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Hermann Diem – Wider das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung. Offener Brief an Landesbischof D. Meiser (Osterbotschaft 1943)

13. Mai 2017

Hermannn Diem (1900-1975) als Pfarrer in Ebersbach an der Fils (1935)

Hermann Diem hatte für den Münchener Lemppschen Kreis um Ostern 1943 eine Denkschrift (Osterbotschaft Münchner Laien) entworfen, die als Grundlage für einen öffentlichen Protest der Kirche gegen die Morde an Juden dienen sollte und dazu dem bayerischen Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) vorgelegt wurde. Meiser lehnte deren Veröffentlichung ab, so dass sie vom Schweizer evangelische Pressedienst im Juli 1943 veröffentlicht worden ist. Der Elberfelder Pfarrer Helmut Hesse (1916-1943) übernahm Teile der Denkschrift in seine Predigt bei einem Bekenntnisgottesdienst im Juni 1943 und bezahlte dafür mit seinem Leben: Er wurde mit seinem Vater verhaftet und starb im November 1943 im Konzentrationslager Dachau an Niereninsuffizienz, weil man ihm lebenswichtige Medikamente verweigert hatte. Die Denkschrift ist in ihrer israeltheologischen Diktion und als christliches Zeugnis gegen die nationalsozialistische Judenvernichtung beachtenswert:

Wider das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung. Offener Brief an Landesbischof D. Meiser, 1943

Hochwürdiger Herr Landesbischof!

Als Christen können wir es nicht mehr länger ertragen, daß die Kirche in Deutschland zu den Judenverfolgungen schweigt. In der Kirche des Evangeliums sind alle Gemeindeglieder mitverantwortlich für die rechte Ausübung des Predigtamtes. Wir wissen uns deshalb auch für sein Versagen in dieser Sache mitschuldig. Der zur Zeit drohende nächste Schritt: die Einbe­ziehung der sog. „privilegierten“ Juden in diese Verfolgung unter Aufhebung der nach Gottes Gebot gültigen Ehen mag der Kirche die Veranlassung geben, das durch Gottes Wort von ihr geforderte Zeugnis abzulegen gegen diese Verletzung des 5., 6., 7., 8., 9. und 10. Gebotes und damit endlich das zu tun, was sie längst hätte tun müssen.

Was uns treibt, ist zunächst das einfache Gebot der Nächstenliebe, wie es Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ausgelegt und dabei ausdrücklich jede Einschränkung auf den Glaubens-, Rassen- oder Volksgenossen abgewehrt hat. Jeder „Nichtarier“, ob Jude oder Christ, ist heute in Deutschland der „unter die Mörder Gefallene“, und wir sind gefragt, ob wir ihm wie der Priester und Levit, oder wie der Samariter begegnen.

Von dieser Entscheidung kann uns keine „Judenfrage“ entbinden. Vielmehr hat die Kirche bei diesem Anlaß zugleich zu bezeugen, daß die Judenfrage primär eine evangelische und keine politische Frage ist. Das politisch irreguläre und singuläre Dasein und Sosein der Juden hat nach der Heiligen Schrift seinen alleinigen Grund darin, daß dieses Volk von Gott als Werk­zeug seiner Offenbarung in Beschlag genommen ist.

Anfang der von Hermann Diem maschinengeschriebenen Osterdenkschrift (© Landeskirchliches Archiv Stuttgart, D1/108)

Die Kirche hat daher allen Juden unermüdlich zu bezeugen, so wie es die ersten Apostel – nach Golgatha! – getan haben: „Euch zuvör-[109]derst hat Gott auferweckt seinen Knecht Jesus und hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeglicher sich bekehre von seiner Bosheit“ (Acta 3,26). Dieses Zeugnis kann die Kirche nur dann für Israel glaub­würdig ausrichten, wenn sie sich zugleich um den „unter die Mörder gefallenen“ Juden annimmt.

