Double bind und die Schizophrenie Gottes. Eine pathologische Interpretation von Luthers „De servo arbitrio“

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damnedifyoudo1. Das soteriologische Paradox

Paradoxien haben ihre Verufenheit verloren, seitdem man erkannt hat, dass sie bei bestimmten Reflexionsformen unvermeidlich sind1. Sie werden nicht mehr nur der mathematischen Logik oder der Philosophie vorbehalten, sondern kunstvoll in ihrem ganzen Facettenreichtum zelebriert2. Die Theologie hat schon immer ein besonderes Verhältnis zu Paradoxien gehabt, sind doch ihre Lehrsätze von Anfang an mit Paradoxien kontaminiert worden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die trinitari-[93]schen und christologischen Paradoxien, wie sie im Nicaeno-Constantinopolitanum und im Chalcedonense formuliert worden sind. Die Unterscheidung von Glaube und Vernunft hat sie freilich für die Theologie erträglich gemacht. Als geoffenbarte Glaubenswahrheiten lassen sie sich einer rationalen Rekonstruktion verschließen. Im übrigen konnten diese Paradoxien als Erkenntnisprobleme auf der Seite Gottes eingelagert werden. Im Gegensatz dazu ist der Mensch mit seiner ganzen Person in das soteriologische Paradox involviert: Treffe die heilsrelevante Entscheidung (bzw. handle gottgefällig), die du nicht treffen kannst (was du nicht tun kannst)…

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