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Hans G. Ulrich – Wie „Ethik“ zu lernen ist

5. November 2017

hans-g-ulrich

Gestern in Erlangen auf dem Symposion „Die Tradierung der Ethik im Gottesdienst“ anlässlich des 75. Geburtstages von Prof. em. Dr. Hans G. Ulrich ist in vielfältiger Weise zur Sprache gekommen, wie Hans Ulrich in seiner ganz besonderen Weise  Theologiestudierende und Doktoranden hat Ethik lernen lassen. Hierzu findet sich von ihm ein schon etwas älterer Text Wie „Ethik“ zu lernen ist, in dem sich folgende Passage findet:

Was heißt „Ethik“ lernen (inhaltliche Aspekte)?

(1) „Ethik“ lernen heißt nicht nur, zu dieser oder jener Sache Stellung nehmen lernen, heißt nicht nur, sich an diesen oder jenen Konfliktpunkten bewegen zu lernen, sondern es heißt zunächst einmal lernen, sich in den Fragen menschlicher Lebenskunst, in Fragen des mensch­lichen Zusammenlebens „ethisch“ bewegen zu können. Diese Mitte ethischer Arbeit, die all­tägliche und „normale“ Aufgabe ethischer Rechenschaft gilt es in den Blick zu fassen. Christ­liche Ethik kann als Lehre von der „Lebenskunst“ und den „Lebensformen“ verstanden wer­den. „Ethik“ hat nicht nur Argumentationsstrategien (etwa zur Rechtfertigung alltäglichen Handelns) vorzuführen, sondern sie vermag etwas zu zeigen: sie hat einen „Gegenstand“ vorzuführen. Sie hat zu zeigen, wie Menschen leben können. Mit Aristoteles gesagt: Ethik hat das „gute Leben“ zu zeigen, das in der (politischen) Gemeinschaft mit anderen gelebt wird. Christliche Ethik hat zu zeigen, wie Menschen als die Geschöpfe Gottes leben.

Dies bewegt sich auf mehreren Ebenen, auf der Ebene der Moralität, wo es um die universale Geltung geht, und auf der Ebene der Sittlichkeit, wo es um die Geltung von bestimmten Le­bensformen geht. Darin die Fäden zusammenlaufen zu lassen, also Ethik durchaus in einer solchen konzentrischen Weise zu lehren – und „Ethik“ nicht zu reduzieren, etwa auf die Dis­kussion von diesen oder jenen Problem„lösungen“, wird für die didaktische Arbeit entschei­dend sein (oder wieder neu werden) müssen.

(2) Ethik lernen heißt eine „Sprache“ lernen, die Sprache ethischer Rechenschaft lernen.

Die „Sprache der Moral“ oder der ethischen Argumentationen enthält auf allen Ebenen Be­griffe, bei denen oft unklar ist, wohin sie gehören. So wird von „Wer­ten“ geredet, von „Nor­men“, von „Verantwortung“. Und immer ist ein spezifi­sches, oft mit anderen unvereinbares (um mit Wittgenstein zu reden:) „Sprachspiel“ im Gang. Es kommt darauf an, solche Sprach­spiele zu „kennen“, also sich auf Beschreibungen einzulassen (wer hat wie von „Werten“ ge­redet?). Dann aber – vor allem – kommt es darauf an, sich auf die Frage einzulassen, welche „Sprache“ dann wirklich zur Sprache derjenigen „Ethik“ werden kann, die dem christlichen Reden von Gott entspricht.

An dieser Stelle setzt die theologische Arbeit ein. Sie kann nicht darin bestehen, die Suche nach den „Werten“ mit christlichen Wertvorstellungen aufzufüllen, ohne die Rückfrage zu stellen, inwiefern denn Christen überhaupt von „Werten“ zu reden haben. Die theologische Arbeit in der Ethik kann auch nicht darin beste­hen, „Normen“ oder „Maximen“ des Handelns in ihrer Verbindlichkeit festzustel­len, ohne zu fragen, was in der christlichen Lebensform „Handeln“ heißt. „Ethik“ lernen heißt, in diese Arbeit an der moralischen Sprache eintreten. Wie reden Christen von „Verantwortung“, wie reden sie von „guten Werken“, vom „Gewis­sen“, von „Freiheit“, von „Gerechtigkeit“?