Sie hat dabei insbesondere jenem „christlichen“ Antisemitismus in der Gemeinde selbst zu widerstehen, der das Vorgehen der nichtchristlichen Welt gegen die Juden, bzw. die Passivität der Kirche in dieser Sache mit dem „verdienten“ Fluch über Israel entschuldigt und die Mah­nung des Apostels an uns Heidenchristen vergißt: „Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, daß er vielleicht dich auch nicht verschone“ (Röm 11,20f).

Dem Staat gegenüber hat die Kirche diese heilsgeschichtliche Bedeu­tung Israels zu bezeugen und jedem Versuch, die Judenfrage nach einem selbstgemachten politischen Evangelium zu „lösen“, d. h. das Judentum zu vernichten, aufs äußerste zu widerstehen als einem Versuch, den Gott des 1. Gebotes zu bekämpfen. Die Kirche muß bekennen, daß sie als das wahre Isra­el in Schuld und Verheißung unlösbar mit dem Judentum verknüpft ist. Sie darf nicht länger versuchen, vor dem gegen Israel gerichteten Angriff sich selbst in Sicherheit zu brin­gen. Sie muß vielmehr bezeugen, daß mit Israel sie und ihr Herr Jesus Christus selbst bekämpft wer­den.

Das Zeugnis, das der Kirche durch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter geboten ist, wird also durch die „Judenfrage“ nicht etwa suspendiert. Das Phänomen der Juden, an denen sich die prophetische Weissagung erfüllt, „daß sie sollen zum Fluch, zum Wunder, zum Hohn und zum Spott unter allen Völkern werden“ (Jer 29,18), be­zeugt aller Welt den Gott des 1. Gebotes, der durch sein Handeln an Israel seinen Herrschaftsanspruch an die Völker kundtut. Dieses Phänomen hat die Kirche zu interpretieren. Sie hat also durch ihre Ver­kündigung dafür zu sorgen, daß die Regierenden diesem Zeugnis nicht auszuweichen versuchen durch Beseiti­gung dieses Phänomens. Das tut sie durch die Verkündigung des Evangeliums von dem Gott, der Israel und uns „aus Ägyptenland, aus dem Diensthause geführt hat“ (2. Mose 20,2) und trotz aller Untreue der von ihm aus Juden und Heiden Erwählten seinem Bund treu bleibt. Sie bezeugt damit den Regierenden, daß diese allein durch den Glauben an Jesus Christus frei werden können von der Dämonie ihres politischen „Evangeliums“, das sie in ihrer durch kein Gesetz Gottes begrenzten Besessenheit verwirklichen wollen. [110] Die Kirche hat also den Regierenden für ihr Verhalten gegen Israel nicht nur die Gebote der 2. Tafel zu predigen, sondern zugleich zu bezeugen, daß diese Predigt durch das 1. Gebot gefordert ist und daß die Regierenden nur im Gehorsam gegen den Gott des 1. Gebotes ihr Amt recht ausrichten, d. h. das Gesetz recht handhaben können.

Das Zeugnis der Kirche gegen die Judenverfolgung in Deutschland wird so zu einem mit besonderem Gewicht ausgestatteten Sonderfall des der Kirche gebotenen Zeugnisses gegen jede Verletzung der 10 Ge­bote durch die staatliche Obrigkeit. Sie hat im Namen Gottes – also nicht mit politischen Argumenten, wie das ab und zu schon geschehen ist – den Staat davor zu warnen, daß er „den Fremdlingen, Witwen und Waisen keine Gewalt tut“ (Jer 7,6), und ihn zu erinnern an seine Aufgabe einer gerechten Rechtsprechung in einem ordentlichen und öffent­lichen Rechtsverfahren aufgrund humaner Gesetze, an das Gebot der Billigkeit im Strafmaß und im Strafvollzug, an seinen Rechtsschutz für die Unterdrückten, an die Respektierung gewisser „Grundrechte“ seiner Untertanen usw.

