Der „Deutsche Luthertag“ 1933 und die „Schreckenskammer der Luther-Jubiläen“

Gedenkveranstaltung zum

Gedenkveranstaltung zum „Deutschen Luthertag“ am 19. November 1933 im Berliner Lustgarten. Der „Bischof von Brandenburg“, Joachim Hossenfelder (1899-1976) hält die Ansprache auf der Rampe des Berliner Schlosses

In Sachen Reformationsjubiläum 2017 heißt es aufzupassen, dass man Luther und die Reformation nicht für eigenreligiöse und gesellschaftspolitische Anliegen instrumentalisiert. Dazu kann uns der „Deutsche Luthertag“ 1933 zum 450. Geburtstag des Reformators als warnendes Beispiel dienen. Dieses Lutherjubiläum wurde nämlich mit kirchlichem Segen der nationalsozialistischen Ideologie und Gewaltherrschaft dienstbar gemacht. So erklärte Hermann Wolfgang Beyer (1898-1942), damaliger Professor für Kirchengeschichte in Greifswald: „Das Jahr 1933 ist nicht nur ein Jahr der Erinnerung an ihn [Luther], sondern ein Jahr der Erfüllung dessen, was er gewollt“ hatte. Der Superintendent und Oberpfarrer an die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien in Wittenberg Maximilian Meichßner (1875-1954) wusste ebenfalls von einem besonderen Zeitbezug zu reden:

Es ist eine Fügung Gottes, daß Luthers 450. Geburtstag in eine Zeit fällt, die in der deutschen Geschichte nur mit der Reformationszeit zu vergleichen ist. Es ist eine Fügung Gottes, daß Dr. Martin Luther uns wieder lebendig wird in einer Zeit völkischen Erwachens. Luther steht vor uns als deutscher Mann … Es ist eine Fügung Gottes, daß Dr. Martin Luther uns wieder lebendig wird in den Tagen Adolf Hitlers. Wir haben heute wieder offene Augen bekommen für das, was für ein Volk ein von Gott berufener Führer bedeutet. Es ist eine Fügung Gottes, daß Dr. Martin Luther uns wieder lebendig wird in den Tagen nationaler Erneuerung. Morsches, Faules wird weggerissen. Steine werden getragen zum Neubau des 3. Reiches. Da verstehen wir besser als sonst, was Reformation der Kirche bedeutet …

Eingangsbereich Martin-Luther-Haus Köln 1933-34 (Willy Meller)

Eingangsbereich des 1933/34 erbauten Martin-Luther-Hauses in Köln-Bayenthal mit zwei von Willy Meller angefertigten Portalreliefs: links Martin Luther mit Lutherrose und dem Spruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ – rechts ein SA-Mann mit Hakenkreuz und dem Spruch „um so mehr zu einer Einheit werden“. (Foto vor 1945)

Ähnlich schrieb Hans Preuß (1876-1951), lutherischer Theologieprofessor in Erlangen in seinem Aufsatz „Luther und Hitler“ Ende Oktober 1933:

„Daß die deutschen Führer Luther und Hitler zusammengehören, ist schon des Öfteren gesagt worden. […] Im Rahmen der Eislebener Lutherwoche im August dieses Jahres erklärte der preußische Kultusminister Rust: „Ich denke, die Stunde ist vorüber, wo man Luther und Hitler nicht in einem Atem nennen durfte. Sie gehören zusammen; sie sind vom selben deutschen echten Schrot und Korn!“. Selbstverständlich liegen die Unterschiede offen auf der Hand, jedem Kind begreiflich: Reformator und Politiker! Hitler sagt selbst in seinem Buch „Mein Kampf (S. 127): „Dem politischen Führer haben religiöse Lehren und Einrichtungen seines Volkes immer unantastbar zu sein, sonst darf er nicht Politiker sein, sondern soll Reformator werden, wenn er das Zeug hierzu besitzt!“. […] Er unterscheidet also aufs allerdeutlichste jene beiden Führerarten. Aber darin sind doch Luther und Hitler eins, dass sich beide zur Errettung ihres Volkes berufen fühlen. […]

Beiden geht der Schrei nach einem großen Mann der Rettung voraus. […] Beide machen das ganze Elend ihrer Zeit durch, der sie dann daraus helfen: Luther den Jammer der Heilsungewissheit des ausgehenden Mittelalters bis zur Verschärfung im Klosterbann, Hitler den Weltkrieg mit seinem unseligen Ausgang, gaserblindet, und das Grauen des Marxismus, also nationale und soziale Verderbnis in der Potenz.