Das führt dann auch dazu, sich in der ethischen Theorie, im Diskurs bewegen zu lernen. Man wird die verschiedenen Ebenen der moralischen Sprache zugleich im Blick behalten, nicht die eine gegen die andere abgrenzen. Die Ebene des theoreti­schen und analytischen Diskurses (z.B. die Diskussion über „Verfahrensethik“, oder über „Verantwortungsethik“) thematisiert direkt die Frage, wie ethisch zu reden ist – und diese Rede betrifft dann direkt die Praxis ethischer Rechenschaft und Verständigung. Denn im ethischen Urteil kommen auch die theoretischen Begriffe wie „Verantwortung“ oder „Gewissen“ vor. (Vgl. als biblisches Bei­spiel: Jesus zeigt, wie vom „Nächsten“ zu reden ist, im Gleichnis vom barmherzigen Samari­ter: Lk 10,25-37.)

Hier der vollständige Text als pdf.

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„Die Hoffnung auf das kommende Gottesreich umgreift das, was Christen jetzt leben und glauben dürfen“ – Hans G. Ulrich über die Rede vom „Reich Gottes“

27. Oktober 2017

Mein theologischer Lehrer Hans G. Ulrich wird am 5. November 75 Jahre alt. Bei ihm habe ich evangelische Ethik in göttlicher Verheißung gelernt, die einem religionistischen Autismus biblisch widerspricht. Ein schöner, feinsinnig geschriebener Text ist sein Aufsatz „Gottes Reich – der widerständige Trost seiner Verheißung“ (2005 erschienen in Ernstpeter Maurer, Grundlinien der Dogmatik), in dem es unter anderem heißt:

Die Hoffnung auf das Reich Gottes ist untrennbar verbunden mit Jesus Christus, mit seiner Verkündigung, seinem Wirken, seinem Leben und seiner Passion. Die Hoffnung auf das Reich Gottes bleibt gewie­sen an Jesus, der als der »König der Juden« stirbt, und an den Jesus Christus, der zur Rechten Gottes sitzt und wiederkommt, um »zu rich­ten die Lebenden und die Toten«, wie es im Apostolischen Glaubens­bekenntnis ausgesprochen ist. Die Hoffnung auf Gottes Reich ist in diese Geschichte Jesu Christi aufgehoben. Sie steht gegen die Erwar­tung und Verzweiflung derer, die ihre Geschichte oder die Geschichte der Menschheit mit dem Reich Gottes verbunden sehen wollen. Mit der Verheißung des Reiches Gottes wird nicht der verborgene Sinn der Geschichte oder gar deren Vollendung, sondern eine andere Ge­schich­te präsent: die Geschichte Gottes mit den Menschen, seinen Geschöp­fen, denen er die Treue hält.

In dem Aufeinandertreffen biblischer Zeugnisse ist der Zusammen­hang von Gottes Ver­heißung und Erfüllung angelegt, in dem sich der christliche Glaube und die christliche Hoff­nung bewegen: die Hoffnung auf Gottes Reich ist getragen von der Erfahrung erfüllter Verhei­ßung in dem gekommenen Christus und von dem Glauben an den auf­erstandenen Herrn, dem König – und umgekehrt: die Verheißung end­gültiger Erfüllung in Gottes Reich trägt den Glauben an den gegenwär­tigen Christus. Hier ist der Jesus Christus im Blick, der sich den Armen und Elenden zugewandt hat, der Krankheiten geheilt und Sünden ver­geben hat.