Dieses Zeugnis der Kirche muß öffentlich geschehen, sei es in der Predigt, sei es in einem besonderen Wort des bischöflichen Hirten- und Wächteramtes. Nur so kann es seine Aufgabe erfüllen, allen denen, die legislativ oder exekutiv an dieser Verfolgung mitwirken, und zu­gleich den betroffenen Juden und der in ihrem Glauben angefochtenen christ­lichen Gemeinde die schuldige Unterweisung der Gewissen zu geben. Alles, was bisher von der Kirche in Deutschland in dieser Sache getan wurde, kann nicht als ein solches Zeugnis gelten, da es weder öffentlich geschah noch inhaltlich der Aufgabe des Predigtamtes in dieser Sache gerecht wurde.

Wenn wir uns an Sie wenden, hochwürdiger Herr Landesbischof, da­mit Sie das der Kirche gebotene Zeugnis veranlassen, so bitten wir Sie dringend: Sehen Sie in unserem Schritt nicht nur eine jener Mahnungen zu kräftigerem Reden, denen Sie aufgrund der größeren Übersicht, die Sie durch Ihr hohes Amt haben, allerlei Erwägungen der Zweckmäßig­keit eines solchen Schrittes im Blick auf die möglichen Folgen nicht nur für die Kirche, sondern auch für die betroffenen Juden selbst entgegenstellen könnten. Es geht uns nicht um Komparative. Wir meinen auch jene Folgen schon selbst soweit bedacht zu haben, als dies erlaubt und geboten ist. Aber es geht uns um etwas anderes:

Als lutherische Christen wissen wir mit Artikel V des Augsburgischen Glaubensbekennt­nisses, daß wir ohne das Predigtamt der Kirche nie [111] zum Glauben kommen können. Darum treibt uns neben dem Mitleid für die Verfolgten die Angst, das Predigtamt unserer Kirche könne durch sein Schweigen sein Dasein sichern wollen um den Preis, daß es dafür seine Vollmacht und Glaubwürdigkeit zu binden und zu lösen verliert. Und damit wäre alles verloren – mit der Kirche wäre auch unser Volk verloren.

München, an Ostern 1943

Quelle: Hermann Diem, sine vi – sed verbo. Aufsätze, Vorträge, Voten, hrsg. v. Uvo Andreas Wolf, TB 25, München: Chr. Kaiser 1965, 108-111.

Hier Diems Text als pdf.

 

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„Darum sollt ihr Herren Juden nicht dulden, sondern vertreiben“ – Martin Luthers erschreckende Kanzelvermahnung „Wider die Juden“ vom 15. Februar 1546

29. Oktober 2016
Fotocollage zur Ausstellung

Fotocollage zur Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht“ – Martin Luther und die Juden (17. Januar bis 22. März 2016
in Magdeburg)

Drei Tage vor seinem Tod, am 15. Februar 1546 predigte Martin Luther in seiner Geburtsstadt Eisleben über Jesu Jubel- und Heilandsruf (Matthäus 11,25-30). Er beschließt die Predigt mit den Worten „viel mehr wäre von diesem Evangelium zu sagen. Aber ich bin zu schwach, wir wollen’s hierbei bleiben lassen.“ Doch dann fährt er mit einer erschreckenden Kanzelvermahnung fort, die die Grafen von Mansfeld  als Landesherren dazu auffordert, Juden aus ihrem Territorium zu vertreiben. Graf Albrecht von Mansfeld ist dieser Forderung nachgekommen und vertrieb die Juden 1547 aus Eisleben. Professor Matthias Morgenstern hat dankenswerterweise diese „Vermahnung“ in heutiges Deutsch übertragen, so dass man Luthers widerlichen Worten nicht auskommt. Außerdem hat Morgenstern Luthers Schrift „Von Juden und ihren Lügen“ neu herausgegeben und kommentiert. Hier Luthers Kanzelvermahnung „Wider die Juden“:

Nachdem ich nun eine Zeitlang hier gewesen bin und euch gepredigt habe und nun auch heim muss und euch vielleicht nicht mehr predigen möchte, will ich euch hiermit gesegnet und gebeten haben, fleißig bei dem Wort zu bleiben, das euch eure Prediger und Pfarrherren von der Gnade Gottes getreulich lehren. Und ihr sollt auch gewöhnt sein zu beten, dass Gott euch vor allen Weisen und Klüglingen behüten wolle, die die Lehre des Evangeliums verachten; denn sie haben oft großen Schaden angerichtet und können dies weiterhin tun.