In den dreißiger Jahren ihres Lebens treten sie auf, als zunächst ganz unbekannte Leute […]. Luther als Mönch unter Mönchen, Hitler als der unbekannte Gefreite […]. Vor allem aber finden sich natürlich Parallelen in der Art des Kampfes dieser beiden deutschen Kämpfernaturen, einerseits in dem fast übermenschlichen Maß ihrer Arbeitsleistung, andererseits in der Leidenschaft ihres Kämpfens. Nur kein Einrosten, kein Nachlassen, keine Lethargie! […]

Aber nun zur […] Schlussparallele! Luther und Hitler fühlen sich vor ihrem Volke tief mit Gott verbunden!“ [Allgemeine evangelisch-lutherische Kirchenzeitung 66 (1933), Sp. 970-979, 994-999.]

D. Wilhelm Fahrenhorst (1873-1941), Bundesdirektor des „Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen“

D. Wilhelm Fahrenhorst (1873-1941)

Noch deutlicher in Sachen „kairotische Heilsgeschichte“ wurde Wilhelm Fahrenhorst, damaliger Bundesdirektor des „Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen“ und Planungsbeauftragter für den „Deutschen Luthertag 1933“, als Hauptredner beim „Eislebener Luthersonntag“ am 20. August 1933:

Und wenn Martin Luther auf seinem Wege dem Führer heute begegnen würde, dem unser Herzen aller dankbar schlagen – tief würde er ihm in die Augen schauen, und beide Hände würde er ihm drücken. ‚Dank dir, du deutscher Mann! Du bist Blut von meinem Blut, Art von meiner Art. Wir beide gehören eng zusammen!‘ Wahrhaftig, sie gehören zusammen, Martin Luther und Adolf Hitler, die Reformation von 1517 und die deutsche Erneuerung von 1933. Die Parallele ist in der Tat überraschend. Damals wie heute die große Not, der das Volk zu erliegen drohte: Dort die große Not von Rom her, äußerlich die Ausplünderung Deutschlands zur Befriedigung immer gesteigerter klerikaler Ansprüche, innerlich die Qualen der Seelen, denen die verderbte Kirche den Frieden Gottes nicht mehr zu geben wusste, es sei denn im Priester- oder Mönchsberuf. Hier die Not von Marxismus und Atheismus her, von Bolschewismus und Internationalismus her, die nicht ohne Mitschuld des Ultramontanismus die deutschen Seelen zu verderben drohten. Damals wie heute sandte Gott einen Retter: Damals den Bergmannssohn von Eisleben, den Volkskanzler des Dritten Reiches heute.  In beiden erstand mit Urkraft die tragende Idee, das ,Selig aus Gnaden‘, die Gewissheit der Frohbotschaft von der Gotteskindschaft aus der erbarmenden Liebe des himmlischen Vaters und das Bild des ,freien Christenmenschen‘ im deutschen Manne Martin Luthers und der geniale Gedanke, dass der Mensch gottgewollt leben müsse aus der blut- und schicksalsmäßigen Bestimmtheit seiner Nation heraus und dass national und sozialistisch keine Gegensätze, sondern zu vereinen seien, in Adolf Hitler. In beiden lebt der unzerstörbare, von keinem Hemmnis und Widerstand zu bezwingende feste Glaube an die Kraft und den Sieg dieser Idee. Das eherne Wormswort Luthers: Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir! – klingt genauso auch aus Hitlers Kämpfen und Dulden, Ringen und Streiten heraus. Und dieser Glaube findet ein überwältigendes Echo im Volke von 1517 ebenso wie in dem von 1933 und weckt einen Willen zur Hingabe, zur opfernden Gefolgschaft, der unwiderstehlich daherbraust wie der Lenz, alles erfassend, alles mit sich fortreißend, alles besiegend. Luther und Hitler, sie gehören zusammen, und so grüßen wir auch hier den Führer, dankbar und treu.“ [Mitgliederblatt des Evangelischen Bundes 47, 1933, Nr. 5, 4-6]

