Posts Tagged ‘Zweiter Weltkrieg’

„Ihr sollt wissen, daß für euch gebetet wird“ – Karl Barth in einer Weihnachstboschaft an das deutsche Volk vom Dezember 1941

16. Mai 2017

Weihnachtsbotschaft an die Christen in Deutschland vom Dezember 1941 (ausgestrahlt über den deutschsprachigen Dienst der BBC London)

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich habe dankbar und freudig Ja gesagt, als man mich bat, euch heute abend zu grüßen. Es muß nun eben von London aus geschehen, in der Kürze von 500 Worten und durch das Mittel einer fremden Stimme. Ihr werdet doch auch so herzlich aufnehmen, was ich euch herzlich sage: daß ich nicht Weihnacht feiern möchte, ohne gerade an euch zu denken: an meine Freunde und Schüler, an die Vielen, mit denen ich einst in Freud und Leid, im Streit und Frieden verbunden war und auch verbunden bleiben werde.

Aber der Gruß, den ich euch sage, soll nicht nur mein persönlicher, sondern ein Gruß aus der ganzen heiligen und allgemeinen Kirche sein. Es ist in den letzten Jahren still geworden zwischen der Kirche in Deutschland und den Kirchen der anderen Länder. Wir wissen nur wenig von euch und ihr wißt nur wenig von uns. Aber nicht wahr: das Wenige genügt. Ihr wißt und wir wissen, daß ein Herr, ein Geist uns vereinigt im gleichen Glauben, in der gleichen Liebe, in der gleichen Hoffnung. Ihr vertraut und wir vertrauen darauf, daß diese feste Stadt Gottes von keiner Zerstörung bedroht ist. Ihr wartet und wir warten auf den Tag, da sie offenbar werden wird unter einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde.

Laßt euch Eines besonders sagen: Ihr seid bei uns nicht vergessen. Wir wissen nicht um Alles, aber um Vieles, was es euch schwer macht, in diesem Jahr fröhlich zu feiern: um die Trauer und Sorge in vielen eurer Familien, um die Bedrängnis, die es euch kostet, das Evangelium zu bekennen, um das Schreckliche, was eure und unsere Brüder und Schwestern aus Israel in Deutschland durchzumachen haben und nicht zuletzt um den Widerstreit der Gedanken, mit dem ihr das heutige Weltgeschehen begleiten müßt. Ihr sollt wissen, daß für euch gebetet wird. Betet ihr auch für uns! Viel besser aber, nicht wahr, als alles, was wir auch jetzt für einander sein und tun können, ist dies, daß der ewige Gott unser aller gedachte und auch heute gedenkt, indem er unser Bruder wurde und ist, um alle unsere Sünde und Schande und den Tod selber von uns hinwegzunehmen und als unser Heiland der rechte Herr und Sieger über alle Reiche, Mächte und Gewalten dieser dunklen Erde zu sein. Das ist unbegreiflich wahr und herrlich über uns Allen und für uns Alle. Das ist die große Verheißung, uns Christen gegeben, aber für die ganze Welt gültig: daß es keine menschliche Lüge, Anmaßung und Unordnung gibt, die nicht in seiner Wahrheit, in seiner Gerechtigkeit und in seinem Frieden ihre Grenze hätte. Das ist unsere große Freiheit, in der Welt – auch in der Welt des politischen Geschehens – darum keine Angst haben zu müssen, weil er sie überwunden hat. Das ist aber auch die große Erinnerung, daß wir unsere christliche Verantwortlichkeit nicht auf das stille Kämmerlein und nicht auf unser Privatleben und nicht auf das Leben der Kirche beschränken können, sondern sie allezeit und überall fröhlich wahrnehmen dürfen. „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ist auf seiner Schulter“. Sie ist, ihm sei Lob und Dank, keine beschränkte, sondern die unbeschränkte Herrschaft! Ich denke jetzt an eines eurer deutschen Weihnachtslieder und seine letzte Strophe soll der rechte eigentliche Gruß sein, mit dem ich euch in dieser Stunde grüße: „Freu dich, du ewigs Himmelreich, freu dich du Reich der Erden Da Gott euch hat gemachet gleich und ein Reich lassen werden. Drum weil du, lieber Jesu Christ, des Reiches ewiger König bist, So wollst du uns vertreten und vor dem Feind erretten“!

