„Jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt“ (1. Korinther 13,12) – unser Leben im göttlichen Kaleidoskop

Als Kinderspielzeug gilt das Kaleidoskop, das kleine Rohr mit einem Guckloch am einen und der Ansammlung von farbigen Glasplättchen am anderen Ende. Dazwischen befindet sich ein prismatischer Innenspiegel, der die Plättchen mehrfach wiederspiegelt. Im Licht betrachtet wird so ein symmetrisches, farbintensives Muster sichtbar. Dreht man dann noch das Kaleido­skop, verändert sich das jeweilige Farbmuster und lässt den Betrachter neu staunen.

Was sich im eigenen Leben mit der Zeit an Ereignissen aufwirft, mag mitunter willkürlich erscheinen: „Warum ist mir das passiert? Das macht doch keinen Sinn.“ In einer tiefen Lebenskrise steht mancher vor einem Scherbenhaufen. Wahrlich kein Kinderspiel, Vertrauen neu zu finden. Da kann uns das Kaleidoskop Sinnbild für die göttliche Vorsehung sein. Was der dreieinige Gott mit seiner Liebe widerspiegelt, macht nicht vor den dunklen Seiten im mir selbst halt. Seine Kreuzesgnade zeigt über meine Sünde hinaus ein tiefsinniges Lebensmosaik, mit dunklen wie auch hell leuchtenden Farben, mit der Farbe Rot für die Leidenschaft und das Leiden, mit Violett für Einsicht und Umkehr, mit Grün für das Wachstum und die Hoffnung, mit Blau für die tiefe Erkenntnis und schließlich mit Gold für das himmlische Licht.

Im Licht des menschgewordenen Gottessohnes fügen sich Bruchstücke meines Lebens zusammen. Wo im Rückblick auf den eigenen Lebensweg die göttliche Spur gefunden worden ist, haben verpasste Gelegenheiten, bittere Enttäuschungen, offene Wunden wie auch offene Rechnungen nicht das letzte Wort. Passend schreibt dazu der Apostel Paulus: „Jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie ich auch ganz erkannt worden bin.“ (1Korinther 13,12)

So können wir mit folgenden Worten zum vertrauensvollen Gebet finden: „In Deinem Licht siehst Du mich, / hast mich erkannt, / bei meinem Namen genannt. / Du kennst mein Herz, Dank und Schmerz, / es liegt vor dir offen, Herr. / Mein ganzes Sein, tagaus, tagein, / ergibt nur Sinn, wenn ich nicht jemand anderes bin. / Wie du mich siehst und was du in mir liebst, / das will ich sein und nur das allein“. (Martin Pepper).

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