abzeichen-deutscher-luthertag-1933

Ähnlich schrieb der radikale deutsche Christ Siegfried Leffler (1900-1983), der nach dem Krieg wieder als evangelisch-lutherischer Pfarrer im niederbayerischen Hengersberg amtierte:

Wie konnten die Deutschen innerlich – erlöst und frei geworden – auch anders als eine Nation bauen, einen preußischen Staat mit seiner strengen Dienst- und Pflichtauffassung, vom großen Kurfürsten über Friedrich den Großen bis zu Stein und Bismarck, ein deutsches Reich germanischer Nation von Bismarck bis zu seinem eigentlichen Schöpfer Adolf Hitler. So können wir uns Adolf Hitler nicht ohne Martin Luther denken. Und umgekehrt hätte Luthers Tat ohne die Erscheinung Adolf Hitlers 400 Jahre später nie ihren vollen Sinn für Deutschland erlangt.

Plakat 1933 mit Hakenkreuz

Symptomatisch war auch der Braunschweiger „Aufruf zum Luthertag“, der neben dem nationalsozialistischen Ministerpräsidenten Dietrich Klagges (1891-1971) auch von dem dreißigjährigen Landesbischof Wilhelm Beye und weiteren fünf Pfarrern unterzeichnet worden ist:

Deutsche Volks- und Glaubensgenossen!

In der Schicksalswende des deutschen Volkes rüsten wir uns zum 19. November, dem 450. Geburtstag Martin Luthers. Der Führer selber hat aufgerufen zum letzten Einsatz für Deutsch­lands Ehre und Freiheit. In diesen schicksalsschweren Tagen begegnen sich Gegenwart und Vergangenheit. Der Reformator der Deutschen und der Kanzler des Volkes reichen einander die Hand. Ihnen beiden geht es um Deutschland. So spricht der Führer: Wir haben nur einen Glauben und der heißt Deutschland. Und es bekennt der Reformator: Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen lieben Deutschen will ich dienen.

Es geht um Deutschland und damit um unsere Zukunft. Woher aber strömt uns die Kraft und der Glaube an unser Volk? Gewiss, aus den herrlichen Kräften des menschlichen Geistes und Blutes! Gewiss, aus der jungfräulichen Scholle der deutschen Erde! Was von der Erde gebo­ren wird, ist erhaben und groß, und wir wissen von ihr als einem kostbaren Geschenk unseres Gottes, der uns zum Dienst an ihr und unserem Volk verpflichtet. Größer und wunderbarer als Mensch und Erde ist Gott selbst. Der Glaube an Deutschland muss darum sich gründen im schöpferischen Urgrund alles Seins, in Gott.

Der Reformator wusste um das Geheimnis solchen Glaubens. Um solches Geheimnis weiß auch der Führer. Wissen wir um dieses Geheimnis?

Wir stehen in den Geburtswehen einer neuen Zeit. Deutschland ist erwacht und kämpft um seine Seele. Wer soll in diesem Kampfe Führer sein? Martin Luther oder Lenin? Am Materia­lismus zerbrechen noch immer die Völker. Wer darum sein Volk von ganzem Herzen liebt, muss das Werk des deutschen Reformators ehren, dessen ganzer Kampf der Freiheit deut­schen Wesens und Glaubens galt.

Wir rüsten uns zum Luthertag in der Schicksalswende des deutschen Volkes. Der Führer ruft zum letzten Einsatz für Deutschlands Ehre und Freiheit. Wir stehen in der Entscheidung. Wie soll das Losungswort des neuen Kampfes heißen? Für uns als lutherische Menschen kann es nur lauten: Hie gut deutsch und evangelisch allewege!