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„Es wäre bedauerlich, wenn die christlichen Kirchen, nachdem sie in früheren Kriegen so oft gedankenlos nationalistisch und militaristisch geredet haben, gerade in diesem Krieg gedankenlos neutral und pazifistisch schweigen wollten“ – Karl Barth in einem Brief nach Frankreich, 1939

16. Mai 2017

Karl Barth mit Uniform und Gewehr im Militärischen Hilfsdienst zu Beginn des Zweiten Weltkriegs

In seinem Schreiben an den französischen Pfarrer Charles Westphal vom Dezember 1939 aus Anlass des Beginns des Zweiten Weltkriegs stellt sich Karl Barth entschieden hinter die Westmächte und begründet, warum gegen den nationalsozialistischen Terror ein christlicher Pazifismus fehl am Platz ist:

„Das kann ja keine Frage sein, daß dieser Krieg für uns alle, die Kriegführenden und die „Neutralen“, ein sehr besonderer Krieg ist, daß er ein ganz anderes Gesicht hat als etwa der von 1914 und als die allermeisten Kriege der letzten Jahrhunderte überhaupt. Frankreich und England haben nach langem – nach vielleicht zu langem, aber in Anbetracht der Schrecklich­keit dieser ultimo ratio doch wohlbegründetem Zögern zu den Waffen gegriffen, um der Will­kür des von der gegenwärtigen deutschen Regierung proklamierten und in steigender Rück­sichtslosigkeit angewendeten Faustrechtes ein Ende zu machen. Der Hitlersche Natio­nalsozialismus ist, nachdem er Deutschland selbst zu einer einzigen Stätte des Terrors und der Angst gemacht, in zunehmendem Maß zu einer Bedrohung von ganz Europa gewor­den. Diese Bedrohung hat zu einem Erwachen geführt. Es gibt in der Sünde und Schande des Lebens aller Völker durch Gottes Güte einen Rest von Ordnung und Recht, von freier Menschlichkeit und vor allem und als Sinn von allem andern: von Freiheit zur Verkündigung des Evangeli­ums. Wo Hitler regiert, da ist es auch um diesen Rest getan. Hitler wollte aber nicht nur in Deutschland regieren. Als das so klar wurde, daß es auch die Blinden sahen, da kam es zum Krieg. „Il faut en finir!“ hat Ihr Ministerpräsident in entscheidender Stunde gesagt, und sein englischer Kollege hat das Wort wiederholt. Man darf es ruhig der Verantwortung dieser Staatsmänner überlassen, wie tief die Absicht ihres Entschlusses begründet ist oder auch nicht ist. Sicher ist, daß auch und gerade jeder Christ, der die letzten Jahre mit offenen Augen und Ohren miterlebt hat, zu diesem „Il faut en finir!“ seinerseits Ja und Amen sagen muß. Gewiß hatten und haben Frankreich und England auch ihre sehr imperialistischen Gründe zu diesem Krieg. Das ändert aber nichts daran, daß es vor Gott und den Menschen nicht zu verantworten wäre, wenn der Versuch, mit dieser Sache, mit der Hitlerschen Bedrohung, Schluß zu machen, nicht unternommen würde. Der Krieg war schließlich das einzige Mittel, das zu diesem Zwecke übrig blieb. Frankreich und England mußten ihn unternehmen, weil die Verantwor­tung für die seit 1919 entstandenen europäischen Verhältnisse – weil die Verantwortung auch dafür, daß Hitler möglich wurde – entscheidend bei ihnen liegt. Aber nun sie ihn unternom­men haben, kann man nicht gut leugnen, daß es in diesem Krieg nicht nur um die Sache Frankreichs und Englands, sondern auch um die aller andern Völker – zuletzt sogar um die Sache des deutschen Volkes selber geht. Das ist das Besondere dieses Krieges, daß er aus einer tödlichen Gefährdung aller entstanden ist und zum Schutze aller geführt werden muß. Auch wir „Neutralen“ sind insofern gar nicht neutral, als wir sehr genau wissen, daß die Anstrengungen und Opfer dieses Krieges auch um deswillen nötig sind, was uns zum Leben unentbehrlicher ist als das Leben selber. Unsre französischen und englischen, aber auch unsre deutschen Freunde sollen es ruhig hören, daß wir denen dankbar sind, die es entspre­chend ihrer geschichtlichen Stellung und Verantwortlichkeit übernommen haben, diesen Krieg gegen Hitler zu führen.