Nicht die vielleicht bange Frage möglicher Perspektiven auf ein künftiges Gottes-Reich ist hier leitend, sondern die überreiche, das ge­genwärtige Leben verändernde Präsenz erfüllter Verheißungen und die ihnen folgende, darin begründete Hoffnung auf weitergehende Erfül­lung, die Gott selbst herbeiführt. Es geht nicht darum, daß etwa eine Kirche, die Christen oder das Christentum Gottes Wirken weiterfüh­ren, sondern es geht darum, daß sich diese Christen und die Gemeinde Jesu Christi ihrer Berufung würdig zeigen (Eph 4,1). Die Verheißung des kommenden Gottesreiches hat ihre Pointe ja gerade darin, daß nicht irgendein Reich in Aus­sicht steht, sondern daß Gott selbst — in der Einheit mit Christus — regiert. Die Hoffnung richtet sich auf den Gott, der schon bekannt und präsent ist, und auf ein Gottes-Reich, das bereits begonnen hat. Sein Fundament ist gelegt.

So kann der christlichen Gemeinde gesagt werden: »Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herr­lichkeit seines Erbes für die Heiligen ist, und wie überschwenglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wur­de, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den To­ten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.« (Eph 1,18-23)

Die Hoffnung auf das kommende Gottesreich hat ihre Eigenart und Kraft darin, daß sie in Gottes Verheißung begründet ist und daß Gott selbst die Hoffnung auf sein kommendes Reich herbeigeführt hat. Gott hat die menschlichen Hoffnungen auf sich gezogen und an sich gebun­den. Mit der Hoffnung auf Gottes kommendes Reich bleibt der christliche Glaube daran ge­wiesen, daß Gott nicht nur irgendwie im Hintergrund gedacht wird, als der Gott, der schließ­lich alles zu­sammenhält oder zum guten Ende führt. Vielmehr ist Gott mit seinem Wirken und Handeln präsent und kommt uns Menschen und dieser Welt mit seiner künftigen Regentschaft entgegen. So ist es nicht mög­lich, die Hoffnung auf das Gottes-Reich zu bewahren ohne die ganze Geschichte der Verheißungen und ihrer Bekräftigung durch Gott, die im Kommen Jesu Christi greifbar nahegerückt ist. Mit der Hoffnung auf Gottes kommendes Reich ist gegeben, daß unser ganzes gegenwär­tiges menschliches Leben, mit allem, was es trägt und ausmacht, in Gottes regierender Hand ist. So können die Christen singen: »Lobe den Herren, den mächti­gen König der Ehren … Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret … Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge­segnet« (EG, 316). Gottes kommendes Reich wird dieses Lob in einer neuen Welt bewahrheiten. Die Hoffnung auf Gottes kommendes Reich ist an diesem Vertrau­en festgemacht, es ist eine erfahrene und begrün­dete Hoffnung (Gerhard Saurer). Mit der Verheißung des kommenden Reiches Gottes findet der Glaube den Gegenhalt, den Trost in Gottes Wirken und Regieren. Dieser Gegenhalt steht allem Vertrösten entge­gen.

Hier der vollständige Text „Gottes Reich – der widerständige Trost seiner Verheißung“ als pdf.

 

Was sind gute Werke (Hans G. Ulrich)

2. August 2017
Brueghel-Umkreis_Werke_der_Barmherzigkeit

Die Werke der Barmherzigkeit, 17. Jh. (Umkreis Brueghels des Jüngeren)

In seinem lesenswerten RGG-Artikel über die guten Werke bezieht Hans G. Ulrich diese auf Gottes Werk und entzieht sie damit der hoffnungslosen Selbstreflexion eines moralischen Subjekts:

Christlich-theologische und philosophische Ethik ist nicht nur als Ethik der Pflichten, der Tugenden oder der Güter, sondern auch als Ethik der guten Werke verstanden worden. Diese ist auch von einer Ethik des guten Lebens oder einer Ethik der ge­rechten Prozeduren zu unterscheiden. Eine Ethik der guten Werke fragt, inwiefern es bestimmte Werke oder Hand­lungen gibt, die im Sinne der moralischen oder sittlichen Existenz des Menschen und des ihm Gebotenen »gut« genannt werden können. Handlungen sind »gut« nicht allein deshalb zu nen­nen, weil sie aus einer guten Absicht oder einem guten Willen hervorgehen, aber ohne eine gute Absicht gibt es auch keine gute Handlung.