Darum schließt die Reihen! Luthers 450. Geburtstag soll eine Bekenntnistag aller Evangeli­schen sein

Für Gott und Volk!

deutscher-luthertag-in-nordhausen

Ursprünglich war der „Deutsche Luthertag“ auf den 10. November 1933, also den Geburtstag Luthers terminiert. Da jedoch Hitler kurzfristig für den 12. November Reichstagswahlen und eine „Volksabstimmung“ über den Austritt aus dem Völkerbund angesetzt hatte, wurde der Luthertag auf den 19. November verschoben. In welcher Tonlage dieser Luthertag wahrgenommen wurde, dazu schrieb der Kulturjournalist Carl Weichardt (1878-1955) auf der Titelseite der Berliner Morgenpost (aus dem Ullstein-Verlag) vom 19. November 1933:

Der 10. November, da Martin Luther vor viereinhalb Jahrhunderten zu Eisleben geboren wurde, war der eigentliche Luther-Tag. Deutschland hat seine Gedenkfeier auf den 19. November verlegt. Es kommt auf den Tag nicht an; dieses ganze Jahr ist, zum mindesten für den deutschen Protestanten und für die evangelische Kirche in aller Welt, ein Luther-Jahr. […]

Der Gedanke liegt nahe, und die nicht-lutherische Kritik an der modernen Kultur setzt an diesem Punkte ein, daß die Befreiung der menschlichen Seele am Ende doch, ob gewollt oder ungewollt, zu all den zersetzenden Strömungen geführt habe, unter denen die moderne Zeit gelitten hat und teilweise noch leidet. Wer wollte grade heute die Gefahr einer mißverstandenen Freiheit leugnen! Der Staat bedeutete für Luther die Ordnung Gottes, in der allein die sündige Welt ein halbwegs würdiges Leben führen kann. Im Dienste der Gerechtigkeit darf und soll der Staat auch mit dem Schwerte die Ordnung schützen und den Guten gegen den Bösen verteidigen. Der Christenmensch ist frei im Glauben, in seinem weltlichen Wirken aber soll er ein demütiger Diener des Ganzen sein. Auch der bescheidenste Beruf wird in solchem Sinne Gottesdienst. Unnötig, zu sagen, wie lebendig grade solche Luther-Gedanken seit den jüngsten Tagen wieder im deutschen Menschen leben und wirksam sind.

Wenn einer ein deutscher Mensch war, so Martin Luther. […]

„Für meine Deutschen bin ich geboren, ihnen will ich dienen.“ Einen Dienst von nie zu ermessender Größe hat Luther Deutschland für alle Zeiten geleistet: er hat uns unsere Sprache, die hochdeutsche Einheitssprache geschenkt.

Berichterstattung Luthertag (Morgenpost)

Aufschlussreich ist schließlich auch, wie weit das völkische Luther-Bild in der Bevölkerung verbreitet gewesen ist. So stellt sich ein Schulaufsatz vom 20. November 1933 der Themen­stellung „Luther und Hitler – Ein Vergleich”. Darin schreibt der jugendliche Verfasser (mit allen orthographischen und stilistischen Eigenheiten):

