht beheben, in die hinein der Leidende stürzt. Sie, die Freun­de, sagen alle noch Ja zum Leben, aber Hiob sagt nicht mehr Ja. Hiob ha­dert mit Gott, ihm ist das Leben zum Ekel geworden und der Tod zum Er­löser, auf den er wartet. So bricht es heraus aus seiner Seele nach dem langen Schweigen, ein Abgrund tut sich auf und alle Menschen, die nicht in solchem Leiden stehen, beben zurück vor dem Schrecklichen, das da offenbar wird.

Die vollständige Predigt findet sich hier.

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