Karl Barth bei einer Wehrübung in Uniform während des Zweiten Weltkriegs

Die Kirche Jesu Christi kann und will nicht Krieg führen. Sie kann und will nur beten, glau­ben, hoffen, lieben, das Evangelium verkündigen und hören. Sie weiß, daß das Ereignis, durch das uns armen Menschen wirklich, ewig und göttlich geholfen ist, nach Sach. 4,6 nicht durch Heeresmacht und Gewalt und überhaupt durch keine menschliche Anstrengung und Leistung geschehen ist, geschieht und geschehen wird, sondern durch Gottes Geist. Sie wird also in der Sache Englands und Frankreichs nicht die causa Dei sehen, und sie wird gegen Hitler nicht den Kreuzzug predigen. Der am Kreuz gestorben ist, ist auch für Hitler gestorben und erst recht für alle die verwirrten Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig unter seinen Fahnen stehen. Aber eben weil die Kirche weiß um die Rechtfertigung, die wir Menschen uns selber mit keinem Mittel verschaffen können, kann sie im Großen und im Kleinen nicht gleichgültig, nicht „neutral“ sein, wo nach dem Recht gefragt, wo versucht wird, ein bißchen dürftiges menschliches Recht aufzurichten gegen das überströmende, das schreiende Unrecht. Wo es darum geht, da kann die Kirche ihr Zeugnis nicht verweigern: daß es Gottes Gebot ist, daß das geschehe auf Erden, daß Gott eben dazu die Obrigkeit eingesetzt und ihr das Schwert gegeben hat, und daß die Obrigkeit, die das Recht zu schützen versucht, trotz aller Fehler, derer sie sonst schuldig sein mag, sich eben damit als rechte Obrigkeit legitimiert und von jedermann Gehorsam in Anspruch nehmen darf. Es wäre bedauerlich, wenn die christlichen Kirchen, nachdem sie in früheren Kriegen so oft gedankenlos nationalistisch und militaristisch geredet haben, gerade in diesem Krieg gedankenlos neutral und pazifistisch schweigen wollten. Sie sollen heute in aller Bußfertigkeit und Nüchternheit um einen gerechten Frieden beten und in derselben Bußfertigkeit und Nüchternheit allem Volke bezeugen, daß es nötig und der Mühe wert ist, für diesen gerechten Frieden zu streiten und zu leiden. Sie sollen den Völkern der demokratischen Staaten wahrhaftig nicht einreden, daß sie so etwas wie Gottesstreiter seien: sie sollen ihnen aber sagen, daß wir um Gottes willen menschlich sein dürfen und gegen den Einbruch der offenen Unmenschlichkeit mit der Kraft der Verzweiflung uns wehren müssen. Die Kirchen sind es auch den Christen in Deutschland und dem ganzen deutschen Volke schuldig, ihm zu bezeugen: Eure Sache ist nicht gut! Ihr irrt euch! Laßt von diesem Hitler! Hände weg von diesem Krieg, der ganz allein sein Krieg ist! Kehrt um, solange es noch Zeit ist! Warum sind die Vertreter und Organe der ökumenischen Kirchenbewegung in allen diesen Jahren und noch während der fatalen Entwicklung des letzten Sommers und Herbstes so diplomatisch stumm geblieben, als ob es kein prophetisches Amt Jesu Christi und als ob es keinen Wächterdienst der Kirche gäbe? Warum hörte und hört man jetzt nicht ganz selten Stimmen eines eschatologischen Defaitismus, der sich angesichts der Wahrheit, daß die ganze Welt im Argen liegt, fast schadenfroh damit beschäftigt, festzustellen, daß die heute gegen Hitler stehen, ihrerseits auch keine Heiligen sind? Eben die Erkenntnis, daß Gott allein heilig ist, wird uns aus der Pflicht des heute zu leistenden Widerstandes schwerlich entlassen, im Gegenteil! Die Kirche wird in allen Ländern viel zu trösten haben in den dunklen Zeiten, in die wir allem Anschein nach hineingehen. Sie wird aber nur dann wirklich zu trösten ver­mögen, wenn sie jetzt ohne Haß und Pharisäismus und ohne alle Illusionen über die Güte irgendwelcher Menschen auch mahnen, wenn sie jetzt ernst und offen sagen will, daß Wider­stand heute notwendig ist.“