Schulaufsatz „Luther und Hitler – ein Vergleich“ vom 20. November 1933

Luther und Hitler sind zwei Männer, von denen das deutsche Volk noch nach Jahrhunderten mit Ehrfurcht spricht. Unser großer Reformator wurde am Ausgang des Mittelalter im thüringischen Lande, in dem Städtlein Eisleben geboren. Beide haben vieles gemeinsam. Luther sagt von sich selbst: ‚Mein Vater, Großvater und Ahnherr sind rechte Bauern gewesen.‘ Auch Adolf Hitler stammt aus bäuerlichem Geschlecht. Also mitten aus dem Volke heraus erstanden sie dem Volke. Darum sind sie fest mit ihrer deutschen Heimat verwurzelt. Jedoch auch ihnen blieb der Kampf ums Dasein nicht erspart. Hitler sowohl wie Luther standen noch schwere Kämpfe bevor. Schon als junger Mann verlor Hitler seine Eltern. Trostlos schaute er in die Zukunft. Es kam der Weltkrieg. Während Hitler gaserblindet im Spital, zu Pasewalk lag, mußte er hören, wie man gegen die Armee redete, und die Juden schon ganze Arbeit gemacht hatten. Die Hoffnungslosigkeit schlug ihn vollends nieder. Um diese Zeit war es Hitler zumute, als müsse er hervorspringen, und den deutschen Arbeiter vertreten. Es ist ihm, als ob seine Stunde geschlagen hätte. Mit 30 Jahren erkennt Hitler sein Ziel. ‚Wenn Gott einem Volke helfen will, so hilft er es [!] nicht durch Worte und Bücher, sondern durch einen Mann, der im Volke emporgewachsen ist.‘ Luther und Hitler sind zwei Männer, von denen die deutsche Geschichte jedes Jahr­hundert nur einen aufweisen kann. Unser Reformator hatte nicht wenigeres zu beste­hen. Was hatte er nicht alles im Kloster erleben müssen! Nur mit dem einen Gedanken beschäftigte er sich Tag und Nacht: ‚Wie werde ich selig?‘ Auch im Kloster erlangte er seiner Seelen Seligkeit nicht. Darum faßte er sich ein Ziel und dieses Ziel hielt er fest, nämlich: der Neubau der Kirche. Beide hatten eine Welt von Feinden. Sie wurden verfolgt und geächtet, verhöhnt und verspottet. Je mehr man sie aber verfolg­te, desto mehr Anhänger bekamen sie. ‚Und wenn die Welt voll Teufel wär,‘ singt Luther in seinem: ‚Ein feste Burg ist unser Gott.‘ Hierdrin kennzeichnet sich der Mut und die Treue Luthers. Furchtlos und beharrlich hielten beide an ihrem Ziele, fest [gestrichen] durch Not und Gefahren hindurch, fest. Luther rechtfertigt sich auf dem Reichstage zu Worms: vor Kaiser und Reich, vor Papst und Kirche. Welch großes Unternehmen! Auch Adolf Hitler fürchtete sich vor Regierung und Festungshaft nicht. Er setzte sein Ziel durch bis zum siegreichen Ende. Was Hitler sich bis jetzt vorgenommen hatt ist ihm gelungen. Es wird ihm auch weiterhin gelingen. Die Weltanschauung Adolf Hitlers führt dahin, daß er eine große Volksgemeinschaft gründen will. Mit Hitler [gestrichen] Luther brach [gestrichen] endete die Zeit des Mittelalters und an ihr setzt sich die Neuzeit. Mit Hitler bricht die alte Weltanschauung, und mit ihm ersteht das dritte Reich. Unser Führer kämpft nicht für sich und seine Ehre, sondern für das deutsche Volk und dessen Ehre.“ [Zitiert nach Bernd Sösemann (Hg.), Propaganda. Medien und Öffentlichkeit in der NS-Diktatur, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte, Bd. 25, Stuttgart 2010, Nr. 1168].

Hermann Sasse

Hermann Sasse (1895-1976)

Es war Hermann Sasse, außerordentlicher Professor für Kirchengeschichte in Erlangen und Mitverfasser des Betheler Bekenntnisses (1933 mit Dietrich Bonhoeffer), der für den ideologischen Missbrauch eines kirchlichen Luther-Gedenkens klare Worte fand: „Je mehr die Lehre Luthers aus dem Bewußtsein seiner Kirche schwindet, umso törichter wird der Kultus seiner Person getrieben. Und je mehr man dem evangelischen Volk in schwülstigen, verlogenen Festreden den „Helden von Worms“, den „Landsknecht Gottes“ und wie die übrigen Gestalten und Symbole aus der Schreckenskammer der Luther-Jubiläen heißen, vorsetzte, umso mehr entfremdete es man der Reformation. Die evangelischen Kirchen, die das geduldet und sogar gefördert haben, können sich wirklich über ihr Schicksal nicht beklagen.“ [Was heißt lutherisch, München: Chr. Kaiser Verlag 1934, S. 25f]

Hier mein Text als pdf bzw. die Fassung Die »Schreckenskammer der Luther-Jubiläen« aus dem Korrespondenzblatt.

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