„Die alte Welt ist für das Auge des Glaubens transparent geworden in dem Sinne, daß hinter ihr die transzendente, die jenseitige Welt sichtbar wird“ – Rudolf Bultmanns Weihnachtsbesinnung von 1964

rudolf-bultmann

Was Rudolf Bultmann 1964 im Feuilleton der Süddeutschen in Sachen Weihnachten geschrieben hat, dürfte in der einen oder anderen Weihnachtspredigt auch 2016 zur Sprache gekommen sein:

„Die „neue“ Welt ist nur für das Auge des Glaubens sichtbar gewor­den. Äußerlich gesehen ist die Welt die alte geblieben. Aber die alte Welt ist für das Auge des Glaubens transparent geworden in dem Sinne, daß hinter ihr die transzendente, die jenseitige Welt sichtbar wird. […] Es kommt darauf an […], daß wir in unserem täglichen Leben offen sind für die Begeg­nung des jenseitigen Gottes, der uns als der diesseitige begegnet in den Mitmenschen, wenn wir die Verantwortung wahrnehmen, die wir für sie tragen, die uns beschenken mit ihrer persönlichen Eigen­art, wenn wir nur offene Augen für sie haben, die uns bereichern auch gerade darin, daß sie im konkreten Fall unsere Liebe in Anspruch nehmen. Ebenso aber auch in den Sorgen, den Ängsten und Erschütterungen des Lebens, in denen wir der Endlichkeit, ja, Nichtigkeit unseres menschlichen Daseins inne werden. Ihnen gilt es standzuhalten, um eben darin einer jenseitigen Welt gewiß zu werden.“

Hier der vollständige Text als pdf.

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