Hier der vollständige Brief als pdf.

„Der Triumphgesang des Elementes über der Menschen Werk!“ Der Erfahrungsbezug von Hans Joachim Iwands Theologie

27. Dezember 2016

Dortmund nach 12. März 1945

Man hat ja der Wort-Gottes-Theologie seit den späten 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts in ihrer vermeintlichen „Steilheit“ einen fehlenden Erfahrungsbezug vorgeworfen. Aber möglicherweise sind es die eigenen Erfahrungsdefizite ihrer Kritiker aus der Nachkriegsgeneration gewesen, die für ein solches Urteil mit ausschlaggebend gewesen sind. Was Theologen wie Hans Joachim Iwand unfreiwillig erfahren und in ihrem Predigen ansprechen mussten, sprengt jedenfalls die Selbstgefälligkeit innerlicher religiöser Erfahrung. Spätbürgerliche Baby-Boomer-Theologie kann jedenfalls nicht der Maßstab aller Dinge sein. Hier ein Auszug aus Hans Joachim Iwands Brief an seinen theologischen Lehrer Rudolf Hermann vom 17. August 1943 aus seiner Zeit als Pfarrer an St. Marien in Dortmund (1938/39-1945):

Sehr verehrter, lieber Herr Professor!

Vielen herzlichen Dank für Ihre Drucksache, auch für die Karte mit der freundlichen Anfrage nach unserem Ergehen. Ich hätte Ihnen schon längst schreiben müssen, aber erstens bin ich leider ein sehr [297] schlechter Korrespondent und zweitens waren die akuten Aufgaben hier so, daß man überhaupt nichts anderes mehr tun konnte, zumal die ständigen Alarme doch eine ziemlich aufreibende Wirkung aus­übten. Nun ist jetzt eine gewisse Milderung eingetreten, sodaß man wieder etwas auflebt. Am schlimmsten war es im Juni, als sich die ganze Wucht der feindlichen Angriffe aufs Ruhrgebiet richtete, und jede Woche neuen Schrecken, neue Zerstörungen und Verwirrung in Post, Bahn, Telefon etc. brachte. Es kann sich das natürlich jetzt noch einmal wiederholen, Berlin muß nicht drankommen, aber es ist auch möglich, daß wir das Schlimmste hinter uns haben. Da freilich die Industrie wieder aufgebaut wird und weiterläuft, halte ich neue Angriffe für wahrscheinlich. Unser Haus steht noch, beim zweiten Angriff war es sehr gefährdet, das Haus gegenüber wurde von einer schweren Sprengbombe getroffen, die im Luftschutzkeller krepierte und das ganze Haus umwarf, es lag in unserem Garten, die Bewoh­ner hat man nur noch teilweise gefunden. Eine Frau ist wohl ganz zerrissen, lebend kam niemand heraus. 6 solcher Sprengbomben fie­len hier in unmittelbarer Nähe, wir waren im Keller, unsre Kinder waren schon weg, und glaubten zuerst, unser eigenes Haus sei ge­troffen. In einer Feuerpause konnte ich dann feststellen, daß es noch stand, was man so im Keller einfach nicht wissen kann. Sobald wir konnten, eilten wir dann einmal — immer noch zwischen den fallen­den Bomben — nach oben und waren doch ganz verwundert, daß nichts brannte. Ringsum tobte das Feuer, mit einer