In der christlichen Tradition lautet die Regel: Ein guter Mensch bringt gute Werke hervor, gute Werke machen jedoch keinen guten Menschen. Als guten Menschen versteht die christ­liche Tradition den neuen Menschen, der von Gott dazu geschaffen wird, gute Werke zu tun (Eph 2,10). Die guten Werke sind Frucht des Handelns Gottes am Menschen (Gal 5,22). Sie können deshalb nicht dazu dienen, bei Gott ein Verdienst zu erwerben. Diese Ab­grenzung läßt eine Ethik der guten Werke nicht hinter sich, sondern eröffnet erst eine solche. Die Vor­aussetzung dafür, daß ein Werk »gut« genannt werden kann, ist nach Luthers Ausle­gung des ersten Gebotes allein der Glaube, das Vertrauen in Gottes heilschaffendes Handeln, in dem ein Werk geschieht, denn dieses Vertrauen be­gründet, daß ein Werk nicht um des eigenen Nut­zens willen getan wird. So ist der Glaube das erste und einzige gute Werk. Alle anderen Wer­ke können »gut« nur genannt werden, sofern sie befreit von der Sorge um das eigene Heil allein auf das gerichtet sind, was dem Nächsten not tut. Davon bestimmt kann alles, was Menschen – etwa in ihrem Beruf – tun, ein gutes Werk sein.

Was gut ist, kann nicht an einem Zustand der Welt oder des Menschen ermessen werden, weil damit das Gute, das von Gott im Glauben zu erfahren, weiterzugeben und zu bezeugen ist, außer acht gelassen wird. Dem Menschen ist zu tun geboten, was ihm im Vertrauen auf Gottes Werk zu tun bleibt. Dies sind durchaus bestimmte gute Werke. Statt einem allgemeinen Guten dienen zu wollen, ist es geboten, das zu tun und sich davon prägen zu lassen, was im Gebot Gottes (etwa im Dekalog), zusammengefaßt im Gebot der Nächstenliebe, enthalten ist. Dazu gehört, das Gerechte zu tun, Barmherzigkeit zu üben und Frieden zu stiften. Solche guten Werke kennzeichnen die christliche Lebensform, die mit dem Glauben gegeben ist. Diese Lebensform hat die christliche Ethik als sittliche Lebensform zu entfalten und kann sich nicht auf das beschränken, was aufgrund allgemein begründeter Regeln verboten oder zu schützen ist. In diesem Sinne ist die christliche Ethik der guten Werke als Sozialethik zu verstehen. Sie zeigt, wie in allem Tun, im Beruf und in den Institutionen durch die guten Werke die Lebens­form zu bezeugen ist, die aus dem Vertrauen in Gottes Werk her­vorgeht und von ihm geprägt ist.

RGG4, Bd. 3 (2000), Sp. 1345f.