Zudem habt ihr auch noch die Juden im Lande, die großen Schaden anrichten. Nun wollen wir christlich mit ihnen umgehen und bieten ihnen zunächst den christlichen Glauben an, damit sie den Messias annehmen, der doch ihr Vetter ist. Er ist aus ihrem Fleisch und Blut geboren und ein rechter Same Abrahams, wessen sich [die Juden ebenfalls] rühmen. Obwohl ich Sorge habe, dass das jüdische Blut inzwischen wässerig und wild geworden ist, sollt ihr ihnen zunächst anbieten, dass sie sich zum Messias bekehren wollen und sich taufen lassen, damit man sehen kann, dass es ihnen ernst sei. Wo sie das nicht tun, wollen wir sie nicht dulden. Denn Christus gebietet uns, dass wir uns taufen lassen und an ihn glauben sollen. Obwohl wir nun nicht so stark glauben können, wie wir sollten, hat Gott dennoch Geduld mit uns.

Nun verhält es sich mit den Juden so, dass sie unseren Herrn Jesus Christus täglich nur lästern und schänden. Weil sie das tun und wir wissen es, sollen wir es nicht dulden. Denn wenn ich den bei mir dulde, der meinen Herrn Christus schändet, lästert und verflucht, dann nehme ich Anteil an fremden Sünden, obwohl ich doch genügend eigene Sünden habe. Darum sollt ihr Herren sie nicht dulden, sondern vertreiben. Wenn sie sich aber bekehren, ihren Wucher lassen und Christus annehmen, wollen wir sie gern wie unsere Brüder halten.

Anders wird nicht daraus, denn sie treiben es doch zu arg. Sie sind öffentlich unsere Feinde, sie hören nicht auf, unseren Herrn Christus zu verlästern, nennen die Jungfrau Maria eine Hure und Christus ein Hurenkind. Uns nennen sie Wechselbälge und Mahlkälber, und wenn sie uns alle töten könnten, täten sie es gern.

Und sie tun es auch oft, besonders diejenigen, die sich als Ärzte ausgeben, obgleich sie manchmal auch helfen. Denn der Teufel hilft es doch zuletzt versiegeln. So kennen sie auch die Arznei, die man im Welschland kennt: wenn man einem anderen Menschen ein Gift einflößt, von dem er in einer Stunde, in einem Monat, in einem Jahr, ja in zehn oder zwanzig Jahren sterben muss. Diese Kunst können sie.

Darum lasst euch nicht beirren von denen, die bei euch nichts anderes tun, als dass sie unseren lieben Herrn Jesus Christus gräulich verlästern und uns nach Leib, Leben, Ehre und Gut trachten. Noch wollen wir die christliche Liebe an ihnen üben und für sie bitten, dass sie sich bekehren, den Herrn annehmen, den sie eigentlich vor uns hätten ehren sollen. Wer das nicht tun will, da ziehe es nicht in Zweifel, dass der ein entarteter Jude ist, der nicht davon ablassen wird, Christus zu verlästern, dich auszusaugen und dich zu töten, wo er nur kann.

