Danksagungsgebet über Milch und Honig

In der Taufeucharistie der Traditio Apostolica wird zusätzlich zu Brot und Wein auch ein Melikraton-Kelch, d.h. Milch mit Honig, sowie ein Kelch mit Wasser benediziert. Dazu findet sich in der äthiopischen Fassung folgendes Danksagungsgebet:

Wir danken dir, Gott,
der du alles beherrschst,
Vater unseres Geistes,
der du uns zum zweiten Mal geboren hast
durch Wasser und Geist in Jesus Christus, unserem Herrn,
den du gegeben hast, dass er das heilige Bad zur Vergebung der Sünden ordne,
indem wir also das Geschlecht deiner Weide sind,
die wir durch das Wort der (Wieder-) Geburt genährt werden mit Milch,
der Speise von deiner Gnade am Busen unserer heiligen Mutter,
indem der Heilige Geist durchs Wort tröstet.
Und du, Herr, bist allezeit zur Nahrung,
und, indem du uns bei der Ernährung deiner Kinder stillst
mit der Milch des Lebens nach dem Vorbild und Gebot der Schöpfung,
bringen wir dir das, was Milch und Honig ist,
das da herfließt von der heiligen Kirche, unserer Mutter,
die uns großgezogen hat.
Was von dir geheiligt ist, o Herr,
segne (es) segnend und heilige (es) heiligend,
damit es für die, welche davon empfangen in unvergänglicher Gemeinschaft,
sei zur Nahrung und zum Bad, zu deinem Guten, der Lehre,
in deiner Furcht und zum Maß des (Voll-)Wuchs.
Denn dein in allem geehrte Namen ist gepriesen
in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Amen.

(Quelle: Der aethiopische Text der Kirchenordnung des Hippolyt. Nach acht Handschriften hg. und übers. von H. Duensing, Göttingen 1946, 123f.)

In alten liturgischen Handschriften zum sogenannten Leonianum findet sich für den Ostersamstag am Ende des Kanons folgendes Segensgebet über Wasser sowie über Milch und Honig:

Segne, Herr, auch diese Schöpfungsgaben
des Quellwassers, der Milch und des Honigs,
und tränke deine Diener aus dieser (deiner) immerwährenden Quelle, …
nämlich dem Geist der Wahrheit,
und nähre sie mit diesem Honig und dieser Milch.
Denn du, Herr,
hast unsern Vätern Abraham, Isaak und Jakob die Verheißung gegeben,
als du sprachst:
Ich werde euch in das Land der Verheißung führen,
in ein Land, das von Milch und Honig fließt.
Verbinde, Herr, deine Diener mit deinem Geist,
wie dies, Milch und Honig, verbunden ist, in Jesus Christus.
Durch ihn erschaffst du immerfort alle diese guten Gaben …

(Nach Johannes Betz, Die Eucharistie als Gottes Milch in frühchristlicher Sicht, 2. Teil,  ZKTh 106, 1984, 167-185.)

Und schließlich noch der erste Vers aus der 40. der Oden Salomos:

Wie der Honig träufelt von den Waben der Bienen
und die Milch rinnt von der ihre Kinder liebenden Frau,
so ist auch meine Hoffnung auf dich, mein Gott.

(Oden Solomos, übers. v. Michael Lattke, Freiburg i.Br. 1995, 206)

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