Hans G. Ulrich – Kritisches zu Bedford-Strohms Vorwort zur neuen Luther-Bibel

17. Oktober 2016

hans-g-ulrich

Hans G. Ulrich, emeritierter Professor für Systematische Theologie und Theologische Ethik an der Universität Erlangen-Nürnberg, hatte mich auf das Vorwort von Bedford-Strohm zur neuen Luther-Bibel aufmerksam gemacht. Hier seine eigene Kritik:

Das Vorwort, das Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der neuen Luther-Bibel veröffentlicht hat, verdient eine intensive Diskussion. Ich denke nicht, dass der erste Absatz auch nur einen haltbaren Satz enthält. Man kann die Bibel nicht so von einer Art historischen Standort aus charakterisieren. Enthält die Bibel wirklich „Erzählungen vom Werden der Welt?“ (Sie redet von der Schöpfung, nicht von der „Welt“, die Kategorie gibt es dort nicht) Enthält sie „Gesetzestexte“ (naja, sie enthält Gebote, die auch in „Gesetzen“ zur Entfaltung kommen), enthält sie „Visionen von einer neuen Welt“ (sie enthält prophetische Verkündigung) … usf.?

In einer Bibel, die Luther übersetzt hat, ist nun im Vorwort zu lesen, dass im Mittelpunkt des Alten Testaments, „die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel“ steht, und dass es im Neuen Testament „um Jesus Christus geht“. Gibt es zwischen diesen „Teilen“ einen Zusammenhang, oder ist die Bibel, die zwei Teile hat, nicht ein Ganzes? Luther hat jede Zeile auch im Alten Testament daraufhin übersetzt, dass darin ein „Evangelium“ enthalten ist, auch in den Geboten, die er selbst als Gebete gebetet hat.

Das Vorwort ist so geschrieben, als sollte es die erreichen, die noch nie etwas von diesem Buch gehört haben und jetzt erfahren, dass es eine große geschichtliche Bedeutung hat. Aber eben denen, die davon wenig oder nichts wissen, wird die nötige Information nicht gegeben, nämlich, dass die Bibel ein Ganzes ist, und dass die ganze Bibel die Botschaft von dem Gott ist, der Israel erwählt hat, mit ihm eine Geschichte eingegangen ist und in Jesus Christus alle Menschen in diese Geschichte hineinruft. Wie man das eben formulieren kann, was aber wirklich nicht schwer sein dürfte. Die Bibel ist hier eine „ganze Bibliothek“ (ist das ihre Ganzheit?). Sie „bringt den Menschen die Botschaft von Gottes Liebe und Barmherzigkeit“ – das passt dann zu der unklaren Kennzeichnung der beiden „Teile“. Es wäre ja möglich gewesen zu sagen, „die Bibel bringt den Menschen die Botschaft von Gottes Liebe und Barmherzigkeit in seiner Geschichte mit seinem Volk Israel und allen Menschen, die er in Jesus Christus in diese Geschichte beruft, von der Schöpfung bis zum Kommen seines Reiches.“

Das Buch ist nicht „uns (d.h. den Christen) heilig“, wie das Vorwort sagt, sondern es ist die „Heilige Schrift“, das heißt Gottes Wort, die Schrift, die Gott heiligt. (Von den Psalmen hat Luther gesagt, dass der Heilige Geist sie den Betern ins Herz geschrieben hat …) Man kann alles einfach und doch radikal anders sagen. Es wäre dann auch die Gesamt-Perspektive eine andere als dass die Bibel „zum Leben hilfreich“ sein möge, statt, dass sie das Buch eben mit jener Botschaft ist, die zum Glauben ruft und den Glauben trägt.

Ich denke nicht, dass damit nur orthodoxe Berichtigungen angezeigt wären, sondern die einzige treffende hermeneutische Perspektive, weil jene allgemeine vom Buch der Weltgeschichte und vom Gott der Liebe und Barmherzigkeit und den Christen als ihrem heiligen Buch den Inhalt der biblischen Botschaft verschwinden lässt. Jeder, der diese Bibel in den Gemeinden vorstellt, hätte die einfache Aufgabe, ein eigenes Vorwort zu präsentieren. Die Vorworte Luthers zur Bibel, die in der Jubiläums-Bibel abgedruckt sind, sprechen ohnehin ihre eigene Sprache.

Hier Prof. Ulrichs Kritik als pdf.

Meine eigene Anfrage an Bedford-Strohms Bibelverständnis finden sich hier.