Darum bitte ich, dass ihr keinen Anteil nehmt an fremder Sünde. Ihr habt genug daran, Gott zu bitten, dass er euch gnädig sei und euer Regiment erhalte, wie ich noch täglich bete und mich unter dem Schirm des Sohnes Gottes berge. Den halte und ehre ich als meinen Herrn, zu dem muss ich laufen und fliehen, wenn mich der Teufel, die Sünde oder ein anderes Unglück anficht. Denn er ist mein Schirm, so weit Himmel und Erde sind, und meine Gluckhenne, unter die ich vor Gottes Zorn krieche. Darum kann ich nicht den verstockten Lästerern und Schändern dieses lieben Heilands keine Gemeinschaft oder Geduld haben.

Das habe ich euch als Landeskind zur Warnung sagen wollen, damit ihr keinen Anteil nehmt an fremder Sünde. Denn ich meine es ja gut und treulich mit uns beiden, mit dem Landesherrn und den Untertanen. Wollen sich die Juden zu uns bekehren und mit ihrer Lästerung und was sie uns sonst getan haben aufhören, so wollen wir es ihnen gern vergeben. Wo aber nicht, so sollen wir sie auch bei uns nicht dulden und nicht leiden.

Quelle: Weimarer Ausgabe Martin Luthers (WA) 51, Seiten 195-196.

In Ergänzung dazu Luthers Brief aus Eisleben an seine Frau vom 1. Februar 1546, in dem er ihr seine Kanzelvermahnung angekündigt hat – zärtliche Sprache, die  in einen gnadenlosen Antisemitismus entgleitet:

„Meiner herzlieben Hausfrau, Katherin Lutherin, Dokto­rin, Zülsdorferin, Saumarkterin, und was sie mehr sein kann.

Gnad und Friede in Christo und meine alte, arme Liebe und, wie E.G. weiß, unkräftige, zuvor! Liebe Käthe! Ich bin wahrlich schwach gewesen auf dem Weg hart vor Eisleben, das war meine Schuld. Aber wenn Du wärest dagewesen, so hättest Du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes Schuld gewesen. Denn wir mußten durch ein Dorf hart vor Eisleben, darinnen viel Juden wohnen; vielleicht haben sie mich so hart angeblasen. So sind hier in der Stadt Eisleben jetzt diese Stund über fünfzig Juden wohnhaft. Und wahr ist’s: Da ich an dem Dorf vorbei­fuhr, ging mir ein solcher kalter Wind hinten zum Wagen hinein auf meinen Kopf durch’n Barett, als wollt mir’s das Hirn zu Eis machen. Solches mag mir zum Schwindel etwas geholfen haben. Aber jetzt bin ich, Gott Lob, wohl­auf, nur daß die schönen Frauen mich so hart anfechten, daß ich weder Sorge noch Furcht habe vor aller Un­keuschheit.

Wenn die Hauptsachen geschlichtet wären, so muß ich mich dranlegen, die Juden zu vertreiben; Graf Albrecht ist ihnen feind und hat sie schon preisgegeben. Aber noch tut ihnen niemand etwas. Will’s Gott, ich will auf der Kanzel Graf Albrecht helfen und sie auch preisgeben.

Ich trinke Naumburgisch Bier, fast des Geschmacks, den Du am Mansfelder mir einst gelobt hast. Es gefällt mir gut, macht mir des Morgens wohl drei Stuhlgänge in drei Stunden. Deine Söhnchen sind gen Mansfeld gefahren vorgestern, weil sie Hans von Jena4 so demütiglich gebe­ten hatte; weiß nicht, was sie da machen. Wenn’s kalt wäre, könnten sie helfen frieren; da es nun warm ist, könnten sie wohl anderes tun oder leiden, wie es ihnen gefällt. Hiermit Gott befohlen samt allem Hause, und grüße alle Tischgesellen. Vigilia purificationis [Am Tage vor Mariä Reinigung] 1546.

M. Luther, Dein altes Liebchen.“

Quelle: Martin Luther, Ausgewählte Schriften, hrsg. v. Karin Bornkamm und Gerhard Ebeling, Bd. 6: Briefe, Frankfurt a. Main, 21983, 267f.

Hier die Texte als pdf.