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Kleider machen Leute – Vom Christusgewand

8. Februar 2017
Leonardo da Vinci - Gewandstudie für eine knieende Figur

Leonardo da Vinci – Gewandstudie für eine knieende Figur

An Fasching ist es offensichtlich: Kleider machen Leute. Wer verkleidet oder gar maskiert auftritt, ist jemand anderes. In unserer Kleidung steckt mehr als nur Leibesbedeckung oder Wärmeschutz. Mit meiner Bekleidung zeige ich vielmehr an, welches Ansehen ich habe oder aber wie ich von meinen Mitmenschen gesehen werden will. Mitunter gibt es den besorgten Spiegelblick: Wie stehe ich vor Arbeitskolleginnen, dem Chef, den Kunden, den Freundinnen oder dem Ehepartner dar? Mancher Blick scheint trotz unserer Kleidung uns bloßzustellen.

Für Christen gilt es eine besondere Lebenszusage: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ (Galater 3,27) Christus ist uns als „Taufkleid“ auf den Leib geschnitten. Eine seltsame Vorstellung, und doch lebenstiefe Wahrheit: Sein Leben legt sich um unser Leben – ein unsichtbares Gnadengewand auf unserer Haut, das uns nicht bloßstellt. Mit dieser Kleidung muss ich mich vor niemandem schämen.

Tag für Tag heißt es, dieses Kleid bewusst anzuziehen, um als Christ unseren Mitmenschen gegenüberzutreten. Das Christusgewand prägt uns so wohl innerlich wie auch äußerlich. Dazu schreibt der Apostel Paulus: „Gott hat euch als seine Heiligen erwählt, denen er seine Liebe schenkt. Darum legt nun die entsprechende »Kleidung« an: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Freundlichkeit und Geduld.“ (Kolosser 3,12) Kein nacktes „ich“ mit all seinen Stimmungen und Launen, sondern herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Freundlichkeit und Geduld hüllen mich ein und wirken zugleich auf Menschen um mich herum.

Himmlischer Vater,
wie stehen wir vor dir da – als deine Geschöpfe?
Nackt und bloß sind wir geboren,
auf elterliche Wärme und kleidsamen Schutz angewiesen.

Was ziehen wir uns alles in unserem täglichen Leben an,
zwängen uns in Kleidung, die uns nicht wirklich steht
spielen Rollen, die uns und anderen nicht guttun.

Entkleide uns von Äußerlichkeiten,
die unser Leben kaltstellen,
uns lieblos versteifen
uns selbstverliebt vereinsamen.
Reiß uns das Leichenhemd vom Leib.

Lege uns das Lebensgewand deines Sohnes Jesus Christus an,
seine Liebe sei unser Lebensfaden,
seine Hingabe unsere Erlösung aus Sünde und Tod.

Dein Geist hülle uns ein in herzliches Erbarmen,
in Güte, Demut, Freundlichkeit und Geduld,
auf dass unser Leben eine wärmende Ausstrahlung auf andere hat.
Durch Jesus Christus.
Amen.

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