Gregor von Nyssa – Quelle als Bild für die Gottesschau

Bergquelle

Der griechische Kirchenvater Gregor von Nyssa vergleicht in seinen Homilien zum Hohenlied (In canticum canticorum) die seligmachende Gottesschau (visio Dei) mit dem Betrachten einer Quelle, die aus der Erde hervorsprudelt:

„Wenn du dich der Quelle genähert hast, staunst du über das unversiegliche Wasser, das unablässig aus ihr hervorsprudelt und fließt. Aber du könntest nicht sagen, du habest alles Wasser gesehen. Denn wie könntest du sehen, was noch im Schoß der Erde verborgen ist? Daher fängst du, wie lange du auch bei der Quelle bleiben magst, immer erst an, das Wasser zu sehen. Ebenso ist es, wenn jemand die unendliche Schönheit Gottes betrachtet. Sie wird stets neu entdeckt und wird immer als etwas Neues und Unbekanntes angesehen im Vergleich mit dem, was der Geist bereits begriffen hat. Und während Gott sich weiter offenbart, staunt der Mensch weiter; und sein Verlangen, mehr zu sehen, hört niemals auf, denn das, worauf er wartet, ist immer großartiger und göttlicher als alles, was er schon gesehen hat.“

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