Die Bibel als göttlicher Wort-Schatz des christlichen Glaubens

Luther-Bibel 1545

In Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017 erscheint im Oktober die überarbeitete Luther-Bibel. Sie geht zurück auf Martin Luthers Übersetzung des Alten und Neuen Testaments, die 1534 als vollständige Ausgabe erstmals von Hans Lufft in Wittenberg gedruckt worden ist.

„Die ganze Heilige Schrift Deutsch“ – Dahinter steht ein grundlegender evangelischer Anspruch: Jeder Lesekundige kann Gottes Wort in der ihm eigenen Sprache vernehmen und darin den Glauben an Jesus Christus finden. Die Bibel ist göttlicher Wort-Schatz des christlichen Glaubens, der in der eigenen Lektüre nicht ausgeschöpft werden kann. Mit Luther gesprochen:

„Die Heilige Schrift ist voll von göttlichen Gaben und Taten. Sie ist das höchste, sie ist ein göttliches Buch, voller Trost in allen Anfechtungen. Denn sie lehrt von Glauben, Hoffnung, Liebe anders als es menschliche Vernunft sehen, fühlen und erfahren kann. Ich habe nun seit etlichen Jahren die Bibel jährlich zweimal ausgelesen, und wenn die Bibel ein großer mächtiger Baum wäre und alle Worte die Ästlein, so habe ich alle Ästlein abgeklopft und wollte gerne wissen, was daran wäre und was sie trügen. Und allezeit habe ich noch ein paar Äpfel oder Birnen heruntergeklopft.“

Im Zentrum der Heiligen Schrift zeigt sich Jesus Christus für uns – seine Worte und Taten und das, was mit ihm am Kreuz und im Grab geschehen ist. Sowohl das Alte wie auch das Neue Testament zeugen von ihm. Nach Luther können die biblischen Erzählungen und Worte nur von Christus her erschlossen werden: „Die Schrift ist nicht gegen Christus, sondern für ihn zu verstehen. Daher muss man die Schriftstelle entweder auf ihn beziehen oder kann sie nicht für wahre Schrift halten.“

Weil die Heilige Schrift von Christus her auszulegen ist, gilt sie nicht als Gesetzbuch menschlicher Gottwohlgefälligkeit. Nach Luther muss beim Wort Gottes vielmehr zwischen Gesetz und Evangelium unterschieden werden. Wo das göttliche Wort als Gesetz den Menschen unerbittlich fordert, gar verurteilt, wird dieser seiner eigenen Sünde überführt. Wer so als Sünder aus der eigenen Selbstgerechtigkeit herausgefordert worden ist, vermag dem Evangelium von der Sündenvergebung durch Jesus Christus wirklich zu glauben.

Luthers Vertrauen in die Bibel als Gottes Wort kommt in seiner Bibelübersetzung ins Deutsche zur Sprache. Die Bibel redet Klartext und gehört daher in die Hände der mündigen Gemeinde. Weder Papst, Bischöfe noch Theologen haben in der Kirche das entscheidende Wort, sondern allein das Lehramt der Heiligen Schrift. „Dass eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen, Grund und Ursach aus der Schrift“ heißt dazu eine programmatische Schrift Martin Luthers. So haben Glieder unserer Gemeinde die Aufgabe selbst zu prüfen, ob Predigten des eigenen Pfarrers oder öffentliche Äußerungen von Bischöfen und Kirchenleitungen dem Wort Gottes entsprechen. Im Zweifelsfall ist gemeindlicher Widerspruch angesagt – mit der ganzen Autorität der Heiligen Schrift. Und über die können sich weder ein Pfarrer, noch ein Bischof und auch keine Synode hinwegsetzen. Schließlich heißt es:

„Gottes Wort bleibt in Ewigkeit“ (Jesaja 40,8)

Hier der Text als pdf.

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