solchen Gewalt, wie wenn Sie in der Nähe eines großen Wasserfalls stehen. So rauschte es in der Luft. Der Triumphgesang des Elementes über der Menschen Werk! Es war eine gewaltige Sache. Ich rannte dann gleich zur Kirche, die aber noch stand, daneben brannte die große Reinoldi­kirche. Vor Glut und Funkenflug konnte man kaum laufen, die Haare brannten und man mußte sehen, daß kein Phosphor, der von den brennenden Dächern herniederträufelte, auf Kleider und Schuhe kam. Später sah ich dann vorn Dach aus den rotglühenden Turm der Petrikirche wie in einer Vision zusammenbrechen. Es war 400 mtr. weg, trotzdem konnte man vor Rauch und Schwaden nichts sehen, auf einmal zerteilte sich der Dunst, um den Blick auf den stürzenden Turm freizugeben. Die Mitte und der Norden war ein Flam-[298]menmeer. Auch unser Haus wäre hinterher fast mit abgebrannt, nur durch das viele Wasser, was wir auf den Boden geschafft hatten, und das mutige Löschen aller Einwohner wurde es vermieden. Sie machen sich von der Gewalt solch eines Feuers kaum einen Begriff. Es ist etwas Immenses. Mit einer fast grimmigen Genugtuung erlebt man den Untergang der industriellen Welt an sich selbst. Es ist eine unheimliche Predigt, wenn sich die Hand des Todes gerade auf die «große Stadt», die glaubte, am meisten gegen ihn gefeit zu sein, herabsenkt und dort die Menschen wieder einmal vor die letzten, ursprünglichen Fragen stellt. Wir haben mit den Gottesdiensten nicht ausgesetzt, freilich in sehr zerstörter Kirche, aber meine Kirche ist nun die einzige, die in der Innenstadt noch steht, und die Fenster sind jetzt wieder so weit, daß nicht mehr aller Lärm und Schmutz von draußen hereinkommt. Zwei Drittel meiner Gemeinde sind weg, nicht alle ausgebrannt, aber unendlich viele verreist und weg­gezogen. Wir wohnen etwa an der Stelle, wo die absolute Zerstö­rung etwas aufgehört hat, wir haben hier im Umkreis von etwa 30-40 mtr. keine Brandbomben gehabt, das war unsre Rettung.

Inzwischen sind ja Dinge geschehen, die die Angriffe auf uns und Essen weit in den Schatten stellen. Schon Barmen war entsetzlich, aber Hamburg hat alles bisher Dagewesene in Schatten gestellt. Es gibt eben immer noch eine Steigerung des Entsetzlichen. — Ich freue mich so, daß sich die christliche Gemeinde trotz allem, trotz der fast nächtlichen Alarme, sammelt und wieder unter Gottes Wort zusammenschart. Etwas von der ecclesia in perpetuum mansura [Kirche, die dauert – CA 7] wird sichtbar. Die Kinder sind natürlich alle weg, meist auch die Mütter. Aber der «Rest» bleibt. Und wenn dann durch die offenen Kirchenfenster der Lobgesang über die Ruinen hin erklang, so hatte das doch eine tiefe Bedeutung. …

Hans Joachim Iwand, Briefe an Rudolf Hermann, hg. v. Karl Gerhard Steck, Nachgelassene Werke 6, München: Christian Kaiser 1964, S. 296-298.